Dänische Südsee mit der Engelina

Bei strahlendem Sonnenschein beginnen wir unseren Sommerurlaub auf der Engelina. Wir sind vor zwei Jahren schon mal mit diesem Traditionssegler mitgesegelt und fanden es so entspannend und Laura und Lutz so nett, dass wir es dieses Jahr wiederholen wollen.

Auf dem Weg nach Kappeln manchen wir noch einen Zwischenstopp in Rendsburg bei der NordArt. Auch wenn diesmal viel Kunst zu sehen ist, zu der wir keinen richtigen Zugang finden, lohnt sich der Besuch allein schon wegen der Atmosphäre und einzelnen Highlights.
Pünktlich um 18:00 sind wir in Kappeln im Museumshafen und gehen an Bord. Die Crew: 17 Mitreisende + 3 Besatzung mit etwas höherem Altersdurchschnitt als beim letzten Mal. Nach dem ersten Treffen auf dem Schiff noch ein leckeres Abendessen auf der Terrasse des Seagull direkt auf der Schlei und mit wunderschönem Blick aufs Wasser. Ein schöner Urlaubsstart.

Erster Segeltag

Nach unserer ersten Nacht auf der Engelina im Kappelner Hafen und einem Frühstück legen wir ab. Erst mit Motor bis zur Schleimündung, auf der Ostsee werden dann die Segel gehisst. Diesmal sind wir beide in der Vorsegelgruppe, da sich der eine oder die andere des Trupps sich das nicht zutraut. – Juchu, wieder im Klüvernetz rumklettern. Trotz aller Segel kommen wir nicht allzuweit, da es im Grunde keinen Wind gibt. Also treiben wir in der Ostsee und tun nichts. Als Beschäftigungsmaßnahme wird das Beiboot zu Wasser gelassen mit dem dann einige (hauptsächlich die Männer) ums Schiff herumrudern. Später findet sich noch ein kleiner Außenbordmotor – der Spaß ist komplett. Einige starten Schwimmausflüge vom Schiff aus. Eine Taube rettet sich völlig erschöpft auf die Engelina. Ein Mitreisender entpuppt sich als Brieftaubenspezialist und fängt sie gekonnt ein. Die Taube ist völlig enrkräftet, In einem abgedeckten Wäschekorb mit Wasser und Futter kann sie sich erstmal erholen. Sie ist tatsächlich eine beringte Brieftaube.

Nachmittags werden die Segel eingepackt und mit Motorkraft geht alles wieder zurück, an der Schleimündung vorbei, zum Ankerplatz vor Olpitz. Auch hier nochmal Boot- und Badevergnügen. Allerdings ist die Strömung nicht zu verachten. Wir schwimmen von der Badeleiter Richtung Bug und lassen uns zurücktreiben. Björn macht die Badeaufsicht im Ruderboot und umkreist mehrmals das Schiff. Meine Vorurteile bestätigen sich (zumindest, was kälteres Wasser betrifft und nicht nur auf Björn und mich bezogen). Wir verbringen den Abend und die Nacht an Bord. Vorher muss allerdings noch das Beiboot eingeholt werden. Ein etwas aufwendigeres Unterfangen, was aber von den (komplett männlichen) Beteiligten sehr enthusiastisch betrieben wird.

Zweiter Segeltag

Endlich Wind. Wir brechen schon um 7 Uhr auf, um möglichst lange mit dem Wind zu segeln. Die Taube hatte nachts schon einen Versuch gestartet, kam aber zurück. Kurz vor dem Anker lichten startet sie erneut Richtung Land allerdings mit Gegenwind. Wir hoffen sie hat es geschafft. Alle Segel hoch und wir nehmen Fahrt auf. Anfangs sogar mit max. 6.8 Knoten (das Max. der Engelina liegt bei 10 Kn). Nachdem alle Segel gesetzt sind gibt es Frühstück, was heute recht wackelig ausfällt. Immer wieder müssen Teller oder Tassen festhalten werden, die beim Wellengang ins Rutschen geraten. Am frühen Nachmittag lässt der Wind nach und verschwindet schließlich ganz. Eine gute Zeit für Knotenkunde.


Laura bringt uns „Halber Schlag auf Slip“ (fürs Einpacken der Segel), „Webeleinsteg“ (um die Fender zu befestigen) und „Palsteg“( Allround Knoten, um zwei Seile miteinander zu verbinden) bei. Danach habe ich einen Knoten im Kopf. Am besten nicht drüber nachdenken, dann bekomme ich sie besser hin. Da der Wind unwiederbringlich weg ist, werden die Segel eingepackt. Nachdem Laura es uns gestern gezeigt und mit uns zusammen gemacht hat, versuchen Stefan, Janet und ich schonmal ohne sie die Klüver einzupacken. Schon ein aufregendes Unterfangen, an der äußersten Spitze des Klüvernetzes zu balancieren und an den Segeln herumzuziehen, um sie gut zu verschnüren. Zwar mit einer Art Klettersteigset gesichert, aber trotzdem etwas wackelig… Unser Ergebnis erzielt vielleicht keinen Schönheitspreis, aber nach einer Weile sind die Klüver ordnungsgemäß verpackt. Weiter geht es mit dem Motor nach Marstal auf Aerø.

Ein schönes Städtchen, das sich seine Größe nicht auf den ersten Blick ansehen lässt. Wir stromern durch die kleinen Gässchen und gönnen uns leckeren Kaffee. Weiter zum Eriks Hale Strand, wo kleine bunte Badehäuschen malerisch aneinandergereiht zum Fotografieren einladen. Außerdem gibt es einen Badesteg von dem es gleich ins tiefere Wasser geht. Puh – viel kälter als erwartet und auch viel kälter als gestern. Es reicht nur für ein paar Runden um den Steg, dann sind meine Finger eiskalt und ich muss raus. Macht aber putzmunter. Abends kommt ein „Tradisegler“ nach dem anderen im Hafen an bis die Schiffe dreifach nebeneinander liegen. Das heißt, die Leute vom dritten Schiff müssen erst über die anderen beiden, bis sie an Land gehen können. Wir haben Glück, liegen direkt an der Hafeneinfahrt, so dass kein Schiff mehr neben uns passt, da sonst die Einfahrt blockiert ist.

Kommentare

Kommentar verfassen