6. Tag: Schluchtenwanderung

6. Tag: Schluchtenwanderung

Für den letzten Klettersteig-Tag hatten wir uns eine recht einfache, dafür längere Tour ausgesucht: die Ferrata Burrone Giovanelli, 750 Hm ca. 4 Std.

Drei sehr luftige , lange Leitern markierten gleich den Einstieg. Damit hatten wir aber dann auch schon die schwerste Stelle hinter uns, etwas Wackelnknie hatte ich aber trotzdem erstmal. Dann ging es steil den Berg hinauf in einfachem Gelände.

Wunderschön breiteten sich die Weinreben unter uns im Tal aus und schon bald standen wir vor dem Einstieg zur Schlucht. Ein kurzer Aufschwung und WOW! Man konnte sich gar nicht entscheiden wohin zuerst gucken. Links und rechts ragten die Wände zum Himmel, die Schlucht wurde immer schmaler und ließ nur einen kleinen Spalt blauen Himmels sichtbar. Ehrfürchtig wanderten wir die enge Schlucht hoch.

Nach einiger Zeit rasteten wir in der Nähe eines hohen Wasserfalls. Gestärkt überwanden wir das letzte Stück der Schlucht, die nun immer breiter und grüner wurde und standen bald am Ausgang.

Der Weg zurück führte über einen extrem steilen (40% Gefälle) Fahrweg zurück zum Auto. Dann noch ein Cafe-Stop in Mezzocorona vor der hübschen Kirche und zurück nach Arco für ein letztes leckeres Abendessen bei Antica Corte.

5. Tag: Erholungs-Ferrata

5. Tag: Erholungs-Ferrata

Nachdem die gestrige Ferrata meine Nerven etwas strapaziert hatte, wollten wir es diesmal ruhiger angehen lassen. So handelt es sich bei der Ferrata Sasse eher um eine seilversicherte Wanderung als einen Klettersteig.

Abwechselnd durch Wald und Fels und immer nahe der Wasserlinie des Lago di Idro verlief der Weg dann auch ohne Schwierigkeiten. Um so überraschender war dann der Ausstieg: eine senkrechte Verschneidung von 10-15 m Höhe. Eigentlich gab es ausreichend Tritte und Griffe, allerdings war der Fels sehr bröselig. Plötzlich löste sich unter meinem Griff ein recht großes Felsstück und polterte mit viel Geschepper die Wand hinunter, um mit einem ordentlichen Platschen in den See zu plumpsten. Hat mich etwas erschreckt, weiter ist zum Glück nichts passiert, ich war aber heilfroh, dass niemand unter mir gewesen war. Der Kletterhelm und die Steinschlaggefahr-Schilder bekamen jedenfalls eine völlig neue Bedeutung.

Zurück ging es über den Sentiero Contrabbandieri. Ein recht schmaler Pfad ein ganzes Stück oberhalb des Klettersteiges, dem hin und wieder auch ein Seil spendiert wurde.

Café und Arranciata wurden dann auf dem Rückweg auf einer sehr schönen Hotelterrasse mit Blick auf den knallblauen Lago di Ledro genossen.

Insgesamt ein sehr schöner Tag – auch wenn der Klettersteig etwas anspruchsvoller hätte sein dürfen.

4. Tag: Kunstvoller Aufstieg

4. Tag: Kunstvoller Aufstieg

Heute ging es zur Ferrata Artpinistico delle Niere, einem Klettersteig auf dem man einige Kunstwerke bewundern kann – wenn denn die Aufmerksamkeit dafür reicht. Der Einstufung nach auch der schwierigste der bisherigen Klettersteige – C.

Erstmal haben wir uns allerdings verlaufen. Statt direkt beim Parkplatz in den Klettersteig einzusteigen, sind wir durch den Wald geirrt und haben auf italienische Beschilderungen geschimpft. Irgendwann bemerkten wir allerdings unseren Fehler und haben den Einstieg dann doch gefunden.

