11. Tag Regen in Strepeis

Nach der gestrigen Strapaze hatten wir eigentlich vor zwei Tage im Rifugio Migliorero zu verbringen, das klappte aber leider nicht. Der Hüttenwirt musste runter ins Tal und einkaufen, da er für Mittwoch eine Gruppe mit 10 Franzosen erwarten würde. Schade, denn das Rifugio liegt nämlich wunderschön inmitten eines Talkessels und ist von einem See und Bächen umgeben. Wir wären gerne länger geblieben und es kam uns ein wenig wie die Vertreibung aus dem Paradies vor. 
Auf den nächsten Pass hatten wir heute mal keine Lust, so zogen wir den sanften Weg durchs Vallone dell’Ischiator vor. Vorher sahen wir aber noch zwei, was wir zu dem Zeitpunkt noch für Mutter Gämse mit ihren zwei Jungen hielten. Im Nachhinein glauben wir allerdings, dass es Mufflons waren, da sie etwas klobiger als die anderen Gämse aussahen (und auch etwas behäbiger waren). In Strepeis gab es eine Bildtafel mit den verschiedenen Tieren der Region, so dass wir sie eindeutig identifizieren konnten. (Fehlt eigentlich nur noch der Wolf, dann haben wir alle gesehen. Auf den können wir allerdings auch verzichten…) Das war mal ein sehr entspannter Weg hinab, an hoppelnden Murmeltieren, schönen Wasserfällen und alten Häusern vorbei nach Strepeis. Gerade rechtzeitig, denn nun begann es den Rest des Tages zu regnen. In Strepeis kamen wir in unserem ersten offiziellen Posto Tappa unter.  

 Eigentlich faßt die Unterkunft 20 Personen, aber wir hatten es mal wieder für uns alleine. Da kam fast ein wenig Ferienwohnungsstimmung auf.  

 Die ganzen Stockbetten konnten wir auch gut gebrauchen, um unsere Wäsche zum trocknen aufzuhängen. Eigentlich hatten wir geplant mal woanders zu Essen. Nach einem Gang durchs Dorf mussten wir jedoch mal wieder feststellen, dass alles geschlossen hatte. Selbst der Laden, den wir fanden, hatte ein sehr ausgedünntes Sortiment, heißt wir konnten Kekse und Toastbrot erwerben, aber „frisches“ gibt es erst in der Saison. Also doch Essen in dem, dem Posto Tappa angeschlossenen, Albergo. Das stellte sich auch als sehr gute Wahl heraus, denn die Küche war vorzüglich 🙂 

Überhaupt waren bisher alle Versuche mal von dem mit einem abendlichen und sehr fleischlastigen 3-6 Gang Menü verbundenen Mezzo Pensione Prozedere abzuweichen fehlgeschlagen. Es stößt a) auf recht viel Unverständnis, b) scheitert es gern an Sprachschwierigleiten, c) endet es beim Versuch vegetarisch zu Essen gerne in einer Käseplatte und d) ist es meist auch noch teurer bzw. definitiv keine Ersparnis, obwohl man weniger ißt. Von daher nur noch Mezzo Pensione, da weiß man was man hat. 

Mit uns zu Abend aßen auch noch 10 Franzosen, das dürfte wohl die für Mittwoch angekündigte Gruppe für Migliorero gewesen sein…

Rifugio Migliorero – Strepeis ca. 9 km -800 Hm unterwegs 2 1/2 Std.