Letzter Segeltag

Siebter Segeltag
Letzter Tag. Ein letztes Mal morgendliches Yoga. Wieder in der Sonne – diesmal auf dem Picknickplatz von Schleimünde. Heute lenken mich die Vögel (Bluthänflinge und Dorngrasmücke) ab, die sich auf den umliegenden Sträuchern in Positur setzen und ordentlich trällern. Um 10.30 legen wir rechtzeitig bevor der erste Ausflugsdampfer anlegt und seinen Touristenstroms ausspuckt ab und fahren mit dem Motor nach Kappeln. Zusammen mit Laura klettern Janet und ich ein letztes Mal ins Klüvernetz und verpacken die Segel in ihren Persennigen. Die Segel müssen vor unnötiger UV-Strahlung geschützt werden, da die sonst porös werden. Wir bleiben bis Kappeln im Klüvernetz. Die Aussicht ist von hier oben noch besser. Nach dem Festmachen gibt es ein letztes gemeinsames Mittagessen. Wir haben uns nochmal zur Backschaft gemeldet, da Leute fehlten und so verlassen wir nach dem letzten Abwasch das Schiff schweißgebadet. Wie schade, dass es schon vorbei ist. Wir würden am liebsten sofort wieder los und irgendwie ging es allen so. Was für eine schöne Woche!

Zum Glück haben wir es nicht weit, da wir noch zwei Tage in Schleswig bleiben. Unsere Ferienwohnung befindet sich zwar im wahrscheinlich hässlichsten Gebäude der Stadt – dem Wikingerturm. Aber die Wohnung ist hübsch, hat einen Balkon und der Ausblick aus dem 23. Stock auf die Schlei ist grandios. Nach dem Gepäck abladen auf zum Stadt erkunden. Als erstes geht es beim Luisenbad in die Schlei (ich hatte mein tägliches Wasser noch nicht). Erfrischt geht es weiter. Schleswig entpuppt sich als schönes Städtchen mit vielen alten Häusern – zum Teil älter als 400 Jahre. Allerdings stehen viele Häuser leer und einige Straßenzüge sehen schon sehr verfallen aus. Besonders entzückt uns die Fischersiedlung Holm, wo wir auch zu Abend essen. Wir essen in der „Schleimöwe“ Fisch, wie soll es auch anders sei… Björn Heilbuttsteak und ich Scholle mit Krabben. Lecker!

Achter Tag
Kaum an Land gibt es Wind. Ordentlich Wind. Schade. Die Überlegung SUP zu fahren (wir haben sie extra mitgenommen) geben wir auf und entscheiden uns stattdessen für eine Wanderung um die Selker und Haddebyer Noor. Durch Wälder und breite Schilfufer führt der interessante und abwechslungsreiche Weg. Erstaunlich viele Stufen verstecken sich auf der östlichen Uferseite. Wir kommen am Wikinger Museum und der Rekonstruktion einiger Wikkinger Häuser von Haithabu vorbei. Haithabu war mal ein bedeutender Handelsplatz. In der Grundschule haben wir mal einen Ausflug hierher gemacht, allerdings gab es damals nur den Erdwall zu besichtigen, den ich damals eher nichts-sagend fand. Da ist es jetzt viel anschaulicher.
Nach der Wanderung machen wir noch einen Abstecher nach Eckernförde sind aber eher enttäuscht, was vielleicht auch dem Wetter geschuldet ist. Mittlerweile ist es sehr grau, windig und kalt. So windig und kalt, dass ich aufs Schwimmen verzichte.