6. Tag: Schluchtenwanderung

6. Tag: Schluchtenwanderung

Für den letzten Klettersteig-Tag hatten wir uns eine recht einfache, dafür längere Tour ausgesucht: die Ferrata Burrone Giovanelli, 750 Hm ca. 4 Std.

Drei sehr luftige , lange Leitern markierten gleich den Einstieg. Damit hatten wir aber dann auch schon die schwerste Stelle hinter uns, etwas Wackelnknie hatte ich aber trotzdem erstmal. Dann ging es steil den Berg hinauf in einfachem Gelände.

Wunderschön breiteten sich die Weinreben unter uns im Tal aus und schon bald standen wir vor dem Einstieg zur Schlucht. Ein kurzer Aufschwung und WOW! Man konnte sich gar nicht entscheiden wohin zuerst gucken. Links und rechts ragten die Wände zum Himmel, die Schlucht wurde immer schmaler und ließ nur einen kleinen Spalt blauen Himmels sichtbar. Ehrfürchtig wanderten wir die enge Schlucht hoch.

Nach einiger Zeit rasteten wir in der Nähe eines hohen Wasserfalls. Gestärkt überwanden wir das letzte Stück der Schlucht, die nun immer breiter und grüner wurde und standen bald am Ausgang.

Der Weg zurück führte über einen extrem steilen (40% Gefälle) Fahrweg zurück zum Auto. Dann noch ein Cafe-Stop in Mezzocorona vor der hübschen Kirche und zurück nach Arco für ein letztes leckeres Abendessen bei Antica Corte.

5. Tag: Erholungs-Ferrata

5. Tag: Erholungs-Ferrata

Nachdem die gestrige Ferrata meine Nerven etwas strapaziert hatte, wollten wir es diesmal ruhiger angehen lassen. So handelt es sich bei der Ferrata Sasse eher um eine seilversicherte Wanderung als einen Klettersteig.

Abwechselnd durch Wald und Fels und immer nahe der Wasserlinie des Lago di Idro verlief der Weg dann auch ohne Schwierigkeiten. Um so überraschender war dann der Ausstieg: eine senkrechte Verschneidung von 10-15 m Höhe. Eigentlich gab es ausreichend Tritte und Griffe, allerdings war der Fels sehr bröselig. Plötzlich löste sich unter meinem Griff ein recht großes Felsstück und polterte mit viel Geschepper die Wand hinunter, um mit einem ordentlichen Platschen in den See zu plumpsten. Hat mich etwas erschreckt, weiter ist zum Glück nichts passiert, ich war aber heilfroh, dass niemand unter mir gewesen war. Der Kletterhelm und die Steinschlaggefahr-Schilder bekamen jedenfalls eine völlig neue Bedeutung.

Zurück ging es über den Sentiero Contrabbandieri. Ein recht schmaler Pfad ein ganzes Stück oberhalb des Klettersteiges, dem hin und wieder auch ein Seil spendiert wurde.

Café und Arranciata wurden dann auf dem Rückweg auf einer sehr schönen Hotelterrasse mit Blick auf den knallblauen Lago di Ledro genossen.

Insgesamt ein sehr schöner Tag – auch wenn der Klettersteig etwas anspruchsvoller hätte sein dürfen.

4. Tag: Kunstvoller Aufstieg

4. Tag: Kunstvoller Aufstieg

Heute ging es zur Ferrata Artpinistico delle Niere, einem Klettersteig auf dem man einige Kunstwerke bewundern kann – wenn denn die Aufmerksamkeit dafür reicht. Der Einstufung nach auch der schwierigste der bisherigen Klettersteige – C.

Erstmal haben wir uns allerdings verlaufen. Statt direkt beim Parkplatz in den Klettersteig einzusteigen, sind wir durch den Wald geirrt und haben auf italienische Beschilderungen geschimpft. Irgendwann bemerkten wir allerdings unseren Fehler und haben den Einstieg dann doch gefunden.

Die ersten Meter waren gleich deutlich kletterlastiger als die vorherigen Touren. Nach einigen Höhenmetern wurde der Weg immer ausgesetzter. Wir erreichten die schwierigste Stelle: ein 15 Meter senkrechter Aufstieg, eingestuft als C, mit ordentlich Tiefblick. Nach einigen Diskussionen war die Entscheidung getroffen – ich kehrte um, Björn kletterte weiter und wir trafen uns nach der Schlüsselstelle wieder (die ließ sich zum Glück umgehen).

Wieder vereint ging es weiter den Berg hinauf. Das Terrain blieb ausgesetzt (so ausgesetzt, dass ich mich doch einige Male sehr zusammen reißen musste). Immer wieder galt es luftige Bänder zu queren. Irgendwann dann der höchste Punkt. Fotos, kurze Pause und ein Fluchen: da wo ein Draht wirklich mal sinnvoll gewesen wäre, gab es natürlich keine Sicherung!

Ausgesetzt aber weiterhin schön ging es nun den Berg wieder hinunter. Die nächste Schlüsselstelle, ein C Abstieg, meisterte ich diesmal problemlos. Nichtsdestotrotz hat mich dieser Klettersteig einige Nerven gekostet… Auf dem Parkplatz dann endlich das wohlverdiente Focaccia. Gesättigt, noch voller Adrenalin und unbelehrbar wie immer entstand der Plan noch schnell die Mini Ferrata Ballino – Cascata Rio Ruzza beim Lago di Tenno zu machen. Natürlich verliefen wir uns erstmal wieder und als wir nach einer gefühlten Ewigkeit endlich vor dem Wasserfall standen, war die Luft raus. Ich hatte keine Lust mehr, war todmüde und hungrig. Björn stieg noch schnell in den kurzen senkrechten Steig ein. Nach wenigen Minuten war der Kessel erreicht und der Steig auch schon zu Ende. Einige Fotos und schnell zurück nach Arco. Wir wollten endlich duschen und hatten einen Bärenhunger. So standen wir auch pünktlich zur abendlichen Öffnungszeit bei der Pizzeria auf der Matte.

3. Tag: Cima Rocca Klettersteig-Runde

3. Tag: Cima Rocca Klettersteig-Runde

Heute sollte es die Cima Rocca Runde werden – bestehend aus drei miteinander verbundenen Klettersteigen: Via Ferrata F. Susati, Via Ferrata M. Foletti und Sentiero dei Camminamenti, insgesamt rund 850 Höhenmeter, Dauer ca. 6 Std.

Nach etwa 1,5 Std. Zustieg beim dem hin und wieder schon die Hände zur Hilfe kamen, seilten wir uns an. Nun ging es zügig in leichter Kraxelei den Berg hinauf. Schon bald machten wir eine kurze Rast auf der Cima Cape und genossen den Tiefblick auf den Gardasee.

Weiter über einen Grad, danach die Bergflanke querend über zwei Platten und dann ein Stück abwärts gelangten wir zum Bivacco Arcione. Bis hierher war ich auch schon letztes Jahr gekommen, allerdings waren wir damals wesentlich später dran und stiegen vom Bivacco nach Biacesa ab.

Heute waren wir gut in der Zeit. Wir hatten den Klettersteig bisher fast für uns alleine gehabt, nun trafen wir allerdings gleich auf mehrere (größere) Gruppen.

Das letzte Stück ist insbesondere bei Gruppen mit Kindern sehr beliebt, da der Weg zum Cima Rocca durch mehrere zum Teil lange und verschachtelte Tunnel aus dem ersten Weltkrieg führt, zu deren Begehung man ganz abenteuerlich Stirn-/Taschenlampen braucht. Der dazugehörige Klettersteig ist allerdings noch leichter als die ersten beiden und wir verzichteten immer häufiger darauf uns einzuklinken.

Leider hat Björn seine Kamera bei dem Versuch ein Ausstiegsfoto aus dem Tunnel zu machen die Leiter hinunter geworfen – zum Glück hatte ich meinen Helm auf 😉 Nein, getroffen hat die Kamera mich nicht, aber leider ist ihr der Sturz nicht gut bekommen. Zumindest das Display ist kaputt 🙁

Die Tunnel waren wirklich sehr beeindruckend und ohne Wegmarkierungen hätten wir uns in dem Tunnelgewirr problemlos verlaufen können.

