10.  Tag: Little Adam und alte Buddhas

Ella liegt in traumhaft schöner Berglandschaft auf 1000 m Höhe und ist bei Backpackern sehr beliebt.
Dementsprechend ist die Infrastruktur: Homestays, Hostel, ein paar Hotels, viele kleine Restaurants und alles sehr chillig. Außerdem gab es einen netten, kleinen Teeladen mit Tee der hiesigen Plantagen.


Ein Teil des Erlöses geht in ein Bildungsprojekt und wir deckten uns erstmal ein. Heute morgen hatten wir es ausnahmsweise nicht eilig, sondern haben als erstes eine kleine Wanderung zum Little Adams Peak gemacht.

Der kurze Spaziergang wurde mit einem atemberaubenden Panoramablick auf die Berge und Teeplantagen belohnt. Etwas Kraxelei war nötig, um auf den Nachbar Gipfel zu gelangen und so haben wir dann heute noch ein ‚Mini Abenteuer‘ gehabt.

Dann ging es weiter zu einem imposanten Wasserfall der auch bei Einheimischen beliebt ist. Trotz der Warnung, dass häufig Leute beim Baden sterben (‚Death Rate 36‘ stand auf einem Schild), waren etliche Menschen im Wasser. Sah auch wirklich verlockend aus.


Nach und nach wurde es flacher und wir kamen an frisch gepflanzten Reisfeldern, Maniok, Auberginen, Okra und, und, und vorbei. Hier wächst einfach alles. Ein kurzer Abstecher auf einer Schotterpiste zu den Steinreliefs von Buduruwagala folgte. Sieben Figuren wurden vor über 1000 Jahren in einen Granitfelsrücken geschlagen. Der größte, ein stehender Buddha ist 17 m hoch und wahrlich beeindruckend. Früher waren die Figuren sogar bunt bemalt, davon sind allerdings nur noch Reste zu sehen.


Nachdem es die ersten Tage in Anuradhapura, Polonnaruwa und Sigiriya extrem heiß und schwül gewesen war, immer so an die 40 Grad und nachts es auch nicht wesentlich abkühlte, war es im Hochland wesentlich angenehmer. In Kandy wurde es schon etwas kühler, auf dem Adams Peak war es zum Sonnenaufgang richtig frisch (wir mussten sogar unsere Jacken anziehen!) und auch frühmorgens in den Horton Plains. Das hat nun allerdings ein Ende. Kaum sind wir aus Ellas Bergen hinunter, hat uns die Hitze wieder und selbst ’nicht bewegen‘ lässt den Schweiß nur so fließen. Ich hatte gedacht, Hong Kong, Vietnam und Kambodscha wären schwül und heiß gewesen, aber soviel geschwitzt wie hier habe ich noch nie in meinem Leben… Dauersauna.

Abends ging es noch zum Pilgerort Kataragama, einem Heiligtum sowohl für Buddhisten und Hindus, als auch Moslems. Insbesondere der sechsköpfige, zwölfarmige Kriegsgott Skanda, der im Buddhismus Katargama heißt, wird hier angebetet. Die Straßen zur Tempelanlage sind gesäumt von Obstständen. Hier erstehen die Gläubigen ganze Obstplatten (die Teller gibt es praktischerweise auch gleich zu kaufen) als Opfergaben. Ebenso gibt es Kokusnüsse, die im Tempel auf einem speziellen Stein zerschmettert werden, nachdem man sich mit seinen Wünschen an die Götter gewendet hat, Pfauenfedern für die Tanz- und Musikgruppen und diversen Tand.

Wieder sind die Straßen voll. Singsang und lautes Gedudel mischen sich mit dem Geräusch aufplatzender Kokusnüsse. Zwischen den Pilgern und Touristen zwei Elefanten. Spannend, wenn gleich es weniger mystisch oder sakral wirkte, als die Zeremonie auf dem Adams Peak. Vielleicht liegt das aber auch nur an der Neonbeleuchtung der Tempel und Götterstatuen.

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