Die ersten Meter waren gleich deutlich kletterlastiger als die vorherigen Touren. Nach einigen Höhenmetern wurde der Weg immer ausgesetzter. Wir erreichten die schwierigste Stelle: ein 15 Meter senkrechter Aufstieg, eingestuft als C, mit ordentlich Tiefblick. Nach einigen Diskussionen war die Entscheidung getroffen – ich kehrte um, Björn kletterte weiter und wir trafen uns nach der Schlüsselstelle wieder (die ließ sich zum Glück umgehen).

Wieder vereint ging es weiter den Berg hinauf. Das Terrain blieb ausgesetzt (so ausgesetzt, dass ich mich doch einige Male sehr zusammen reißen musste). Immer wieder galt es luftige Bänder zu queren. Irgendwann dann der höchste Punkt. Fotos, kurze Pause und ein Fluchen: da wo ein Draht wirklich mal sinnvoll gewesen wäre, gab es natürlich keine Sicherung!

Ausgesetzt aber weiterhin schön ging es nun den Berg wieder hinunter. Die nächste Schlüsselstelle, ein C Abstieg, meisterte ich diesmal problemlos. Nichtsdestotrotz hat mich dieser Klettersteig einige Nerven gekostet… Auf dem Parkplatz dann endlich das wohlverdiente Focaccia. Gesättigt, noch voller Adrenalin und unbelehrbar wie immer entstand der Plan noch schnell die Mini Ferrata Ballino – Cascata Rio Ruzza beim Lago di Tenno zu machen. Natürlich verliefen wir uns erstmal wieder und als wir nach einer gefühlten Ewigkeit endlich vor dem Wasserfall standen, war die Luft raus. Ich hatte keine Lust mehr, war todmüde und hungrig. Björn stieg noch schnell in den kurzen senkrechten Steig ein. Nach wenigen Minuten war der Kessel erreicht und der Steig auch schon zu Ende. Einige Fotos und schnell zurück nach Arco. Wir wollten endlich duschen und hatten einen Bärenhunger. So standen wir auch pünktlich zur abendlichen Öffnungszeit bei der Pizzeria auf der Matte.

3. Tag: Cima Rocca Klettersteig-Runde

3. Tag: Cima Rocca Klettersteig-Runde

Heute sollte es die Cima Rocca Runde werden – bestehend aus drei miteinander verbundenen Klettersteigen: Via Ferrata F. Susati, Via Ferrata M. Foletti und Sentiero dei Camminamenti, insgesamt rund 850 Höhenmeter, Dauer ca. 6 Std.

Nach etwa 1,5 Std. Zustieg beim dem hin und wieder schon die Hände zur Hilfe kamen, seilten wir uns an. Nun ging es zügig in leichter Kraxelei den Berg hinauf. Schon bald machten wir eine kurze Rast auf der Cima Cape und genossen den Tiefblick auf den Gardasee.

Weiter über einen Grad, danach die Bergflanke querend über zwei Platten und dann ein Stück abwärts gelangten wir zum Bivacco Arcione. Bis hierher war ich auch schon letztes Jahr gekommen, allerdings waren wir damals wesentlich später dran und stiegen vom Bivacco nach Biacesa ab.

Heute waren wir gut in der Zeit. Wir hatten den Klettersteig bisher fast für uns alleine gehabt, nun trafen wir allerdings gleich auf mehrere (größere) Gruppen.

Das letzte Stück ist insbesondere bei Gruppen mit Kindern sehr beliebt, da der Weg zum Cima Rocca durch mehrere zum Teil lange und verschachtelte Tunnel aus dem ersten Weltkrieg führt, zu deren Begehung man ganz abenteuerlich Stirn-/Taschenlampen braucht. Der dazugehörige Klettersteig ist allerdings noch leichter als die ersten beiden und wir verzichteten immer häufiger darauf uns einzuklinken.

