12. Tag 11 Stunden bis Kathmandu

Eigentlich dachten wir wir würden es heute nur bis Kakarbhitta direkt hinter der Grenze in Nepal schaffen und dort übernachten. Es kam aber mal wieder anders als wir dachten. Morgens früh um 6 ging es nach einem letzten leckeren Frühstück in der gemütlichen Küche und einer herzlichen Verabschiedung los. Erst gute 2 Std. mit dem Jeep nach Ghoom (liegt kurz hinter Darjeeling), dort erwartete uns Dipesh mit einem anderen Auto + Fahrer und weiter ging’s. Heute hatten wir viel Zeit Land und Leute zu betrachten – fast wie fernsehen… Unglaublich was für schwere und große Lasten die Leute hier auf ihrem Rücken bzw. mit einem Tragerriemen um den Kopf tragen (hab ich sonst nur auf Mopeds in Vietnam gesehen – und das war schon beeindruckend!). Vieles wird auch mit Pferden transportiert. Ansonsten sieht man hier in den Bergen sehr viele LKWs und noch mehr Jeeps – andere Autos gibt es eigentlich nicht. Die meisten Jeeps dienen gleichzeitig als Sammeltaxis bzw. Busse (die Anzahl an Personen, die in so einen Jeep passt, entspricht jedenfalls einem Bus und man steht auch einfach an der Straße und winkt, wenn man mitgenommen werden möchte). Häuser werden gerne wahlweise nach unten oder oben, um ein Stockwerk erweitert, manchmal auch in beide Richtungen. Das Leben findet viel auf der Straße statt und orientiert sich am Tageslicht (Sonnenaufgang ist kurz nach 5 und Sonnenuntergang gegen 6 -man steht also früh auf und geht genauso früh ins Bett), so konnten wir gestern viele Menschen beim Zähne putzen bewundern. Die meisten Häuser haben ihre Waschstelle vor dem Haus (sprich Wassertonne oder -hahn und dort liegt dann ein Stück Seife und es hängt ein Behälter mit Zahnbürsten da). Überall laufen Hunde, Hühner und Ziegen herum und je tiefer man kommt auch immer mehr Kühe. Diese wiederum stehen mit einer Seelenruhe mitten im Verkehr, man glaubt es kaum – aber wenn man heilig ist, darf man das wohl 😉 Dann gibt es noch dieses lustige Kopf wackeln, welches soviel wie „ja, nein, vielleicht“ heißt – allerdings würden sie „nein“ sowieso nie sagen… Ich hatte schon davon gelesen, aber es in natura zu sehen, ist schon amüsant, zumal Maike auch schon damit angefangen hat 🙂 

Wir sind recht flott die ganzen Serpentinen hinunter gekommen und auch die Fahrt durch Siliguri ging viel schneller als auf dem Hinweg. Als dann auch noch die Grenzformalitäten (die eh nur für Nicht-Inder und -Nepali gelten, denn die laufen einfach so über die Brücke) schnell vonstatten gingen, schleifte uns Dipesh in Kakarbhitta in ein Reisebüro, die unser Flugticket auf das heutige Datum änderten und los ging’s mit einem Taxi zum Flughafen nach Bhadrapur. Wir konnten kaum glauben, dass das alles so einfach ging und waren anfänglich nicht so überzeugt, als Dipesh das vorschlug… Ihm noch mal ein ganz großes Lob – er hat alles immer perfekt organisiert und uns wunderbar versorgt! Also falls jemand mal Einen Tour- und Trekking Guide in Darjeeling und Sikkim braucht- ich hab seine Emailadresse…

Die Fahrt zum Flughafen dauerte noch etwas über 1 Std. (für 23km – habe noch nie einen Flughafen gesehen, der an einem Feldweg liegt). Dann durchliefen wir sehr rustikal das übliche Prozedere. Zum Gepäckwiegen, musste eine große Personenwaage herhalten, der Haupt- und Handgepäckcheck verlief, indem eine Frau mal eine Hand in das Gepäck steckte und für gut befand, die Wasserflaschen durften wir einfach so mitnehmen… Eine Viertelstunde bevor unser Flug gehen sollte, wurde dann mal der Strom angestellt und etwas später, landete unser Flugzeug. Die Leute stiegen aus, Gepäck schnell raus und rein und wir stiegen ein. Bevor alle richtig saßen warf der Pilot schon wieder die Propeller an und zoom zoom! Das war mal flott – ich hatte nicht mal genug Zeit mich zu fürchten in dieser kleinen Propellermaschine… 40 Minuten später landeten wir schon in Kathmandu, wurden abgeholt und zum Hotel gebracht. 11 Stunden von Tür zu Tür 🙂