10. Tag: Auf und Abs

In Viozene, direkt unterhalb vom Rifugio Mongioie, ist der offizielle Endpunkt der GTA (oder Anfangspunkt, da Italiener und Engländer die GTA von Süden nach Norden laufen) erreicht. Es hat sich allerdings eingebürgert den Weg bis nach Ventimiglia ans Mittelmeer fortzusetzen und da das Meer ja ein schönes Ziel ist, machen wir das auch 🙂

Der Versuch früher loszuziehen, hat heute nicht ganz geklappt. Wir waren zwar schon um 7.00 Uhr beim Frühstück und auch schnell fertig, doch dann zog sich das Bezahlen und belegte Brote bekommen solange hin, dass wir bei unserem üblichen Start um 8.00 Uhr waren. Das erste Stück des Weges kannten wir schon, da wir nach Canino zurück mussten, kehrten auch wieder in der Bar Foresteria ein und wurden sogar wieder erkannt. Der freundliche Wirt erklärte uns auch gleich den Weg nach Upega. Wir müssten erst steil hoch und danach wäre der Weg aber ‚tranquillo‘ bergab. Das mit dem steil stimmte wohl, mit dem tranquillo eher nicht… Es waren enge Schotterserpentinen hinunter und unten taten die Füße weh.


 Upega ist eigentlich ein schöner Ort mit vielen alten Natursteinhäusern, die aber zum größten Teil verlassen sind. Schade. Angeblich hat Upega nur noch 4 ganzjährige Bewohner…. Eigentlich wollten hier noch einen Café trinken, aber es kamen schon wieder so dunkle Wolken auf. Also weiter. Es ging zwar schön durch den Wald, aber auch schon wieder recht steil hoch. Der Weg zog sich und zog sich bis wir endlich auf einer Kuppe über Piaggia ankamen und abstiegen. 


Dabei erhaschten wir schon mal einen Blick auf den morgigen Anstieg – das kann ja heiter werden… Piaggia war etwas schräg. Überall hingen alte Teller an Mauern und zwischendurch standen auch alte Ski u. ä. zur Deko herum. Eine andere Form von Urban Gardening? 


Piaggia wirkte allerdings nicht ganz so verlassen wie Upega und von hier war es nicht mehr weit bis Monesi Triora, welches eine Skistation aus den 1960ern und ziemlich herunter gekommen ist. Obwohl beide Orte nur 1 km auseinander liegen, gehört Piaggia noch zum Piemont und Monesi schon zu Ligurien. Unsere Unterkunft ist ganz nett, allerdings hat die Musik schwer etwas von Après Ski. Beim Essen nervte der Hund ein wenig durch penetrantes Betteln, sein (dreckiges) Mountainbike an der Wand aufzuhängen ist auch eine Form von Deko und der Chef des Hauses hatte sich schick gemacht und eine schwarze Kochmütze aufgesetzt… Alles ein wenig skuril. 


Beim Abendessen mit Ralf und Ursel stellte sich dann auch noch heraus, dass sie nicht nur lange in Bremen gewohnt haben, sondern, dass Ursel auch in Ottersberg Kunsttherapie und Sozialpädagogik in Bremen studiert hat und Ralf ebenfalls im IT-Bereich arbeitet. Da gibt es wohl ein paar Ähnlichkeiten 😉

+1050 Hm / -1140 ca. 20 km unterwegs 7 Std.

P.S. Eine kleine Richtigstellung: Ralf und Ursel waren heute auch in der Höhle und sind ungefähr bis zu der Stelle gekommen wie wir. Es waren wohl nur 100m 😉