Leider hat Björn seine Kamera bei dem Versuch ein Ausstiegsfoto aus dem Tunnel zu machen die Leiter hinunter geworfen – zum Glück hatte ich meinen Helm auf 😉 Nein, getroffen hat die Kamera mich nicht, aber leider ist ihr der Sturz nicht gut bekommen. Zumindest das Display ist kaputt 🙁

Die Tunnel waren wirklich sehr beeindruckend und ohne Wegmarkierungen hätten wir uns in dem Tunnelgewirr problemlos verlaufen können.

Hinunter ging es dann flott über eine geteerte Strasse und es gab auch wie im letzten Jahr wieder Käsekuchen im netten Cafe in Biacesa. Danach noch ein kurzer Abstecher zum Lago di Ledro. Zum Baden war mir das Wasser aber doch zu kalt und so reichte es die Füsse hineinzuhalten.

2. Tag: Was tun bei Regen?

2. Tag: Was tun bei Regen?

Für heute war Regen angesagt und das schien sich auch zu bewahrheiten. Nachts hatte er zumindest schon ziemlich auf die Dachfenster unseres Zimmers getrommelt. Die im Zimmer befindliche Touribroschüre zum Gardasee hatte unter anderem die Rubrik „Was tun bei Regen“. Mein Favorit, das Mart Kunstmuseum ist Montags leider geschlossen, aber es fanden sich zum Glück noch andere Anregungen. So brachen wir nach einem guten Frühstück zur Cascata di Varone auf. Vor etwa 12 Jahren waren wir schon mal hier, konnten uns aber beide nicht mehr so recht erinnern, der Anblick ist tatsächlich sehr beeindruckend. 100 Meter stürzt das Wasser eine enge Schlucht hinab und macht ordenlich Wassernebel und Lärm. Nass (allerdins nur vom Wasserfall, es war ansonsten bisher trocken geblieben) und zufrieden verließen wir vor dem Ansturm der ersten Touristenbusse die schöne Anlage.

Weiter zum Lago di Tenno, der sich in einem fantastischen Blau präsentierte. Da es noch immer nicht regnete, beschlossen wir den kleinen See einmal zu umrunden.

Auf dem Rückweg nach Arco hielten wir noch kurz in Canale di Tenno, einem mittelalterlichen Ort und angeblich eines der schönsten Dörfer Italiens, der uns mit seinen engen und verwinkelten Gassen faszinierte. Am Ende unseres Dorfspazierganges fing es tatsächlich an zu regnen und hörte bis zum Abend auch nicht mehr auf, aber in Arco gibt es derartig viele Outdoor- uns Sportgeschäfte, dass ein Nachmittag recht schnell vergehen kann…

1. Tag: Klettersteige am Gardasee reloaded

1. Tag: Klettersteige am Gardasee reloaded

Nachdem ich im letzten Herbst meinen Gefallen an Klettersteigen gefunden hatte, steht diesen Herbst eine Wiederholung ohne Schissertrupp dafür mit Björn an.

Es hatte zwar länger gedauert als erwartet, aber gegen 15 Uhr waren wir am Sonntag endlich in Arco angekommen. Das Hotel liegt perfekt am Rande der Fußgängerzone. Einchecken, Umziehen und dann schnell los zum ersten Klettersteig denn morgen soll es regnen.

Ein kurzer Fußmarsch durch Arco, vorbei an einigen Kletterwänden und schon standen wir am Anstieg unserer ersten Via Ferrata, dem Collodri. Ursprünglich wollten wir zum Rio Salagoni Klettersteig in Drena, aber da wir so spät dran waren, hatten wir uns stattdessen für den Hausberg von Arco entschieden. War auch die bessere Wahl, denn im Nachhinein stellte sich heraus, dass der Rio Salagoni zur Zeit gesperrt ist. Die darüber liegende Außenmauer der Burg ist einsturzgefährdet und eine Burgmauer möchte ich lieber nicht auf den Kopf bekommen…

