4.Tag: Scorrevole – Abgerutscht

Nach einem typisch italienischen Hüttenfrühstück: Weißbrot, Zwieback, Marmelade und Café machten wir uns auf den Weg nach Cheggio. Die feundlichen Hüttenwirte wiesen uns gleich noch den kürzesten Weg. So war nach knapp 20 Minuten der erste Pass des Tages, der Passo di Campo erreicht. Nun ging es erstmal über Bergwiesen bergab. Früh am morgen war es noch kühl und wir kamen schnell voran und das Bergpanorama rundherum war mal wieder sagenhaft.

Irgendwann war das Tal erreicht und wir mussten wieder aufwärts. Die Wege hatten im Winter allerdings ordentlich gelitten. Immer wieder waren Stücke abgerutscht. Im Wanderführer stand noch „Die heikle Querrung einer abschüssigen Grasflanke ist jüngst durch einen breiteren Weg entschärft worden.“ Denkste! Nach etwa 2,5 Stunden standen wir an besagter Grasflanke. Leider war gar kein Weg mehr vorhanden, da er auf einer Länge von 20-30 m ins Tal gerutscht war. Vorsichtig und mit klopfendem Herzen tasteten wir uns oberhalb des Abbruchs Schritt für Schritt weiter. Kein Spass auf dem rutschigen Gras!  Aber irgendwie haben wir es geschafft und konnten unseren Weg dann normal fortsetzen.

Wir kamen zur Alpe Preia mit alten unterirdischen Ställen von den einer als Rastplatz ausgebaut worden war. War aber leider nicht zu benutzen, da der Zugang von einem Schneefeld versperrt wurde. Apropos Schneefelder, davon waren auf dem weiteren Weg einige zu queren, die aber keine Probleme machten. Nach einer gefühlten Ewigkeit standen wir am höchsten Punkt des heutigen Tages am Passo della Preia (2327 m).

Von nun an ging es nur noch bergab, aber gerne steil, teilweise recht rutschig und auch immer wieder ziemlich zugewachsen. Der Weg zog sich und in den Oberschenkeln, Knien und Hüften machte sich das viele bergab ganz schön bemerkbar. Der Weg am Ufer des Lago Alpe dei Cavalli zog sich entsprechend und auch diesmal hat sich das Rifugio versteckt.

Allerdings nur am untersten Dorfrand von Cheggio. Es folgte the same procedure as every day. Café, Arranciata diesmal erweitert durch Kuchen (wir hatten so einen Hunger), Duschen und in der Sonne vorm Haus beim Gebimmel der Kuhglocken aufs Abendessen warten. Auch hier im Rifugio Citta di Novara wurden wir wieder sehr nett empfangen und uns wurden gleich Liegestühle und eine große Flasche Wasser hingestellt. Außerdem wurde uns freundlicherweise ein Zweibettzimmer zugeteilt. Das erfreut das Wandererherz! Der Refugio-Hund ist etwas älter und nicht so aufs Spielen versessen, meinen Kuchen hätte er aber gerne gehabt 😉

Primo: Pasta mit Tomatensugo und Salat!
Secondo: Scaloppine mit Zucchini und Karotten-Zwiebel Sauce
Dolce: Torta

Unterwegs: 7 Stunden Rauf: 700 Hm Runter: 1250 Hm