Hinunter ging es dann flott über eine geteerte Strasse und es gab auch wie im letzten Jahr wieder Käsekuchen im netten Cafe in Biacesa. Danach noch ein kurzer Abstecher zum Lago di Ledro. Zum Baden war mir das Wasser aber doch zu kalt und so reichte es die Füsse hineinzuhalten.

2. Tag: Was tun bei Regen?

2. Tag: Was tun bei Regen?

Für heute war Regen angesagt und das schien sich auch zu bewahrheiten. Nachts hatte er zumindest schon ziemlich auf die Dachfenster unseres Zimmers getrommelt. Die im Zimmer befindliche Touribroschüre zum Gardasee hatte unter anderem die Rubrik „Was tun bei Regen“. Mein Favorit, das Mart Kunstmuseum ist Montags leider geschlossen, aber es fanden sich zum Glück noch andere Anregungen. So brachen wir nach einem guten Frühstück zur Cascata di Varone auf. Vor etwa 12 Jahren waren wir schon mal hier, konnten uns aber beide nicht mehr so recht erinnern, der Anblick ist tatsächlich sehr beeindruckend. 100 Meter stürzt das Wasser eine enge Schlucht hinab und macht ordenlich Wassernebel und Lärm. Nass (allerdins nur vom Wasserfall, es war ansonsten bisher trocken geblieben) und zufrieden verließen wir vor dem Ansturm der ersten Touristenbusse die schöne Anlage.

Weiter zum Lago di Tenno, der sich in einem fantastischen Blau präsentierte. Da es noch immer nicht regnete, beschlossen wir den kleinen See einmal zu umrunden.

Auf dem Rückweg nach Arco hielten wir noch kurz in Canale di Tenno, einem mittelalterlichen Ort und angeblich eines der schönsten Dörfer Italiens, der uns mit seinen engen und verwinkelten Gassen faszinierte. Am Ende unseres Dorfspazierganges fing es tatsächlich an zu regnen und hörte bis zum Abend auch nicht mehr auf, aber in Arco gibt es derartig viele Outdoor- uns Sportgeschäfte, dass ein Nachmittag recht schnell vergehen kann…

1. Tag: Klettersteige am Gardasee reloaded

1. Tag: Klettersteige am Gardasee reloaded

Nachdem ich im letzten Herbst meinen Gefallen an Klettersteigen gefunden hatte, steht diesen Herbst eine Wiederholung ohne Schissertrupp dafür mit Björn an.

Es hatte zwar länger gedauert als erwartet, aber gegen 15 Uhr waren wir am Sonntag endlich in Arco angekommen. Das Hotel liegt perfekt am Rande der Fußgängerzone. Einchecken, Umziehen und dann schnell los zum ersten Klettersteig denn morgen soll es regnen.

Ein kurzer Fußmarsch durch Arco, vorbei an einigen Kletterwänden und schon standen wir am Anstieg unserer ersten Via Ferrata, dem Collodri. Ursprünglich wollten wir zum Rio Salagoni Klettersteig in Drena, aber da wir so spät dran waren, hatten wir uns stattdessen für den Hausberg von Arco entschieden. War auch die bessere Wahl, denn im Nachhinein stellte sich heraus, dass der Rio Salagoni zur Zeit gesperrt ist. Die darüber liegende Außenmauer der Burg ist einsturzgefährdet und eine Burgmauer möchte ich lieber nicht auf den Kopf bekommen…

Ohne Schwierigkeiten folgten wir dem leichten Weg den Berg hinauf. Ich kannte ihn ja eh schon und für Björn natürlich gar kein Problem. Das Klettersteigset wäre vielleicht nicht unbedingt nötig gewesen, aber so hatten wir es zumindest schon mal ausprobiert;-)

Nach weniger als einer Stunde erreichten wir den Ausstieg wo uns einige Ziegen begrüßten. Sie standen sehr pittoresk auf dem Hochplateau mit Blick auf Burg und Gardasee, stanken aber ganz schön nach „Ziege“. Noch ein kleiner Abstecher zum Gipfelkreuz des Collodri und dann zurück nach Arco.

Für heute stand die zum Hotel gehörende Pizzeria auf dem Plan. Wir hatten Glück und bekamen noch einen Platz, denn sie scheint sich äußerster Beliebtheit zu erfreuen und es ging zu wie in einem Bienenstock. Noch ein kurzer Spaziergang durchs nächtliche Arco und dann rief auch schon das Bett 😉

Ein letztes Mal der Kiilopää

Ein letztes Mal der Kiilopää

Am letzten Tag noch einmal strahlender Sonnenschein und nahezu kein Wölkchen am Himmel. Wir beschlossen ein letztes Mal auf den Kiilopää zu fahren – zum einen ist  die Landschaft dort oben wirklich wunderschön, zum anderen wird der Aufstieg mit einer langen Abfahrt belohnt. An deren Ende liegt praktischerweise die bewirtschaftete Fjell-Hütte Luulampi, wo wir uns mit Kakao und Kringeli am knisternden Kaminfeuer stärken konnten bevor wir die Abfahrt wieder rauf liefen.

War eine ordentliche Schinderei, dauerte etwa 1 Stunde und die dann folgende 2. Abfahrt des Tages brachte uns in weniger als 15 Minuten zurück zum Fjell-Center. Der perfekte letzte Tag in Lappland. Einziger Wehmutstropfen – es ist uns nicht einmal gelungen ein Polarlicht zu sehen. Es war abends dann wohl doch immer zu bewölkt (oder wir nicht engagiert genug uns die ganze Nacht im Freien aufzuhalten …). Vielleicht beim nächsten Mal 😉

Urlaubsliteratur

Off the track

Off the track

Björn hatte sich zwischenzeitlich eine Erkältung eingefangen und wollte sich mal ein wenig schonen und den Tag in der Hütte verbringen. Mich lockte das schöne Wetter jedoch nach draußen und ich machte eine kurze Runde Richtung Niilanpää. Laut Karte sollte es sich bei einem Teil des Weges um Naturloipen (nicht mit dem Loipengerät gespurt) handeln. So war ich dann doch etwas irritiert als sich die erste Naturloipe als Schneemobilpiste entpuppte auf der mir auch gleich drei von den Dingern mit Vollgas entgegen kamen. Außerdem schien sich gerade halb Finnland auf die gleiche Loipe begeben zu haben. Es war Rushhour. Die Landschaft war trotzdem recht schön und nach 2,5 km bog ich schon auf die zweite Naturloipe ab, die ihrem Namen alle Ehre machte. Es war eine einfache Spur, schön durch die leicht hügelige Landschaft und den Wald gezogen, ich war ganz allein unterwegs und konnte die Natur in vollen Zügen genießen. Weit und breit kein Schneemobil zu sehen oder zu hören.

Das Fjell-Center bzw. seine Guides bieten ein kostenloses Wochenprogramm mit Skikurs, Skitouren verschiedener Länge, Schneeschuhwanderungen, Fatbike fahren etc. an. So wollte ich am Nachmittag die Gelegenheit nutzen und eine solche Tour mitmachen. Im Programm hieß es: „13.00-15.00 Guided relaxing skiing trip into Urho Kekkonen nationalpark 5 km“ – klang doch ganz entspannt. Aber wie immer kam es anders als gedacht. Der Guide (auf finnisch Opa – lustigerweise war er auch schon einen tacken älter) hatte morgens schon gesagt, wenn sich keine Anfänger anmelden, könnten wir auch eine Skitour querfeldein machen, die dann bis ca. 16.00 Uhr dauern würde. Dem war dann so. Ich lieh mir beim Verleihservice noch Backcountry-Ski. Die sind etwas breiter, schwerer und wesentlich robuster als normale Langlaufski und haben Stahlkanten und auch die Stöcke haben wesentlich größere Teller für tiefen Schnee. Wir waren eine sehr überschaubare Gruppe von 5 Leuten (inkl. Guide), die sich da auf den Weg machte. Zuerst ging es eine Weile paralell zur gepurten Loipe zum Kiilopää hinauf, um diesen dann querfeldein zu umrunden.