Ohne Schwierigkeiten folgten wir dem leichten Weg den Berg hinauf. Ich kannte ihn ja eh schon und für Björn natürlich gar kein Problem. Das Klettersteigset wäre vielleicht nicht unbedingt nötig gewesen, aber so hatten wir es zumindest schon mal ausprobiert;-)

Nach weniger als einer Stunde erreichten wir den Ausstieg wo uns einige Ziegen begrüßten. Sie standen sehr pittoresk auf dem Hochplateau mit Blick auf Burg und Gardasee, stanken aber ganz schön nach „Ziege“. Noch ein kleiner Abstecher zum Gipfelkreuz des Collodri und dann zurück nach Arco.

Für heute stand die zum Hotel gehörende Pizzeria auf dem Plan. Wir hatten Glück und bekamen noch einen Platz, denn sie scheint sich äußerster Beliebtheit zu erfreuen und es ging zu wie in einem Bienenstock. Noch ein kurzer Spaziergang durchs nächtliche Arco und dann rief auch schon das Bett 😉

13. Tag: Basta

13. Tag: Basta

Heute wurde nicht mehr gewandert, sondern letzten Einkäufen (der leckere Käse muss unbedingt exportiert werden) und dem Tennisspiel gefrönt (zumindest von männlicher Seite). Es gibt in Baceno nämlich einen Campo Sportivo mit kostenlosem Tennisplatz und Hilmar hat Tennisschläger mitgebracht. Statt Abendessen wurde gegrillt und ein schöner Urlaub nimmt nun ein Ende. Wie gut, dass wir immer wieder hier herkommen können!

12. Tag: Rifugio Citta di Busto

12. Tag: Rifugio Citta di Busto

Unsere Zeit in Baceno neigt sich dem Ende zu und langsam werden die Beine etwas wandermüde. Gar nichts machen war aber auch nicht die Lösung. Folglich ging es heute ins Nachbartal. Um etwas genauer zu sein bis zum Ende vom Formazzatal. Unterhalb der Staumauer des Lago di Morasco parkten wir unser Auto und machten uns auf den Weg zum Rifugio Citta di Busto. Den ersten Teil der Route kannten wir schon, da sie auch zur Alpe Bettelmatt führt. An einem Abzweig konnten wir uns zwischen zwei Varianten entscheiden und nahmen den ersten Abzweig. Schon ging es steil den Hang hinauf zwischen Alpenrosen und Felsblöcken. Irgendwann, als wir dachten eir hätten eigentlich schon slle Höhenmeter gemacht, erspähten wir auf einem Felsgrat Hinweisschilder. Etwas irritiert lasen wir Sentiero solo per esperti. Hm, naja so wild war das nun auch wieder nicht, hat mich aber erstmal wieder erschreckt, da ich dachte da kommt noch wer weiß was auf mich zu. Es wurde zwar noch etwas steiler und kurze Abschnitte waren eher schmal, aber der Hinweis war nun doch übertrieben.

Gerade als ich gar keine Lust mehr hatte, stolperte ich über ein recht großes Bergkristallbruchstück. Juchu. Prompt war ich motivierter den Aufstieg fortzusetzen. Der weitere Weg erwies sich als wahre Fundgrube für Bergkristallstückchen. Von winzig bis Walnuss gross, soviele habe ich noch nie gefunden. Auch die Hütte vom Rifugio Citta di Busto (2480 m) war mal wieder urig. Für den Weg hinunter wählten wir die andere Variante und der Abstieg verlief auf einem gut erkennbaren Pfad über die Alpe Bettelmatt zurück zum See. Dieser Weg war allerdingswesentlich frequentierter, was dazu führte, dass wir (nachdem wir morgens fast auf eines drauf getreten waren) keine Murmeltiere mehr zu Gesucht bekamen.

