8. Tag: Pieve di Cadore

Letzter Tag vor der Hüttenwanderung. Eigentlich hatten wir heute schon starten wollen, aber da das erste Rifugio ausgebucht war, mussten wir ein wenig schieben. Zum Glück kann Björn Italienisch 😉 – so konnten wir uns Zeit beim Zeltabbau lassen und auch noch Pieve di Cadore besuchen. Ein nettes kleines Städtchen, dessen berühmtester Bewohner Tizian gewesen sein dürfte. Seinem angeblichen Geburtshaus haben wir dann auch einen Besuch abgestattet.

Danach ging es ins Brillenmuseum, was tatsächlich sehr spannend war. Unglaublich wie sich die Sehhilfen im Laufe der Zeit weiterentwickelt haben. Außerdem gab es obskurste Brillenmodelle aus den letzten 70 Jahren zu bestaunen. Die Gegend um Pieve di Cadore hatte sich seit der Jahrhundertwende als Standort für Brillenmanufakturen etabliert. Auf der Weiterfahrt nach Forni di Sotto fielen uns auch plötzlich alle auf.

In Forni di Sotto gab es in der Dorfkneipe nach anfänglichen Verständnisschwierigkeiten Pasta mit Ragu. Dazu ‚White Christmas‘ aus den Lautsprechern!??! Ansonsten ist der Ort nicht sonderlich ansehnlich, was aber seinen Grund hat…

Forni di Sotto hat heute eine moderne Bausubstanz. Das liegt daran, dass im Mai 1944, während des Zweiten Weltkrieges, kurz vor dem Ortseingang eine Einheit der deutschen Wehrmacht von Partisanen angegriffen und ein deutscher Offizier getötet wurde. Als Vergeltung wurde am 26. Mai das Dorf von Panzern umstellt, die Häuser zerschossen, die Ställe mit Flammenwerfern vernichtet und die flüchtenden Einwohner mit MGs beschossen.

Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Forni_di_Sotto

Bis auf die Brunnen blieb nichts vom Dorf übrig. Trotzdem gibt es auch hier diverse Häuser, die als Albergo Diffuso fungieren. Ein interessantes italienisches Konzept, um alte Dörfer vor dem Zerfall zu bewahren und eine gewisse Infrastruktur aufrecht zu erhalten.