Da oben war es zwar ganz schön windig, aber das Panorama ist unglaublich. Eine riesige weiße Fläche breitete sich vor uns aus und unter uns meilenweit die bewaldeten Hügel Lapplands. Ich konnte von hier oben sogar meine Loipe von heute Vormittag sehen. In einer Vertiefung zwischen Kiilopää und Niilanpää ging es dann hinunter. Im Tiefschnee abwärts fahren war allerdings schwieriger als erwartet und meine geplanten schönen großen Bögen zum Bremsen anstatt von  „Schredderpflug“ endeten dann doch mehrmals in einer Schneelandung – aber Spaß gemacht hat es!

Unten angekommen ging es wieder mehr oder weniger paralell zur gespurten Loipe und am Ende ein Stück querfeldein zur Luulampi Fjell-Hütte. Diese Hütte ist bewirtschaftet und man kann heiße Getränke und diverse Süßwaren bekommen. Außerdem ist es muckelig warm, da es sowohl einen großen offenen Kamin in der Mitte der Hütte, als auch einen vollbeheizten, gußeisernen Kanonenofen gibt. Eine kleine Pause tat ganz gut, Kakao und Kringeli füllten die Speicher wieder auf und wir konnten uns wenig später auf den Rückweg machen. Diesmal ging es hinter der Hütte direkt den Berg hinauf. Wo es zu steil wurde, verlegte sich der Guide auf große Serpentinen und die eine oder andere Spitzkehre. Mittlerweile war jedoch auch klar, dass wir unseren Zeitplan im Leben nicht einhalten würden. Der Weg zog sich noch recht steil dahin bis wir oben auf dem Ahopäät und damit auf dem 3. Fjell ankamen. Auch hier wieder ein beeindruckendes Panorama und eine lange Abfahrt im Tiefschnee (diesmal nur mit einer Schneelandung).  Ziemlich erschöpft, aber sehr glücklich waren wir mit 1 1/2 Std. Verlängerung / Verspätung wieder zurück beim Fjell-Center. Björn hatte zum Glück schon die Sauna eingeheizt, so dass ich nur noch die Klamotten von mir werfen musste und meine müden Glieder in der Wärme entspannen konnte. Was für ein grandioser Tag 🙂

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Wo der Weihnachtsmann wohnt

Wo der Weihnachtsmann wohnt

Am Donnerstag ging es mit den Langlaufskiern nach Kakslauttanen, wo laut örtlicher Touri-Zeitung der Weihnachtsmann lebt und sich vor Weihnachten auch besuchen lässt… Außerdem gibt es dort sogenannte Aurora-Iglus zu mieten – Glasiglus aus denen sich bequem vom Bett aus und ohne zu frieren die Aurora Borealis / Polarlichter beobachten lassen (allerdings auch etwas hochpreisiger als unsere Hütte). Das Wetter zeigte sich mal wieder von einer freundlichen Seite. Sonne und milde Minus-Temperaturen. Ein kurzer Stop im Cafe in Tievatupa kurz vor Kakslauttanen bestätigte unseren Verdacht, dass Jugendherbergs-Charme in Finnland state-of-the-art ist. Aber der Kaffee war gut. Durch Kakslauttanen sind wir dann schnell durchgesaust, für unseren Geschmack zu künstlich und zu touristisch. Aber jetzt wissen wir zumindest wie Finnen ihre Hochzeitfotos arrangieren – im tiefen Schnee vor imposanter Blockhütte. Wir hoffen nur, dass die Braut unter ihrem tief dekoltiertem Hochzeitskleid, irgendwo ihre Thermounterwäsche versteckt hatte, ansonsten dürfte es recht kalt geworden sein 😉

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Kiilopää

Kiilopää

Am Dienstag früh war es düster. Dunkle Wolken am Himmel und zunächst leichter Schneefall, der im Laufe des Tages immer stärker wurde. Unser Ziel war eine nahegelegene Hochebene – das Ahopäät Fjell. Sobald wir aus dem Schutz der Bäume fuhren wurde der Wind bissig. Wie kleine Nadelstiche jagte er die Schneeflocken in unsere Gesichter und in die Loipe, die schon bald nur noch zu erahnen war. Leider wurde auch die hart erarbeitete Abfahrt durch den Neuschnee deutlich abgebremst. Trotzdem ein schöner Ausflug.

Björn war allerdings noch nicht ausgelastet und hat unsere gestrige 10 km Tour noch drangehängt (und brauchte nur die Hälfte unserer gestrigen Zeit… Immerhin beklagte er sich hinterher über schmerzende Muskeln 😉 ). Ob des miesen Wetters sind wir dann tatsächlich direkt nach der Sauna um 17:00 (!) zum Essen gegangen. So kann ein Abend recht lang werden….

Am Mittwoch wollten wir über das Kiilopää Fjell fahren. Mit 546 m ist der Kiilopää die höchste Erhebung hier in der Gegend. Die Loipe führt zwar nicht ganz auf den Gipfel doch es galt einige Höhenmeter zu überwinden. Nach einer ganzen Weile bergauf tat sich vor uns eine riesige, weisse Fläche fast ohne Bäume und nur mit dezenten Konturen auf.

Diese imposante Weite ließ uns den langen Anstieg fast vergessen und eh wir uns versahen konnten wir eine wunderbare lange Abfahrt hinunter sausen. Herrlich! Wir entschieden uns die Tour zu verlängern und weiter das Fjell zu umrunden. Unterwegs legten wir in einer Fjellhütte in Rumakuru eine kurze Rast ein. Das sind kleine Blockhütten mit Ofen, Tisch und Sitzgelegenheiten, die als Rastmöglichkeit und bei schlechtem Wetter auch als Notunterkunft dienen. 19 km später waren wir müde und sehr zufrieden wieder zurück.

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Lappland

Lappland

Mit dem Flugzeug ging es von Helsinki weiter nach Ivalo. Unterwegs konnten wir einen Blick auf den nördlichsten Zipfel der vereisten Ostsee erhaschen. Beim Landeanflug war unter uns dann alles weiss. Weite verschneite Wälder, wunderschön. Auch der Flughafen war komplett verschneit, nur Start- und Landebahn waren frei. Mit dem Bus ging es dann zum Fjell-Center Kiilopää. Dafür, das die Strassen hier komplett vereist sind, war der Busfahrer schnell unterwegs, aber er wird Schnee und Eis wohl gewohnt sein…

Angekommen luden wir unsere Sachen in unserer Hütte ab und standen kurze Zeit später zum ersten Mal auf der Loipe – nur eine kurze Runde und dann gab es Abendbrot.

Das Fjell-Center besteht aus einem Hauptgebäude und einer ganzen Reihe von Blockhütten verschiedener Größe in denen die Gäste untergebracht sind und liegt direkt am Urho-Kekkonen-Nationalpark. Unsere Hütte hat einen Wohn-/Schlafraum mit kleiner Küchenzeile und Kaminofen, Bad und eigener kleiner Sauna. Ganz gemütlich 🙂 Zum Frühstück und Abendessen geht man immer ins Haupthaus. Das wiederum versprüht ein ausgeprägtes Jugendherbergsflair, aber das Essen ist ganz lecker und besser als erwartet.

Der nächste Tag erwartete uns mit strahlendem Sonnenschein und einer morgendlichen Temperatur von -20 Grad. Das war mal knackig. Zum Glück wurde es nach dem Frühstück bald wärmer und in der Loipe fühlte es sich auch gar nicht mehr so kalt an.

Wir waren früh unterwegs und hatten die erste Stunde den Weg ganz für uns. Strahlend blauer Himmel, glitzernde Schneefelder, Bäume voller Eiskristalle und eine frisch gespurte Loipe. Alles perfekt. Die erste Runde: rund 10 km, knapp über 2 Stunde. Björn startete später noch zu einer zweiten Runde auf den Ahopäät. Ich für meinen Teil blieb lieber in der Hütte ein wenig die Hüfte schonen… Danach rumhängen, Sauna, Kaminofen einheizen und den Schnee bewundern. So muss Urlaub sein.