Unterwegs: 5 Std. Rauf & Runter: 750 Hm

Da wir anscheinend noch nicht ausgelastet waren, ging es abends zur Cistella – aber das Restaurant und nicht der Berg. Nichtsdestotrotz machte das nochmal 200 Hm rauf & runter und einige Schweißtropfen aus…

11. Tag: Am Fuße des Monte Rosa

11. Tag: Am Fuße des Monte Rosa

Heute wollten wir eine alte Tour wiederholen, die Monte Rosa Runde zum Rifugio Zamboni-Zappa. Die lange Anfahrt nach Macugnaga wurde wie gehabt mit dem Blick auf die imposanten Hänge des Monte Rosa Massivs belohnt. Der Weg war in einem deutlich besseren Zustand als beim letzten Mal und ohne Probleme erreichten wir erst die Alpe Rosareccio und kurze Zeit später die Hochebene Piani Alti. Von dort wäre es nur noch etwa 1 Stunde bis zum Rifugio gewesen, aber wir mussten soviele Pausen für Fotos einlegen, dass es etwas länger dauerte. Egal dafür waren wir hierher gefahren. Nach dem obligatorischen Café im Rifugio Zamboni-Zappa (2065 m) sind wir noch einen kleinen Hügel zu einer Kapelle hochgelaufen von wo die vergletscherten Hänge noch eindrucksvoller zu sehen waren. Gerade als wir den Rückweg antreten wollten, donnerte es und wir sahen eine Lawine abgehen.

Auf dem Rückweg sind wir zu früh auf die Moräne abgebogen, über das Geröll rutschend erreichten wir dann aber doch den markierten Weg über den Belvedere Gletscher. Der sieht hier übrigens gar nicht wie ein Gletscher, sondern viel mehr wie eine Schutthalde aus, da er komplett mit Geröll bedeckt ist. Kurze Zeit später waren wir an der Seilbahnstation Belvedere und wo sie schon mal da war, haben wir sie natürlich auch benutzt 😉 Eine absolut lohnenswerte Tour und auch beim zweiten Mal kein bisschen langweilig (nicht umsonst hängt ein Foto der Monte Rosa Ostwand über unserem Küchentisch)!

Unterwegs: 5 Std (inkl. Pause und Sessellift) Rauf: 850 Hm Runter: 300 Hm

10. Tag: Lago d‘Orta

10. Tag: Lago d‘Orta

Nach gestern war ein Ruhetag dringend nötig. Das heutige Ziel daher kein Berg, sondern ein See, der Lago d’ Orta. Zunächst ging es aber in Omegna beim Alessi Fabrikverkauf vorbei und wir besitzen nun den 5. Espressokocher. Wenn er doch so formschön ist 😉 Weiter ging es nach Orta San Giulio. Ein sehr schöner, wenn auch etwas überlaufener Ort (empörend fanden wir allerdings, dass ein Café dort 2,30€ kostete. In den Bergen und Domodossola beträgt der Standardpreis für Café 1,00€).

Diesmal sind wir auch mit dem Boot zur Isola San Giulio (auch Insel des Schweigens genannt mit noch aktivem Benediktinerinnenkloster) übergesetzt, wo uns die Kirche faszinierte. Ein schönes verwinkeltes Gebäude mit alten Malereien an Decken und Wänden und einem toten Heiligen mit Goldmaske im Glassarg im Keller. Sehenswert! Wir machten die Umrundung des Sees mit dem Auto dann noch komplett und gönnten uns in Pella noch sehr leckeres Eis mit Blick auf den See.

9. Tag: Passo della Rossa

9. Tag: Passo della Rossa

Gemeinsam mit den Nachbarn wollten wir heute eine eher kurze Tour machen: einmal von der Alpe Devero zum Passo della Rossa. Ok, es sind dann doch für uns 6 Stunden geworden und für die Nachbarn sogar 8.

Vom Devero ging es zunächst mal wieder steil durch Wald nach oben. Aber schon bald blieben die Bäume zurück. Das Gelände blieb steil, wurde aber felsiger und verlief an einem plätschernden Bach entlang.

