Diesmal habe ich besser geschlafen – die voll geöffnete Luke hat geholfen. Björn rumort schon um 5.00 Uhr früh. Kurz zum Klo, dass war allerdings der Griff bzw. Tritt ins Klo. Alles war nass – die Toilette übergelaufen. Igitt! Schnell ins Havnekontor Füße waschen und dort die Toilette benutzen. Auf dem Rückweg regne ich noch nass, da ich in der Hektik die Regenjacke vergessen habe und der Daumen tut auch weh. Toller Tag. Gefrustet lege ich mich erstmal zurück in die Koje. Beim Frühstück folgt die Klärung, warum die Toiletten übergelaufen sind – die Abpumpstelle in Kappeln war besetzt und danach viel zu tun, so dass Lutz und Laura es schlicht vergessen haben. Gut zu wissen, so waren zumindest nicht wir daran schuld… Da es an Bord zwei Tanks gibt, einen für Grau- und einen für Schwarzwasser, kann als Sofortmaßnahme ein Teil aus dem einen Tank in den anderen gepumpt werden. Die Toiletten lassen sich also wieder nutzen und als nächstes wird Faaborg angesteuert, wo es eine Abpumpstelle gibt. Ansonsten sind die wohl eher rar in diesem Teil der Ostsee, zumindest für so große Schiffe wie die Engelina.




Los geht’s. Zwischendurch gibt es immer wieder Regenschauer, aber nach und nach wird das Wetter besser. Der Weg nach Faaborg ist weit, aber führt sehr schön durch den Alsfjord. Wir haben viel Zeit die vorbeiziehende Landschaft zu bewundern oder aufs Meer zu starren. Das sanfte Schaukeln macht sehr träge. Unterbrochen wird die Trägheit von gelegentlichen Segelmanövern. So weiß ich nun, was eine Halse ist – das Heck dreht sich in den Wind. Beim Segel einholen traue ich mich sogar zum Klüver einpacken ins Netz vorne und die Knoten klappen auch schon besser. Finde es auch gar nicht schlimm – vielleicht ist doch was an der Behauptung, wer Höhenangst hat, wird nicht seekrank…





Alis Tipp Fahrradhandschuhe (in Ermangelung solcher, mussten die Klettersteighandschuhe herhalten) mitzunehmen war jedenfalls sehr hilfreich. Auf Dauer sind die Seile schon eher unangenehm an den Händen. Auch meine Regenjacke und -hose möchte ich nicht missen. Definitiv von Vorteil beides dabei zu haben. Bei schönstem Sonnenschein erreichen wir Faaborg. Am Hafen ist viel los. Es gibt Live Musik und alle sind in Sommerstimmung. Nach dem Abendessen erkunden Björn und ich den Ort. Entzückend – mit kleinen, alten Häusern und engen Gassen. Dänemark aus dem Bilderbuch. Danach lasse ich mich noch von Andrea zum Baden überreden. Kalt, aber total schön in der Abendstimmung, wenn Meer und Himmel am Horizont ineinander übergehen, in der Ostsee zu schwimmen und wunderbar erfrischend. Wir lassen bei einem Glas Wein an Deck den Abend ausklingen und bewundern das letzte Abendrot. Segeln ist dann doch sehr schön 🙂