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Moi Helsinki

Moi Helsinki

Wir wollten noch mal Langlaufskilaufen dieses Jahr und so hat es uns in den hohen Norden verschlagen. Vor dem Sport standen aber erstmal 2 Tage Helsinki auf dem Programm.

Nach dem Einchecken im Hotel (bzw. nachdem wir endlich einen Zugang dazu gefunden hatten – bei dem Zugang handelte es sich um einen unscheinbaren Fahrstuhl aus dem Erdgeschoss des Einkaufzentrums, welcher wiederum nur mit einer Zimmerkarte oder über eine Klingel für die Rezeption gerufen werden konnte. Schade nur, wenn man noch keine Zimmerkarte hat und die Rezeption nicht auf die Klingel reagiert… Zu unserem Glück kam aber jemand mit Zimmerkarte.)

Nach dem Check-in sind wir sofort losgezogen Richtung Hafen. Erste Beobachtung: Helsinki ist klein. Schon am ersten Abend haben wir das meiste gesehen, was der typische Reiseführer so vorschlägt: Helsinki Kathedrale und Senatsplatz, Tori Viertel, Uspenski Kathedrale, Marktplatz und alte Markthalle, die Esplanaden und div. Jugendstilgebäude… Insgesamt ist Helsinki sehr ruhig, ein wenig wie Bremen – nur kälter, wobei die Bebauung der Innenstadt eher Berlin oder Wien ähnelt.

Zweite Beobachtung: es gibt viele spannende Restaurants unterschiedlichster Herkunft und unglaublich bzw. ins Auge stechend viele Nepalesische. Die Erklärung hierfür las ich abends dann prompt in meiner ‚Gebrauchsanweisung für Finnland‚. Die Restaurants gehören alle zu einer einzigen, weitverzweigten (und wohl auch geschäftstüchtigen) Familie aus Nepal. Wir haben uns allerdings eher an die lokalen Fischläden und Cafes gehalten und waren sehr zufrieden.

Am zweiten Tag haben wir uns Temppeliaukio – den Felsendom angesehen. Sehr schick. Direkt in einen Granitfelsen gebaut. Von außen unscheinbar, aber mit einer wunderbaren Innenatmosphäre. Nachdem wir das Rätsel einen Straßenbahnfahrschein zu kaufen gelöst hatten – seit Februar 2018 können diese nicht mehr in der Straßenbahn beim Fahrer gekauft werden, stattdessen können mobile Tickets an jedem Parkscheinautomaten erstanden werden, bezahlt wird per Kreditkarte – verlegten wir uns aufs Straßenbahn fahren und besuchten das Kapelli und das Ekbert zwei der ältesten Cafes Helsinkis. Die Finnen sind angeblich die größten Kaffeetrinker der Welt und Kuchen und süße Teilchen können sie auch ganz gut herstellen (man darf sich nur nicht am Preis stossen…)

Zum Abendessen besuchten wir ein finnisches Restaurant. Neben verschiedenen Zubereitungsformen von Lachs und Hering, gab es geschnetzeltes Rentier, Elchlasagne und etwas, das an Labskaus erinnerte und auch mit rote Beete gegessen wurde. Das war wohl ‚Vorschmack‘ – Durchgedrehtes aus Lammhack, Anchovis und Zwiebeln und kommt ursprünglich aus der osteuropäisch-jüdischen Küche. Sehr zu Björns Verwunderung, fand ich es echt lecker.

Schneeschuhwandern in den Tuxer Alpen

Schneeschuhwandern in den Tuxer Alpen

Dieses Jahr sind wir vor dem Silvestertrubel in die Alpen geflohen: Schneeschuhwandern mit dem DAV Summit auf der Meissner Hütte in der Nähe von Innsbruck.

Den ersten Dämpfer gab es leider schon vor der Abreise: Tinas Hüfte begann 1 Tag vor der Abreise zu schmerzen. In der Hoffnung dass sich die Schmerzen schon wieder legen, brachen wir auf und mussten in München erstmal zum ärztlichen Notdienst da die lange Anreise alles nur noch schlimmer gemacht hatte. Diagnose: Schleimbeutelentzündung in der Hüfte. F@&ck.

Darauf spekulierend, dass die Medikamente schon wirken werden und wir jetzt auch nicht einfach abbrechen wollten, ging es am nächsten Tag über Insbruck nach Ellbögen wo wir gemeinsam mit den anderen Teilnehmer_innen zur Hütte aufstiegen.

Das Gepäck wurde auf ein Schneemobil gepackt und wir wanderten durch tief verschneite Landschaft zur Hütte. Endlich Schnee, viel Schnee.

Das Meissner Haus ist eine schön gelegene, gemütliche alte Hütte mit Kachelöfen aus Meissner Porzellan auf 1720 m Höhe. Zu unserem Zeitpunkt allerdings ziemlich voll (vor allem mit Kindern), dürfte aber über Silvester wohl auch nicht anders zu erwarten gewesen sein.
Abends gab es noch eine kleine Einführung in Lawinenkunde und ins LVS-Gerät (Lawinenverschüttetensuchgerät) von Herrmann unseren Bergführer. Bei dem schienen wir in guten Händen zu sein.

Am nächsten Morgen ging es bei wunderschönem Sonnenschein zum ersten Gipfel – dem Morgenkogel (2607m). 900 Höhenmetern, knapp 7 Stunden Gehzeit. Landschaftlich ein Traum. Für mich aber so ziemlich das Anstrengendste, was ich je gemacht habe. Meine Beine fühlten sich an wie Blei und auf dem letzten Stück zum Gipfel musste ich alle 5 Schritte japsend stehen bleiben und nach Luft ringen. Einziger Trost, ich war nicht die Einzige der das so ging. Hinunter war dann zuerst ganz spassig. Da sich mit den Schneeschuhen wunderbar durch den Tiefschnee hinabstapfen ließ. Nach einer Weile machte sich die Hüfte aber immer mehr bemerkbar und zum Schluss dachte ich nur noch: „Wenn ich noch einmal hinfalles, bleibe ich einfach im Schnee liegen und steh nie wieder auf!“ Zum Meissner Haus habe ich es aber doch noch zurück geschafft. Nach einer Weile hatte ich mich auch wieder soweit berappelt, dass ich es sogar geschaft habe den Jahreswechsel wach zu erleben. Raketen ins so einem verschneiten Talkessel machen ja ordentlich was her. Sowohl akkustisch, als auch visuell. Das ganze wurde dann noch von einem nahezu vollem Mond bestrahlt, der von einem perfekten Wolkenkreis umrahmt wurde.

Die erste Wanderung hatte jedoch ihre Folgen. Die Hüfte tat trotz Schmerzmittel die ganze Zeit weh und ich blieb am nächsten Tag in der Hütte.

Am zweiten Tag war der Glungezer (2677m) das Ziel. Wie schon am Tag zuvor sah der Lawinenlagebericht nicht so toll aus: Stufe 3 Tendenz 4. Und tatsächlich mussten wir knapp unter dem Gipfel aufgeben. Um so schöner war der Abstieg in gerader Linie durch den Tiefschnee zurück zur Hütte.

Um die Zeit bis zum Abendessen zu überbrücken übten wir eine Weile mit den Lawinen Suchgeräten. Eine Gruppe verstecke Rucksäcke mit Pieps im tiefen Schnee, die andere hatte 15 Minuten Zeit (die Zeit die man auch für das Auffinden eines Verschütteten hätte) die Rücksäcke zu finden.

Da sich zu den Hüftschmerzen auch noch Kopfschmerzen und Hüttenkoller gesellten brach Tina am nächsten Morgen nach Holzkirchen zu Freunden auf. (So kam ich noch zu einer Fahrt mit dem Schneemobil hinunter nach Ellbögen. Anbetracht des Fahrstils und der Geschwindigkeit mit der der Fahrer dort hinunter bretterte durchaus ein Erlebnis…)

Ohne Tina brach unsere Gruppe zur letzten Wanderung auf. Unser eigentliches Ziel die Kreuzspitze war wegen der Lawinengefahr für den nächsten Tag keine Option.