Nach einer Rast auf der Piana Rossa, einer malerischen Hochebene auf der früher Ziegen weideten, nahm die Steilheit noch mal deutlich zu. Nach einem kurzen, kräftigen Aufstieg änderte sich die Landschaft erneut: es wurde blockig. Große Felsblöcke säumten den Weg und schon bald konnten wir die Eisenleiter erahnen, die als Schwierigkeit im Wanderführer erwähnt wurde. Die erwies sich aber als eher unspektakulär, dafür mussten wir zwischendurch immer wieder mal Hand an den Fels legen, um eine Felsstufe zu überwinden.

Nach der Kraxelei erreichten wir den Bocca della Rossa (2392 m) und wieder änderte sich die Landschaft: zwischen runden, glattgeschliffenen Felsen tümten sich große und kleine Felsblöcke. Wunderschön. Der weitere Weg war gut markiert und führte mal wieder über einige ausgedehnte Schneefelder.

Da der eigentliche Passo della Rossa nicht aufrauchte, beschlossen wir umzudrehen. Hilmar und Benicio wollten weiter und über den Passo di Crampiolo absteigen. Unser Abstieg ging fix und eh wir uns versahen standen Café, Arranciata und Torta auf dem Tisch. Nachdem die anderen uns berichteten, wie ihr weiterer Weg verlaufen war (noch mehr Schneefelder und ein langer Abstieg über nerviges Geröll), waren wir froh umgedreht zu sein. Benicio meinte auch „die“ Wanderung würde er nicht noch einmal machen… Aber er hat sich ja wacker geschlagen.

Unterwegs: 6 Std. Rauf & Runter: 850 Hm

8. Tag: Pizzo Diei statt Cistella

8. Tag: Pizzo Diei statt Cistella

Der Plan für Sonntag stand schon lange fest, es sollte auf die Cistella (2880 m) gehen. Das ist der Berg auf den man hier die ganze Zeit sieht und nach dem auch das hiesige Stammlokal in Croveo benannt ist. Da der Anstieg von „unserer“ Seite recht ambitioniert ist (1700 Hm), wollten wir es von der anderen Seite und mit Seilbahnunterstützung wagen (diese wiederum fährt zur Zeit nur am Wochende). Also sind wir früh nach San Domenico aufgebrochen und fuhren gleich mit der ersten Tour hinauf nach Dosso. Oben angekommen galt es mal wieder den richtigen Weg zu finden und wenig später zeigte sich die nächste Herausforderung: ein Schneefeld in einer steilen Bergflanke. Zum Glück war der Schnee etwas sulzig und es ließen sich gute Tritte treten. (Schade nur, dass ich gestern die Snowspikes aus dem Rucksack ausgepackt habe. Die hatten wir die ganze Zeit mitgeschleppt und wenn man sie endlich mal brauchen kann…) Die nach uns kommenden Italiener dankten es uns. Kaum lag dieses Schneefeld hinter uns, verschwanden die Wegmarkierungen leider unter weiteren Schneefeldern. Nach einigem Herumgeirre folgten wir einfach einer geführten Gruppe, die einen direkten Aufstieg mit Klettereinsatz gewählt hatte. Der Aufstieg gestaltete sich entsprechend abenteuerlich, dafür gewannen wir schnell in den Blöcken an Höhe.

Es galt dann diverse weitere Schnee- und Schotterfelder zu queren und die eine oder andere etwas exponierte Stelle zu meistern bis irgendwann auch wieder Wegmarkierungen auftauchten und wir kurze Zeit später auf dem Pizzo Diei standen (mit 2909 m sogar etwas höher als die Cistella und somit der höchste Punkt des Tages). Eigentlich ist er nur eine riesige Schotterkuppe allerdings mit sagenhaftem Rundumblick. Fasziniert liessen wir das Bergpanorama auf uns wirken bevor wir uns weiter auf den Weg Richtung Cistella machten.

