7. Tag: Wasser satt

Erster Programmpunkt war die gestern verpasste Edelsteinschleiferei. Ich musste ja lachen, als wir erstmal vor einen Fernseher gesetzt wurden. Das Filmchen entpuppte sich aber als äußerst interessant und zeigte unter welch archaischem Bedingungen die Edelsteine hier im Dschungel abgebaut werden. Im Prinzip werden die Stollen in reiner Handarbeit in den Boden gegraben, abgestützt und das abgebaute Erdreich mit Winden hochgedreht. Lediglich für die Pumpe gibt es einen Dieselgenerator, um das stetig neu eintretende Wasser abzupumpen. Dann gab es noch eine reale Ausstellung zu den verschiedenen Edelsteinen, Formen, Härtegraden etc. und am Schluß durfte natürlich auch nicht der Verkaufsraum fehlen 😉


Weiter ging es Richtung Berge, die ersten Teeplantagen tauchten auf und damit verbunden die Besichtigung einer Teefabrik. Ich fand Sie nicht so spannend. Wegen des Feiertages liefen die Maschinen nicht und man wurde im Schnelldurchgang hindurchgeschleust (@Maike: nix mit Mundschutz, Haarnetz und Schuhüberziehern). Einzig den ‚Electronic Color Sorter‘ fand ich ganz amüsant. Im Anschluß wurde uns eine mittelmäßige Tasse Tee vorgesetzt und, wie nicht anders zu erwarten, ging es dann in den Tee Shop (verkaufen geht auch trotz Feiertag…). Ich hätte lieber eine kleinere Teefabrik angeguckt, aber Saman war der Meinung, Glenloch sei die Beste… und noch lieber wäre ich nicht dafür eine Stunde den einen Berg raufgefahren, um ihm dann wieder eine Stunde hinunter zu fahren, um dann weitere 1 1/2 Stunden einen anderen Berg hinaufzufahren, um bei unserem eigentlichen Ziel Kitugala anzukommen.


Kitugala hat eine gewisse Bekanntheit erlangt, da hier in den 50ern der Film ‚Brücke am Kwai‘ gedreht wurde. Mittlerweile ist es vor allem Ausgangspunkt für Rafting Touren.

Ausgestattet mit Helm und Schwimmweste ging es zum Fluß, wo uns ein sympathischer Guide die Kommandos erklärte: forward, back, relax und down. Einfach. Also ab ins Boot und dann ging es los. Wegen der langen Trockenheit gab es nicht allzu viel Wasser im Fluß und wir liefen einige Mal auf Grund, bzw. blieben an einem Stein hängen. Die Lösung war meist sehr feucht. Es gab auch einige turbulentere Stellen, die wir ohne Verluste meisterten. Schon nach kurzer Zeit waren alle bis auf die Unterhose nass, aber es war erfrischend und hat viel Spaß gemacht. Rafting wird definitiv wiederholt!


Für die folgenden 60 km nach Dalhousie brauchten wir 3 Stunden! Zum einen lag es daran, dass die Straßen immer schmaler wurden und recht kurvig in die Berge hinauf führten – Dalhousie liegt auf ca. 1200 Hm. Zum anderen an der vorsichtigen und sehr defensiven Fahrweise unseres Fahrers (anbetracht der Fahrweise der anderen Fahrzeugführer durchaus lobenswert). Somit kamen wir in der Dämmerung und genau pünktlich zum Abendessen an.

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