Wir fassten stattdessen die Viggarspitze (2306m) ins Auge, verpassten den eigentlichen Aufstieg und kämpften uns stattdessen eine steige Flanke auf den Gipfel hinauf. Heftiger, eisiger Wind vertrieb uns schnell wieder vom Gipfel. Wie am Tag zuvor wurden wir mit einem raschen Abstieg im Tiefschnee belohnt.

Nun endete auch mein Urlaub. Am nächsten Tag ging es mit dem Schlitten zurück ins Tal zu den Autos.

In Holzkirchen gabs noch ein wenig Brauchtum beim Perchtenlauf zu bewundern.

Klettersteige am Gardasee

Klettersteige am Gardasee

Eigentlich hatte der Klettersteigkurs schon im Sommer statt finden sollen, musste aber kurzfristig auf den Oktober verschoben werden und nun war es endlich soweit. Vom Flughafen brachte mich Chrissie bei Kathrin (mit ihr war ich letzten Herbst auf der Faneshütte und im Sommer auf der Kampenwand) vorbei und wir fuhren nahtlos zum Gardasee weiter. Abends gab es noch eine schnelle Pizza mit Achim (unserem Klettersteigführer) und Anna (mit ihr war ich im Sommer auf dem Schinder) in Arco und dann fiel ich auch schon müde ins Bett. War ja auch ein langer Tag gewesen. Morgens noch in Olhao, abends schon in Arco… Nach dem Frühstück ging es dann frisch gestärkt zum ersten Klettersteig am Colodri. Ein wenig Schiss hatte ich ja schon. War ja schließlich mein erster Klettersteig (Anna und Kathrin hatten schon welche im Frühjahr gemacht). Aber wir sind ja auch ein ‚Schisserkurs‘ wie Anna immer sagt, also gehört das wohl dazu 😉 Ich bekam von Achim noch eine kurze Einführung und schon ging es los. Zwischendurch gab es schöne – wie Björn immer sagt – „Tiefblicke“ und ich hatte leichte Wackelknie, aber insgesamt alles halbe Höhe und es machte total Spaß. Oben abgekommen wollte ich gleich den nächsten machen 🙂

Aber erst einmal ging es auf der Rückseite des Colodri den Fußweg unterhalb der Burg hinab nach Arco, wo wir eine Pause mit leckerem Espresso bei schönstem Sonnenschein machten. Am Nachmittag fuhren wir dann nach Dro zum Rio Sallagoni Klettersteig. Der führt durch eine Schlucht und war auch gleich etwas anspruchsvoller. Der erste Teil (der leicht überhängend war) hat mich dann auch ein paar Nerven gekostet, aber geschafft haben wir ihn trotzdem ganz gut. Allerdings war ich danach ziemlich platt.

Auf dem Weg nach unten bin ich auch prompt auf dem losen Schotter ausgerutscht und habe meinen Knöchel umgeknickt. Scheine gerade etwas unfallgefährdet zu sein… Aber auch das ist gerade nochmal gut gegangen und ließ sich mit etwas Diclofenacsalbe beheben. Abends gab es wieder Pizza, diesmal im Ai Conti, was sich in einem uralten Gebäude mit imposanter Deckenbemalung befindet. Speisen mit Stil 😉
Am nächsten Tag ging es nach Biecesa zum Klettersteig auf den Cima Capi. Einer der wegen seiner schönen Aussicht beliebtesten Klettersteige an Gardasee. Ob des schönen Wetters war er auch heute gut besucht (im Sommer muss er allerdings die Hölle sein. Da dürfte man da im Stau stehen). Als das Getümmel am Einstieg erstmal überwunden war, war es der pure Genuss.

Wieder Unten konnten wir im netten Cafe La Grotte noch die Sonne genießen und Abends gab es dann wieder Pizza. Der letzte Tag brach an. Heute stand ein Klettersteig am Monte Baldo (auf der anderen Seeseite), der Gerardo Sega, auf dem Programm. Anna machte sich schon seit dem Vortag Sorgen, aber Achim behauptete steif und fest der Klettersteig wäre nicht schlimmer / schwieriger, als die der vorherigen Tage (allerdings vergaß er zu erwähnen, dass er WESENTLICH ausgesetzter und länger ist, als alle anderen). Hätte ich vorher gewusst, was da auf mich zu kommt, hätte ich es wohl nicht gemacht… Die erste Hälfte bestand hauptsächlich aus all den Sachen, die ich beim Wandern hasse. Aber von Vorne: der Einstieg bestand aus einer 8 m hohen Leiter, die senkrecht eine Felswand hinauf ging. War zu schaffen, aber als Einstieg für mich auch nicht gerade entspannt. Kaum oben angekommen, ging es auf einem 1-2 Fuß breiten Sims in beeindruckender Höhe an einer Felswand entlang (heißt es ging links von mir richtig in die Tiefe und meine Knie haben gezittert wie nichts Gutes).

Nach der ersten Kurve wurde der Sims etwas breiter, dafür kamen nun noch Büsche hinzu, über die man die Sicherungen des Klettersteigsets schleifen musste. Das hinaufklettern in einer Rinne sorgte für ein wenig Entspannung bzw. Befreiung von den ewigen „Tiefblicken“, dafür musste man kurze Zeit später auf einem schmalen Pfad einen steilen Grashang queren und zwar ohne Sicherungsmöglichkeit. Auch nicht nach meinem Gusto… Gesichert ging es dann wieder auf dem Sims weiter, einmal sogar etwas überhängend um eine Ecke, um dann ungesichert auf einem breiteren Sims durch einen schwer beeindruckenden Felsendom zu führen. Die Szenerie war unglaublich imposant und das trotz schwitziger Hände und Wackelknie. Am Ende des Sims gelangten wir an einen bewaldeten Rücken, wo wir eine kleine Pause einlegten (die war auch nötig, nach dem ganzen Gezittere brauchte ich dringend etwas Nervennahrung). Danach ging es für meinen Geschmack etwas entspannter weiter. Technisch war es zwar eigentlich schwerer, da nun viel geklettert werden musste, aber es war nicht mehr ganz so ausgesetzt. Einen Anflug von Panik bekam ich nur noch einmal, als Anna Achim mitteilte, dass sie keine Kraft mehr hätte und wie weit es noch wäre, damit sie sie sich einteilen könne. Achim war scheinbar auch schon etwas angespannt und antwortete nur, was sie sich denn da noch einteilen wolle, wenn sie eh nicht mehr könne. Da beide direkt über mir waren, sah ich Anna schon auf Achim fallen und mir beide auf den Kopf purzeln. Also Augen zu und durch. Hat Anna zum Glück auch gemacht und da es tatsächlich die Ausstiegswand wa, war es auch bald vorbei. Noch ein letzter Spreizschritt und wir waren auf dem Plateau und der Gerardo Sega war erfolgreich beendet. Was für eine grandiose Tour. Im Leben hätte ich nicht gedacht, dass ich mich jemals so etwas trauen würde!

Durch schönste Herbstlandschaft ging es dann zurück zum Auto. Noch eine Einkehr im Albergo Albino, diesmal mit Pasta statt Pizza und dann ging es zurück nach München. Am nächsten Morgen brachte mich die Deutsche Bahn ausnahmsweise mal völlig komplikationslos zurück in die norddeutsche Tiefebene. Eines ist sicher, es werden nicht meine letzten Klettersteige gewesen sein und eine Weihnachtgeschenkidee für den Göttergatten habe ich schon 😉

Sonne, Sand und Meer – Portugal

Sonne, Sand und Meer – Portugal

Ganz untypisch für uns ging es in den Herbstferien mal nicht in die Berge, sondern zum Familienurlaub mit dem Bruder + Familie nach Portugal. Das stellte sich als gute Entscheidung heraus, denn so hatten wir, die vom total verregneten norddeutschen Sommer Geplagten, die Möglichkeit noch einmal richtig Sonne zu tanken. Während der ganzen Woche kein einziges Wölkchen am knallblauen Himmel und Temperaturen zwischen 25-28 C.


