4. Tag: Faaborg nach Lyø

Nachdem der Bann gebrochen ist,  hüpfe ich sofort nach dem Aufstehen nochmal in die Ostsee. Diesmal ist der Himmel allerdings grau und es ist viel windiger und welliger. Trotzdem toll und wirksamer als jeder Espresso 🙂  

Wir starten heute erst gegen 14.00 Uhr, da vormittags noch abgepumpt und getankt werden muss. Außerdem wird viel Regen erwart, es gibt nur wenig Wind und dann auch noch aus der falschen Richtung. Kompliziert mit dem Segeln… Die Fahrt zur Tankstelle auf der anderen Seite des Hafenbecken gestaltet sich schwieriger als gedacht. Es drängelt sich eine Yacht in den Weg, wir müssen abrupt den Kurs ändern und stoßen kurz mit dem Heck an den Quay. Ist nichts weiter passiert, es muss aber viel hin und her rangiert werden. Mittlerweile hat auch der vorhergesagte Regen eingesetzt und ich steige an der Tankstelle aus und geselle mich zurück zu den anderen auf der anderen Seite des Hafenbeckens. Hätte ich sein lassen sollen, denn wirklich Schutz vor dem Regen gibt es hier nicht und wir drängen uns unter das Vordach des Hafenmeisters. Langsam sind wir komplett nass – die Regenhose liegt auf dem Schiff und die Regenjacke ist durch. Ich nutze eine Regenpause, um in die Stadt zu gehen und kaufe mir kurzer Hand einen Regenmantel, der mir auch sofort gute Dienste leistet. Nadine macht es gleich nach. Anschließend suche ich noch die Bäckerei auf – angeblich die beste weit und breit. Es gibt einen Haufen süßer und extrem gut aussehender Leckereien, da kann ich nicht nein sagen 🙂 

Los geht’s nach Lyø. Die Segel werden gar nicht erst gehisst, stattdessen kommt der Motor zum Einsatz.  Nach 1 Std. sind wir schon da, müssen allerdings nochmal „umparken“, da noch 3 ! weitere große Schiffe erwartet werden. Mittlerweile ist es aufgeklart. Björn und ich machen uns auf die Insel zu erkunden. Lyø ist klein, in der Mitte ein Dorf mit einem Dorfladen, wo reges Treiben herrscht, da sich alle, sowohl Dorfbewohner, als auch Besucher dort zu einem Bier auf der Terrasse treffen. Dann gibt es noch eine Mühle ohne Flügel, ein Vogelschutzgebiet, mehrere Bauernhöfe und Hünengräber.  An einem von letzteren kommen wir auch vorbei, dem Klokkesten. Wenn mit einem Hammer dagegen geschlagen wird, soll er wir eine Glocke klingen. Kommt nicht ganz hin, aber klingt irgendwie metallisch und zumindest anders als Stein.  Mittlerweile ist die Sonne raus und es wird richtig warm.

Zurück bei Schiff schnappe ich mir meine Badesachen und gehe vom Steg aus Schwimmen. Am Abend gibt’s wieder ein Glas Wein an Deck und Sonnenuntergangsfernsehen vom feinsten unterbrochen von Reiher-TV. Ein Fischreiher steht dicht beim Schiff und scheint Futter zu suchen. Er sieht auch sehr konzentriert aus, verrenkt zwischendurch gekonnt den Hals, kommt aber bis wir in die Koje fallen nicht zum Zuge.