Rio Formosa, Flamingos und Familie

Vor der Einschulung von Oskar nächstes Jahr stand noch ein letztes Mal Portugal als gemeinsames Reiseziel in den Herbstferien auf der Liste.

Die ersten Tage diente uns wieder Olhão und das bewährte Appartement als Basis. Nach einem leckeren Frühstück – Kuchen und Törtchen sind einfach fantastisch in Portugal – erkundeten wir die kleinen Gassen. Seit unserem letzten Besuch vor zwei Jahren wurde viel renoviert. Etliche Häuser sind frisch gestrichen und überall wird gebaut.

Dann ging es mit der Fähre zur Ilha da Armona.  Strandspaziergang mit Oskar als Dauerberieselung. Merke: auch heute hören Kinder noch die ??? Fragezeichen! Und Oskar war als Meisterdetektiv unterwegs, der einen Fall  nach dem anderen löste…

Am nächsten Morgen stand dann als erstes ein Besuch der Fischhalle und des Bauernmarktes an, bevor wir mit der Fähre zur Ilha da Culatra fuhren. Nach der (längeren) Strandwanderung von Culatra nach Farol, ging es ins Meer zum Wellenhüpfen und abends gab es natürlich die morgens gekauften leckeren Shrimps und den Fisch.

Schon hieß es Abschied von Olhão nehmen, denn unser Appartement war nicht für die ganze Zeit frei. Das war aber auch die Möglichkeit mal etwas anderes kennen zu lernen – hierzu muss angemerkt werden, dass Oskar bisher mit einer Ausnahme seit seiner Geburt jeden Herbst in Olhão war…

Unsere nächste Station war Tavira und unser Hotel befand sich in den Gebäuden einer alten Thunfischfangstation direkt an der Mündung des Gilão und inmitten von Salzfeldern / Salinen.

Auf dem Weg dorthin machten wir einen kurzen Halt im Ria Formosa Naturpark, wo wir schon die ersten Flamingos erblickten und eine Gezeitenmühle (funktioniert ähnlich wie eine Wassermühle, ist aber von Ebbe und Flut abhängig) besichtigten. Eigentlich gehört das ganze Gebiet zwischen Faro und der spanischen Grenze zum Parque Natural da Ria Formosa und steht unter Naturschutz. Das Lagunensystem der Ria Formosa wird von den Gezeiten bestimmt (der Tidenhub beträgt teilweise an die 4 m und ist somit höher als bei uns in der Nordsee!), besteht aus einem Labyrinth von Kanälen, Inseln, Sumpfgebieten und Sandbänken und beherbergt eine Vielzahl an Vögeln und Fischen.

Weiter ging es zum Hotel. Etwas außerhalb gelegen ging es durch die vielfarbig schimmernden Salzfelder, wo wir in der Ferne auch wieder Flamingos erblickten. Sehr cool. Sowohl die Salzproduktion, als auch die Vogelwelt.

Am nächsten Tag erkundeten wir als erstes Tavira. Ein schöner Ort mit vielen alten Gebäuden und etlichen Kirchen. Etwas größer, aber auch touristischer als Olhão. Den Nachmittag verbrachten wir im Hotelpool – Schwimm-Pool wie Oskar so schön sagt.

Wir hatten gesehen, dass man mit Kajaks die Lagune des Ria Formosa bzw. die Gewässer zwischen den vorgelagerten Inseln befahren kann. Das mussten wir natürlich ausprobieren. Sehr entspannt glitten wir zwischen der Ilha de Tavira und der Küste dahin. Neben diversen Vögeln und einem großen Rochen, gab es viele Muschelsucher und schöne alte Gebäude zu sehen. Dusseligerweise hatten wir keine Wechselklamotten mitgenommen. Glücklich aber klatschnass fuhren wir erstmal zurück ins Hotel und sammelten Lei ein.

Für ein spätes Mittagessen (extrem leckerer gegrillter Oktopus für Björn / Fisch für alle anderen) ging es noch mal nach Santa Luzia und anschließend mit der (Touristen-)Bahn zum Praia do Barril. Ein hübsches Feature am dortigen Strand – der Ankerfriedhof.

Unseren letzten Morgen nutzten Oskar und ich für eine ‚Vogelexpedition‘ in den Salzfeldern, während die anderen Einkaufen waren. Die Expedition war dann auch ein voller Erfolg. Neben Löfflern, Reihern, Störchen und noch vielen anderen Vögeln, stießen wir auch wieder auf eine große Gruppe Flamingos. Besonders beeindruckend, wenn sie sich gemeinsam erheben und im Schwarm los fliegen. Mittags setzten wir dann mit dem Hotelboot zur Ilha de Tavira über. Angeblich leben hier Chamäleons, wir fanden aber keines, wurden dafür aber beim Suchen von den fiesen kleinen Mücken total zerstochen. Der Strand wiederum war recht schön, allerdings war das Wasser mittlerweile ganz schön kalt und wir hielten es nicht sehr lange darin aus (vielleicht haben uns aber auch nur die Wellen gefehlt).

Abends ein letztes Mal leckeres portugiesisches Essen in Tavira, am nächsten Vormittag noch ein letzter Galão und Pastéis in Olhão, dann war die Zeit schon wieder vorbei – wie schade. Vielleicht doch Wassertaxifahrerin werden 😉