Untergekommen waren wir in Olhao, einem Städtchen an der Algarve, bekannt für seine Markthallen (vor allem für die Fischhalle – die größte an der Algarve), den samstäglichen Bauernmarkt und die vielen guten Fischrestaurants mit Fisch so frisch, dass er fast noch vom Teller hüpft. Der Nachteil: Olhao hat keine eigenen Strand. Ist aber gleichzeitig auch ein Vorteil, da es dadurch für die Algarve noch recht untouristisch und ursprünglich zu geht. Es gibt eine pittureske Altstadt mit vielen verwinkelten Gässchen und das Naturschutzgebiet Rio Formosa mit seinen vorgelagerten Inseln beginnt direkt vor Olhao.
Morgens konnten wir wunderbar zum Sonnenaufgang an der Promenade entlang joggen und die Fischer, Wasservögel und Arbeiter auf den Muschelbänken beobachten.


Am ersten Tag waren wir am Strand von Fuzeta. Da Armona vorgelagert ist, lässt es sich dort gut im Meer schwimmen und ist für Kinder ideal zum Planschen und Sandburgen bauen (dementsprechend schlecht gelaunt war Oskar, als er dort wieder weg musste). Einen Nachmittag verbrachten wir in Faro, das auch ganz nett ist.

Am meisten Zeit haben wir jedoch auf der Ilha de Culatra verbracht. Insgesamt waren wir 3x dort. 2x sind Björn und ich mit dem Boot zur Siedlung Culatra und von dort den Strand entlang, immer dem Leuchtturm entgegen, nach Farol gewandert und von dort mit dem Boot zurück.

Beim ersten Mal ist mir allerdings ein kleines Malheur passiert. Auf der Treppe hinunter zum Boot, machte es plötzlich wusch und mein Fuß rutschte weg, ich landete auf dem Hosenboden, alle Umstehenden schrien auf, ich rutschte noch zwei Stufen weiter und sah mich eigentlich schon im Hafenbecken liegen, zum Glück kam ich doch noch vorher zum stoppen. An Bord des Bootes wurde mir erstmal die Familienflasche Jod gereicht und im Anschluss ein Liter Chlor auf die Treppe gekippt. Scheint wohl öfter zu passieren… Die nähere Inspektion meinereins stellte dann links eine aufgeschlagene Ferse, rechts mehrere blutige Kratzer am Knöchel, einen aufgeschlagenen rechten Ellbogen und eine schmerzende rechte Hüfte (zierte später ein handtellergroßer blauer Fleck, der immer noch nicht weg ist) fest. Außerdem sah ich aus wie ein Schleimmonster (zumindest am Po und auf der rechten Seite). Alles in allem aber Glück gehabt… Oskar stellte am nächsten Tag sehr treffend fest: ‚Tante Tina- Du bist die Treppe hinunter gerollt!‘ Wie wahr 😉 Beim dritten Mal sind wir gleich mit Chrissie und Oskar zusammen nach Farol gefahren. Lei wollte in Olhao bleiben (und Oskar meinte auch, sie solle sich mal ausruhen). Wir hatten einen wunderbaren Tag am Strand mit Wellen hüpfen, Muscheln sammeln, Pink Lemonade und Café in der netten Strandbar trinken (zwischenzeitlich dachte ich mal wieder an einen Jobwechsel…). Der Tag erfuhr noch seine absolute Krönung als mehrere Delfine in Sichtweite vorm Strand vorbei schwammen! Wie schön!
Am letzen Tag machten wir noch eine 2 stündige Bootstour. Erst durchs Rio Formosa Naturschutzgebiet. Da gerade Ebbe war, konnten wir viele Vögel (Störche, Kraniche, Reiher, Austernfischer, Möwen etc.) und die Muschelstecher bei der Arbeit sehen. Dann ging es an Armona vorbei zum äußersten Zipfel von Culatra. Hier durften wir im flachen Wasser aus dem Boot aussteigen und zur Insel waten. Nach einer halben Stunde Muschel suchen und Freude an der schönen Szenerie ging es wieder an Bord und zurück nach Olhao. Nach dem schönsten Urlaubserlebnis gefragt, sagte Oskar: ‚die Barfußinsel‘ und wie recht der Kleine hat!

Viel mehr bleibt nicht zu erzählen. Außer, dass sich Björn und Chrissie redlich Mühe gegeben haben die Unterwasserpopulation in Form von Meeresfrüchteplatte (die wirklich beeindruckend war), div. Muscheln und Fischen zu dezimieren.

Außerdem hat Chrissie seinem Ruf als guter Koch alle Ehre gemacht. Die Tigergarnelen und vor allem der Reballo waren exzellent. Mitten in der Nacht ging es dann zum Flughafen. Björn flog nach Hamburg in den Regen. Wir mit zwei verschiedenen Flugzeugen, aber nur 15 min Unterschied, nach München. Gemeinsam fuhren wir in die Stadt, dann hieß es Abschied von der Familie nehmen, denn auf mich wartete schon das nächste Abenteuer!

Castillo Mayor – Berge, die nicht sein müssen

Castillo Mayor – Berge, die nicht sein müssen

Nachdem es letzte Nacht ein ordentliches Gewitter gegeben hatte, war es morgens sehr bedeckt und auch etwas kühler. Die anderen wollten heute nicht mehr wandern, aber Björn ließ sich überreden (was er hinterher bedauert haben dürfte…).


Der Castillo Mayor (2015m) laut Wanderführer „eine Aussichtswarte ersten Ranges“, hielt nicht, was er versprach. Erst steil durch einen Wald, dann sehr steil auf Schotter, weiter durch Buchsbaum, im weiteren einen Hang hinauf, wo man zwischen dem Gestrüpp immer wieder den Weg verlor, bis zur Hochebene – La Plana. Die Hochebene wiederum war ganz schön, leider fing es aber an zu regnen und wir haben erstmal unter unserer Rettungsfolie gepicknickt. Von hier aus sollte es bis zum Gipfel nicht mehr sehr weit sein, noch ca. 250 Hm und gerade den breiten Karstrücken hinauf. Björn meinte, man könnte gleich darauf verzichten – ich wollte es gerne versuchen (die schöne Aussicht…). Mittlerweile hatte der Regen auch wieder aufgehört. Die Folge war, dass wir eine 3/4 Stunde den blöden Hang hochgestiefelt sind. Den beschriebenen Weg konnten wir nicht finden, da von den Orientierungspunkten „2 markante Ahornbäume“ schon mal einer fehlte (undwelcher ist dann der Linke?). Das scharfkantige, spaltenreiche und von großem Schotter durchsetzte Karrengestein nervte ziemlich bis sehr und so beschlossen wir, als immer noch kein Ende in Sicht war, bei einem großen Felsblock umzudrehen. Keine Aussicht, nur eine Schafherde, die man auf dem hellen Gestein fast nicht sehen konnte und ein Karstrücken, der sich beim hinunter gehen als noch garstiger entpuppte, als beim hinauf. Beim weiteren Abstieg, gab es zum Trost noch ein paar Geier und ganz unten wieder Regen 🙁 Wahrlich ein Berg der nicht sein muss. Zurück auf dem Campingplatz fiel mir erstmal auf, dass der Castillo Mayor von überall zu sehen ist und, dass uns wohl gerade mal 50 Hm bis zum höchsten Punkt gefehlt haben dürften…


Pünktlich für den Weg zum Abendessen zeigten sich ein paar Geier bzw. Raubvögel überm Platz. Mittlerweile können wir schon richtig gut die Silhouetten erkennen. Heute waren es ein Milan, drei Gänsegeier, ein Schmutzgeier und eine Art Habicht. Das Wetter war auch wieder schön genug, so dass wir das letzte Essen auf dem Balkon genießen konnten.

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Senda muy peligrosa

Senda muy peligrosa

Es ist heiß, sehr heiß – daher stand heute nur eine kurze Tour zu einem Wasserfall  bzw. zur Surgencia del Rio Yaga auf dem Programm. Schon die Anfahrt hatte einiges zu bieten. Eine schmale, steile, kurvenreiche Straße schlängelte sich den Berg hoch. Die vielen Schlaglöcher sorgten immer wieder für abruptes Abbremsen. 


