5. Tag: Zum Höllenfenster

Vorerst letzter Tag auf Sao Miguel. Bevor es morgen weiter nach Pico geht, stand heute noch eine Wanderung zum Janela do Inferno, dem Höllenfenster an.

Schon auf dem Weg zum Ausgangspunkt war es extrem nebelig. Dichte Bewölkung heißt hier wohl, dass die Wolken auf der Straße kleben… Zeitweilig konnten wir gerade mal 10 vielleicht 20 m weit sehen. Zunächst ging es an Weiden mit den allgegenwärtigen Kühen vorbei.

Der Nebel ließ alles wie weichgezeichnet erscheinen. Auch die Geräusche waren gedämpft, so dass meist nur das Vogelgezwitscher und vereinzelte Regentropfen zu hören waren. Irgendwann verließen wir die landwirtschaftlich genutzten Flächen und bogen in den Wald ein. Auch hier sorgte der Nebel zusammen mit dem dichten Wald für eine Stimmung wie aus einem Fantasy Film.

Dazu trugen auch zwei längere Tunnel bei. Der erste wirkte wie in den Berg gegraben. Unregelmäßig, mal schmaler, mal breiter, zum Teil nur 1,50 m hoch und 72 m lang. Der zweite sehr schmal, dafür aber gemauert.

Nach etwas mehr als einer Stunde standen wir vor dem Höllenfenster: einem Loch im Fels dem ein kleiner Wasserfall entsprang. Zurück ging es ähnlich wie auf dem Hinweg, erst Wald, dann Kuhweiden. Im Dorf begegnete uns mal wieder ein Trupp Romeiros.

Um noch einmal auf die Kühe zurück zu kommen: sie sind auf nahezu jeder Grünfläche anzutreffen. Sogar in Ponta Delgada gibt es vereinzelte Weiden inmitten von Wohnblöcken. Am Anfang hatten wir uns noch gewundert, warum hier so viele Pickups mit Wassertanks durch die Gegend fahren, wo es doch häufig genug regnet. Es handelt sich aber um Milchtanks. Die Kühe werden mit mobilen Melkanlagen direkt auf den Weiden gemolken und die Milch von fort mit dem Pickup weiter zur Molkerei transportiert. Die Kühe sehen zwar aus wie unsere Holsteiner aus dem platten Norden, an den steilen Hängen stehen sie aber wie Almvieh am Berg und Glocken haben sie auch um (die sehen allerdings eher wie Kirchenglocken aus). Genauso allgegenwärtig wie die Kühe, ist hier auch Käse. Es gibt verschiedenste Sorten und jede Insel hat ihre eigenen Käsespezialitäten.

Zurück in Ponta Delgada haben wir eine Marktlücke entdeckt: Autostaubsauger. Unser Mietwagen hat nämlich die merkwürdige Klausel (stand natürlich nur im Kleingedruckten und such erst zu spät gesehen), dass er Innen genauso zurückgebracht werden muss wie wir ihn entgegen genommen haben – sauber bzw. frisch gesaugt…, ansonsten droht eine Gebühr von 100€! Natürlich gibt es an den hiesigen Tankstellen keine Autostaubsauger und den Car Wash konnten wir nicht finden. Nun muß Fussmatten (zum Glück aus Gummi) ausschütteln und etwas abspülen reichen – Wasser gibt es ja genug 😉