10. Tag: Baleia e golfinos

Der Wind hatte sich etwas gelegt, Zeit für den zweiten Anlauf zum Whale Watching. Im Zodiac ging es hinaus. Bereits früh entdeckten wir Gemeine Delphine. Eine große Gruppe (an die 100 Tiere) schwamm um unser Boot, ritt auf den Wellen und sprang gelegentlich aus dem Wasser. Vor allem aber waren sie mit Jagen beschäftigt.

Wenig später haben wir dann Rundkopfdelfine gesehen, die recht schnell unterwegs waren. Die vernarbten und dadurch im Alter fast weissen Tiere sieht man wohl recht selten, da sie sich nicht dicht an der Küste aufhalten und Boote meiden.

Es ging weiter hinaus, 30 km vor der Küste sahen wir dann den Rücken eines grossen Blauwals. Zweimal hatten wir einen guten Blick auf das Tier bevor es in der Tiefe verschwand.

Mit Hochgeschwindigkeit ging es zurück nach Lajes. Unterwegs sahen wir noch einen Schwarm Corey Seawater – auf deutsch Gelbschnabel Sturmtaucher, aber von denen später mehr. Durchgerüttelt, nass und etwas verfroren stolperten wir wieder an Land.

Nach Galao und Pasteis zur Stärkung statteten wir noch dem Walfänger Museum einem Besuch ab. Schon sehr archaisch wie auf den Azoren bis in die 80er Wale erlegt wurden… Außerdem gibt es eine Scrimshaw Sammlung. Walzähne und Knochen wurden von den Walfängern kunstvoll graviert.

Danach ging es auf die Nordseite der Insel. Unser neues Quartier ist eine alte Adega, so werden hier die Häuschen in denen Wein hergestellt und verarbeitet wurde genannt, aus schwarzen Lavasteinen inmitten von Weinfeldern mit Blick aufs Meer und auf die Nachbarinsel Sao Jorge. Wunderschön.

Abends probierten wir im örtlichen Restaurant einen sehr leckeren Orangen Salat: Orangen, Olivenöl, Knoblauch, Petersilie, Salz, Chayenne Pfeffer, süßes Paprikapulver, Oliven. Müssen wir unbedingt zu Hause nach machen.

Abends strichen dann die bereits erwähnten Gelbschnabel Sturmtaucher ums Haus. Die geben sehr merkwürdige Geräusche von sich – klingt fast wie aus einem Comicfilm. Duu duu duu tschij…