Am Ausgangspunkt in Escuain angekommen warnte uns ein Schild vor dem gefährlichen Pfad: unser Abstieg. Fast wäre unsere Tour bereits an der ersten Seilversicherung zu Ende gewesen, da nicht alle von uns auf Anhieb dieses Hinderniss überwinden konnten bzw. wollten. Nach einigen Versuchen hatten wir aber alle vier die kleine Kletterei hinter uns gebracht. Weiter ging es steil (und ich meine steil!) bergab. Immer wieder waren die Hände oder der Hintern nötig um weiter zu kommen. 


Unser Weg führte uns durch eine kleine Höhle, am anderen Ende wieder hinaus und weiter steil dem Schluchtboden und dem Wasserfall entgegen. 


Dort angekommen hatten wir diesen schönen Ort zunächst ganz für uns. Felsen zum Kraxeln, hohe Felswände links und rechts, Wasser, welches von Wasserbecken zu Wasserbecken plätscherte, ein Wasserfall und natürlich auch wieder ein paar Geier, die in der Felswand niesteten. Perfekt. Nach einer Weile wurde die Idylle ein wenig von einer Gruppe, die Canyoning machte, gestört, aber auch ganz spannend zu sehen. Im späteren Verlauf musste der Trupp eine Menge Spaß gehabt haben. Bei unserem Aufstieg zurück nach Escuain, hörten wir immer wieder ihr Juchzen die Schluchteände hinauf hallen. Sollten wir wohl doch mal ausprobieren… Angeblich ist Canyoning auch in Spanien erfunden worden. Den Nachmittag verbrachten wir zwar nicht Canyoning, aber wieder mit Planschen im Fluß.


P.S. Der vorgestern fotografierte Vogel war dann leider doch kein Bartgeier, sondern ein Alimoche – ein Schmutzgeier, wie wir einer Übersichtstafel in Escuain entnehmen konnten.

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Fast keine Geier

Fast keine Geier

Um es gleich vorweg zunehmen: heute habe wir nur einen Geier gesichtet (aber vermutlich wieder einen Bartgeier). Dafür aber auch ein Reh, diverse Murmeltiere, Kühe, Pferde und allerlei uns unbekannte Vögel. 


Aber der Reihe nach. Nach unseren letzten Ausflügen ging es diesmal in das Valle de Pineta. Nach einem sehr steilen Anstieg durch den Wald gelangten wir auf eine schöne Hochebene, die Llanos de La Larri, die an drei Seiten von Bergrücken eingeschlossen ist und eine prächtige Sicht auf den Monte Perdido bietet. Am Ende des Tals stürzt ein Wasserfall, der Salto de la Larri über mehrere Stufen in die Ebene und hier ließ sich wunderbar rasten. Zum Glück sind wir heute früh aufgebrochen und konnten die friedliche, ruhige Atmosphäre genießen. 


Als dann die erste Busladung Wanderer in der Ferne auftauchte, war es an der Zeit zu gehen. Ähnlich steil ging es auch wieder hinab. Diesmal immer einem weiteren Wasserfall, dem Cascadas de la Larri folgend. Den Nachmittag verbrachten wir wieder (da mittlerweile die 30 Grad geknackt sind) am bzw. im Fluß. Sehr erfrischend.

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Viele, sehr viele Geier

Viele, sehr viele Geier

Ab heute steht fest: Geier sind die Murmeltiere der Pyrenäen. Hatten wir gestern schon den Eindruck sehr viele Geier gesehen zu haben, stellte der heutige Tag alles in den Schatten. Auf dem Weg zu unserem heutigen Spaziergang sind wir anscheinend an einem Nacht- oder Futterplatz von Gänsegeiern vorbeigekommen. 

 

Bestimmt 50 Tier kreisten über uns in der Luft und auf dem Hang war ein ständiges Starten und Landen wie auf dem Charles de Gaulle Flughafen zur Rushhour – unglaublich. Jetzt ist eine Steigerung wohl wirklich nicht mehr möglich. Und ich hatte kurz zuvor im Auto noch behauptet ich würde heute keine Geier mehr fotografieren, da ich mittlerweile genügend Geierfotos hätte…


Unsere Tour auf dem Camino de los Miradores führte uns dann auch prompt zu einem der besten Beobachtungsplätze für Bartgeier (bzw. Lämmergeier) in Spanien bzw. Europa – laut einem Ornithologen den wir an einem der Miradores trafen. Bartgeier sind recht selten, europaweit gibt es wohl nur knapp 300 (und 150 davon sind in Spanien zu finden). Anscheinend haben wir sogar Glück gehabt und einen gesehen – zumindest sieht der Vogel auf dem Foto anders aus als die ‚üblichen‘ Gänsegeier. Genau läßt sich das aber wohl erst sagen, wenn man das Foto auf dem Rechner sieht… 


Ansonsten gab es viele nette Aussichtspunkte auf der Tour und zum Schluss das weitgehend verlassene, aber hübsch am Hang gelegene Dorf Revilla. Danach ging es wieder heim und dort an den eiskalten Fluss mit seinen einladenden Gumpen unterhalb des Campingplatzes. Bei den mittlerweile sehr heißen Temperaturen hier eine willkommene Abwechselung.

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Zwischen Geiern

Zwischen Geiern

Nach einem Ruhetag, sollte es heute zu den westlichen Steilklippen des Cañon de Añisclo und auf den Pico de Mondoto (1957m) gehen.


Also wieder auf der kurvigen, schmalen Straße in den Nationalpark und im kleinen Dorf Nerin parken. Von dort ca. 1,5 Std. einen schottrigen Hang und weiter den Bergrücken hinauf bis zum höchsten Punkt direkt an der Abbruchkante. Ein fantastischer Tiefblick eröffnete sich uns. 1000 Meter ging es vor unsere Füßen hinab und ganz unten leuchtete der Rio Bellos, den wir vorgestern entlang gelaufen waren. 


Und als wäre all das noch nicht genug, kreisten über und unter uns majästetisch mehrere Gänsegeier. Noch nie hatten wir so große Vögel so nah gesehen.  Es wirkte fast so, als würden sie uns beäugen und die eine oder andere Runde extra drehen. Ein wunderschöner Rastplatz mit sensationellem Blick, den wir erst nach einer Stunde Schauen wieder verlassen konnten. 


Nach dem Abstieg tranken wir noch einen Cortado im nächsten Ort Fanlo (diesmal in einer Bar mit Panoramablick) und kehrten dann zufrieden zum Campingplatz zurück. Endlich ist es abends warm genug, dass es sich wunderbar länger draußen sitzen läßt 🙂

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1 Comment for “Zwischen Geiern”

Chrissie

says:

Ist doch klar, dass die Geier über Euch kreisen, wenn die vier verrückte an einer Abbruchkante stehen sehen…

Unter Geiern

Unter Geiern

Nach der etwas anstrengenden Tour gestern hatten wir uns für heute eine ‚Genusswanderung‘ durch den Cañon de Añisclo entlang des Rio Bellos vorgenommen. Vielleicht hätten wir die Beschreibung der Tour lesen sollen. Dann hätte uns die Dauer von knapp 6 Stunden eventuell stutzig gemacht. 


Stattdessen brachen wir in Erwartung eines ausgedehnten Spaziergangs auf und waren gleich von einem Schwarm Gänsegeier fasziniert, der der über uns seine Kreise drehte. In der gegenüber liegenden Steilwand entdeckten wir sogar ‚Junggeier‘, die etwas gerupft aussahen. In freier Wildbahn haben wir sie vorher noch nicht zu Gesicht bekommen. Weiter ging es, immer in der Nähe des Flusses, stetig bergauf. Leider wurde der Wald immer dichter und bot uns kaum noch Ausblick. Zunehmend gelangweilt liefen wir weiter auf dem Pfad der immer steiler und blockiger wurde. Nach etwa 3,5 Stunden gaben unser Freunde auf und traten den Rückweg an. Wir wollten noch weiter, aber 40 Minuten später hatten wir auch keine Lust mehr auf Buchenwald. 
Selbstverständlich holten wir uns noch eine ordentliche Portion Regen beim Abstieg ab. Insgesamt irgendwie unbefriedigend die Tour…


Das 3-Gänge Menü zum Abendessen wird uns aber wohl versöhnen. Das Campingplatz Restaurant ist sehr gut, die Portionen riesig, der Wein im Preis von 14€ bereits inbegriffen und  Geier lassen sich auch gleich noch vom Tisch aus auf dem gegenüberliegenden Hügel beobachten. Die Abendunterhaltung ist also gesichert.

