Moi Helsinki

Wir wollten noch mal Langlaufskilaufen dieses Jahr und so hat es uns in den hohen Norden verschlagen. Vor dem Sport standen aber erstmal 2 Tage Helsinki auf dem Programm.

Nach dem Einchecken im Hotel (bzw. nachdem wir endlich einen Zugang dazu gefunden hatten – bei dem Zugang handelte es sich um einen unscheinbaren Fahrstuhl aus dem Erdgeschoss des Einkaufzentrums, welcher wiederum nur mit einer Zimmerkarte oder über eine Klingel für die Rezeption gerufen werden konnte. Schade nur, wenn man noch keine Zimmerkarte hat und die Rezeption nicht auf die Klingel reagiert… Zu unserem Glück kam aber jemand mit Zimmerkarte.)

Nach dem Check-in sind wir sofort losgezogen Richtung Hafen. Erste Beobachtung: Helsinki ist klein. Schon am ersten Abend haben wir das meiste gesehen, was der typische Reiseführer so vorschlägt: Helsinki Kathedrale und Senatsplatz, Tori Viertel, Uspenski Kathedrale, Marktplatz und alte Markthalle, die Esplanaden und div. Jugendstilgebäude… Insgesamt ist Helsinki sehr ruhig, ein wenig wie Bremen – nur kälter, wobei die Bebauung der Innenstadt eher Berlin oder Wien ähnelt.

Zweite Beobachtung: es gibt viele spannende Restaurants unterschiedlichster Herkunft und unglaublich bzw. ins Auge stechend viele Nepalesische. Die Erklärung hierfür las ich abends dann prompt in meiner ‚Gebrauchsanweisung für Finnland‚. Die Restaurants gehören alle zu einer einzigen, weitverzweigten (und wohl auch geschäftstüchtigen) Familie aus Nepal. Wir haben uns allerdings eher an die lokalen Fischläden und Cafes gehalten und waren sehr zufrieden.

Am zweiten Tag haben wir uns Temppeliaukio – den Felsendom angesehen. Sehr schick. Direkt in einen Granitfelsen gebaut. Von außen unscheinbar, aber mit einer wunderbaren Innenatmosphäre. Nachdem wir das Rätsel einen Straßenbahnfahrschein zu kaufen gelöst hatten – seit Februar 2018 können diese nicht mehr in der Straßenbahn beim Fahrer gekauft werden, stattdessen können mobile Tickets an jedem Parkscheinautomaten erstanden werden, bezahlt wird per Kreditkarte – verlegten wir uns aufs Straßenbahn fahren und besuchten das Kapelli und das Ekbert zwei der ältesten Cafes Helsinkis. Die Finnen sind angeblich die größten Kaffeetrinker der Welt und Kuchen und süße Teilchen können sie auch ganz gut herstellen (man darf sich nur nicht am Preis stossen…)

Zum Abendessen besuchten wir ein finnisches Restaurant. Neben verschiedenen Zubereitungsformen von Lachs und Hering, gab es geschnetzeltes Rentier, Elchlasagne und etwas, das an Labskaus erinnerte und auch mit rote Beete gegessen wurde. Das war wohl ‚Vorschmack‘ – Durchgedrehtes aus Lammhack, Anchovis und Zwiebeln und kommt ursprünglich aus der osteuropäisch-jüdischen Küche. Sehr zu Björns Verwunderung, fand ich es echt lecker.