7. Tag: Wein und Meer

Beim Frühstück trafen wir auf die anderen Guesthouse Bewohner. 2 Franzosen und 2 Deutsche. Die Erzählungen waren etwas ernüchternd. Die Franzosen waren auf 2 Walausfahrten und haben keine Wale gesehen (aber Delfine) und die beiden deutschen Jungs haben es zwar gestern auf den Pico geschafft, aber das war wohl mehr als grenzwertig. Nach dem ersten Drittel überall Schnee, weiter oben blankes Eis, am Gipfel die Aussicht gleich Null, da alles in Wolken gehüllt war und als Dank ein mörderischer Muskelkater… Mal sehen ob wir das Projekt Pico noch starten. Dafür müssen die Bedingungen definitiv besser werden.

Wir begannen dann den Tag mit einer Fahrt in das Anbaugebiet des Verdelho Weines. Kleine Parzellen die mit Lavasteinen gesäumt sind soweit das Auge reicht, welche mittlerweile sogar zum Weltkulturerbe zählen. Die Mäuerchen schützen vor Wind und die schwarzen Steine speichern die Sonnenwärme.

Direkt am Meer konnte man den vulkanischen Ursprung der Insel sehr deutlich sehen.

Nachmittags wollten wir eigentlich unsere Whalewatching Tour machen. Als wir die Leute von der morgendlichen Tour zurückkommen sahen, war ich mir nicht mehr so sicher, ob das eine gute Idee ist. Die sahen alle patschnass, ziemlich blass und generell recht gebeutelt aus, denn es herrschte ordentlicher Seegang. Da der Wind das Meer noch weiter aufpeitschte, wurde unsere nachmittägliche Ausfahrt nach dem Briefing abgesagt. Die Wale seien für den Wellengang zu weit draußen, da hätte niemand Spaß bei. So wie die Leute der morgendlichen Tour aussahen, würde ich dem zustimmen, aber Wale haben sie zumindest gesehen…

Stattdessen sind wir mit einer sympathischen Berlinerin, die sonst mit uns rausgefahren wäre, zum Walausguck gelaufen. Früher wurde von diesen Türmen Ausschau nach Walen gehalten und bei einer Sichtung Alarm geschlagen, damit die Canoas, die Walfangboote auslaufen konnten. Das waren offene Ruderboote mit sieben Mann Besatzung. Harpuniert wurde per Hand. Kaum zu glauben, dass die letzten Wale erst 1987 vor Pico erlegt wurden. Mittlerweile wird der Walausguck wieder benutzt, um die Wale für das Whalewatching ausfindig zu machen und die Boote entsprechend zu dirigieren. Die Sicht aus dem Turm war in der Tat sehr gut. Wale haben wir aber keine gesichtet, dafür umso mehr Informationen bekommen. So werden anscheinend immer wieder Wale von Frachtern überfahren, da sie, wenn die Schiffe schneller als 10 Knoten fahren, nicht mehr rechtzeitig abtauchen können 🙁

Zum Abendessen ging es in die Inselhauptstadt Madalena – von Stadt kann allerdings nicht die Rede sein, ist eher ein Dorf, aber der Blick hinüber zur Nachbarinsel Faial recht schön.

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