P.S. Beim Abendessen sahen wir ca. 15 Geier kreisen.

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Abenteuerliche Wege um den Cañon de Añisclo

Abenteuerliche Wege um den Cañon de Añisclo

Nach dem gestrigen Tag, der außer Regen, einem Besuch in Ainsa (hübsche Altstadt) und unserem Umzug auf einen Campingplatz in der Nähe des Parque National de Ordesa y Monte Perdido, nicht viel zu bieten hatte, stand heute wieder eine Wanderung auf dem Plan. 


Zunächst liefen wir auf breiten, gut gekennzeichneten Weg in den Nationalpark. Die Landschaft hier hat sich im Vergleich zum Parque National Aigüestortes komplett verändert. Riesige und stark zerklüftete Felswände aus Sandstein türmen sich in der Landschaft, die von tiefen Schluchten zerschnitten wird. Nachdem wir ein altes Dorf hinter uns gelassen hatten, kamen wir an den Rand des Cañon de Añisclo, stiegen hinab und folgten eine Weile dem Rio Bellos.


Der Charakter der Tour änderte sich schlagartig, als wir in einen ‚unscheinbaren‘ Abzweig abbiegen sollten. Der Wanderführer hatte in diesem Fall  etwas untertrieben. 


Der Pfad war scheinbar seit längerem nicht mehr benutzt worden, ziemlich zugewachsen und ging sehr steil bergauf. Nach einiger Zeit erreichten wir ein Felsband dem wir etwas gemütlicher eine Weile folgen konnten. Immer wieder gewährte uns der Weg schöne Tiefblicke auf den Rio Aso, der sich zunächst tief unter uns dahin schlängelte. Dann ging es plötzlich steil bergab. Was im felsigen Gelände noch ganz gut unter zuhilfenahme der Hände ging, wurde zusehends nerviger als der Fels in lehmigen Waldboden überging. 


Irgendwann erreichten wir das Flussniveau und standen zunächst vor einem Räsel: wo ist der Weg hin? Es gab keinerlei Markierung und keinen offensichtlichen Weg über den Fluss. Kurz bevor wir uns dazu durchgerungen hatten zurück zulaufen, entdeckten wir eine Möglichkeit zur Flussquerung und den weiteren Weg im Wald versteckt. Der Rest war dann ein Kinderspiel. Noch ein kurzer Stop in Buerba, einem typisch aragonischen Dorf mit alten Häusern und recht speziellen Schornsteinen und das Tagewerk war vollbracht. 

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Estany Negre de Peguera und weitere Estany

Estany Negre de Peguera und weitere Estany

Endlich wieder gutes Wetter. Der Plan für heute: der Estany Negre de Peguera auf 2335m Höhe und das Refugi Josep Maria Blanc. Laut Wanderführer 1050 Höhenmeter und etwas über 6 Stunden Gehzeit. Anfangs führte der Weg immer einem kleinen Bach folgend durch Wald bergauf bis wir zum ersten See, dem Estany Lladres, kamen. 


Nach kurzer Rast ging es weiter und weiter bergauf. Es wurde karger und große Felsblöcke säumten den Weg. Nach knapp 3 Stunden sahen wir die Staumauer des Estany Tort de Peguera und kurz darauf auch schon das daran liegende Refugi. Ein kurzer Abstecher zu unserem Ziel, dem direkt dahinter liegenden Estany Negre und auch schon wieder zurück zum Refugi.


Die Hütte liegt nicht nur traumhaft schön, sondern ist auch bewirtschaftet 🙂 Bei Brot und Cortado ließen wir uns die Sonne auf den Pelz brennen und freuten uns über die schöne Tour.


Auf dem Rückweg braute sich ein Gewitter zusammen. Zunächst grummelte es nur, dann wurden wir mit kirschkerngroßen Hagelkörnern bombardiert, die irgendwann wieder in Regenschauer übergingen.  Was solls, wir stapften weiter bergab. 1,5 Stunden vor dem Ziel stoppte der Regen und die Sonne kam noch einmal raus. Doch bevor wir uns an sie gewöhnen konnten, ging das Gewitter richtig los. Nass kamen wir am Campingplatz an, flüchteten in den Aufenthaltsraum und beobachteten bei Bier und Wein wie der Regen draußen stärker und stärker wurde und freuten uns es gerade noch rechtzeitig geschafft zu haben. Ein schöner Tag. 

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Niederschläge

Niederschläge

Der Regen hielt auch am Morgen an und wurde schließlich von einem Gewitter abgelöst, welches wieder von Regen abgelöst wurde… Die Wäsche war nasser als je zuvor und der Hintern langsam platt vom vielen herumsitzen. Immerhin passen in Martin und Natalies Vorzelt 4 Campingstühle, wenn man ein wenig zusammen rutscht. 


Erst gegen 13.00 Uhr blieb es eine Weile relativ trocken und dank ein wenig Wind und hin und wieder kurzzeitig auftauchender Sonnenstrahlen, ließ sich die vermaledeite Wäsche soweit trocknen, dass sie ins Zelt bugsiert werden konnte. Da es sich schon wieder dunkle Regenwolken nähern wird heute auswärts gegessen und wir hoffen auf den morgigen Tag ( und waschen tue ich diesen Urlaub nicht mehr).

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Encantats und Estany

Encantats und Estany

Trotz mieser Wettervorhersage sind wir heute zu einer Wanderung in den Nationalpark aufgebrochen. 


Zum Glück, denn das Wetter wurde doch noch sonnig und trocken, so dass wir unsere geplante 3 Std. Tour um den Estany de Sant Maurici (Estany heißt See auf  Catalan) zu einer 5 Std. Wanderung ausweiteten und auch noch einen Wasserfall, den Estany de Ratera und den Mirador de l’Estany  mitnahmen. Das hat sich absolut gelohnt! Die Berge und Seen waren wunderschön und insbesondere um den Estany de Ratera sah die Bergszenerie ganz anders aus, als wir es aus den Alpen gewohnt sind und die Encantats sind wahrlich imposant. Noch eine kurze Rast beim rustikalen Refugi Ernest Mallafre und dann ging es zurück. Reichte aber auch, denn die Tour und die Höhenmeter machten sich langsam in den Beinen bemerkbar. 

Da ich auf dem Campingplatz eine Waschmaschine gesehen hatte und die Klamotten langsam mal eine Wäsche vertragen konnten, wollte ich es mir einfach machen… Der Plan ging allerdings nicht ganz auf. Es fing damit an, dass für die Benutzung eine Waschmünze nötig ist, die der Typ vom Campingplatz erst auftreiben konnte, nachdem er sein ganzes Büro auf den Kopf gestellt und 2 Anrufe getätigt hatte (das dauerte schon eine Weile). Als ich dann in den Waschraum (hier sind auch die Spül- und Handwäschebecken) kam, ging ich auch gleich rückwärts wieder raus. Vier mehr oder weniger junge Männer hatten das mit dem Waschraum allzu wörtlich genommen und standen da nur in Unterhose und auch splitterfasernackt und wuschen ihre Wäsche oder auch sich… Wie auch immer, als ich später nochmal mein Glück versuchte, hatten besagte Männer dadurch, dass sie die Waschmaschine ohne Münze zu benutzen versuchten, es geschafft diese bis zum Rand mit Dreckwasser zu füllen. Der eine (mittlerweile zumindest mit einem Handtuch um die Hüften) wies mich, als er herein kam, dann auch daraufhin, dass die Maschine nicht funktioniert (ach, ne…), lud mich aber ganz freundlich auf englisch ein eines der Handwaschbecken zu „sharen“. Davon habe ich jedoch abgesehen. Am späteren Abend bekam ich den Typen vom Campingplatz dazu die Maschine wieder in Gang zu bringen. Das Trocknen der Wäsche sollte dich dann allerdings auch wieder hinziehen, da es in der Nacht anfing zu regnen…

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