Wieder gab es keinen richtigen markierten Weg bzw. dieser schien unter einem gletscherähnlichen Schneefeld verschwunden zu sein, welches wir lieber nicht betreten wollten. Ein paar Schafe hat das allerdings nicht gekümmert. Die standen mitten in diesem steilen Feld bis zum Bauch im Schnee. Da fragt man sich schon ein wenig, was sie da bloß zu suchen haben?! Wir suchten uns jedenfalls eine Alternativroute und wechselten zwischen Kletterpassagen und Schneefeldern bevor wir etwa 1 Stunde vor der Cistella beschlossen lieber umzukehren, nicht, dass wir wohlmöglich die letzte Seilbahn verpassen… Zwischenzeitlich waren wir wieder auf Markierungen gestoßen und zurück waren diese deutlich besser zu erkennen. Diesmal führte der Weg allerdings seitlich unterhalb des Pizzo Diei vorbei. Als uns an einer Stelle die weitere Wegführung nicht klar war, kamen zum Glück ein paar Italiener um die Ecke und wir sahen wo wir lang mussten (und, dass der Weg auch problemlos zu meistern war). Allerdings galt es trotzdem noch einige breite und steile Schneefelder zu passieren. Beim 2. oder 3. Schneefeld rutschte eine uns entgegenkommende Wandererin ab und viele Meter herunter bevor sie endlich zum Halten kam. Zum Glück schien sie unverletzt und setze ihren Weg auch gleich fort. Etwas verschreckt, änderten wir daraufhin unsere Taktik und quälten uns zwischen oberer Schneefeldkante und Felswand weiter. So war der Weg sicherer, aber wir mussten wieder etwas klettern und es blieben auch mehrere Schrammen am Körper zurück…

Es folgten noch einige weitere Schneefelder und immer wieder auch kleinere Kraxeleien bevor wir wieder am Lift waren. Der Abstieg war trotz allem wesentlich kürzer als ursprünglich befürchtet und wir schaukelten zufrieden nach dieser eindrucksvollen Tour ins Tal. Mittlerweile war der Lift gut besucht. Er ist nämlich gleichzeitig der Zugang zu diversen Mountainbike-Downhill-Strecken und so kamen uns viele martialisch aussehende Mountainbiker (mit den ganzen Protektoren etc. sehen sie fast wie Ritter mit Rüstung oder Robocops aus) mit ihren Rädern entgegengeschaukeltund ein paar konnten wir auch bei der Abfahrt beobachten.

Ein sehr schöner Tag, die Cistella wird allerdings ein anderes Mal dran glauben müssen. Von der Bacenoseite aus, wäre eventuell eine Überlegung wert – vielleicht sind 1700 Hm doch nicht so schlimm 😉

Dauer: 5 Stunden Rauf & Runter: 600 Hm

7. Tag: Ricreazione e Domodossola – Erholung und Domodossola

7. Tag: Ricreazione e Domodossola – Erholung und Domodossola

Am 7. Tage sollst du ruhn und möglichst wenig Schritte tun… So galt es heute sich auszuruhen und lediglich einzukaufen. Samstag ist Markttag in Domodossola: Gemüse, Obst, Käse und Wurst – der Einkauf für die nächste Woche war also gleich mit einem pittoresken Marktbummel erledigt. Gestern hatte Björn länger in Locatellis Kochbuch „Made in Italy“ geblättert und diverse Leckereien herausgesucht. Wir dürfen gespannt sein. Zwischenzeitlich waren auch die Nachbarn in Baceno angekommen und hatten schon angefangen eine ganze Poollandschaft aufzubauen. (Kleiner Fußbadpool, mittlerer Chillpool und großer „Ich dümpel als ganzes im Wasser Pool“ – so lässt sich die Hitze aushalten 🙂

Der Rest des Tages verlief ruhig. Lesen, schreiben, kochen.

6. Tag: Affrettarsi – Beeilt

6. Tag: Affrettarsi – Beeilt

Heute wollten wir es ruhig angehen lassen und das wieder schöne Wetter genießen. Von der Alpe Colma sollte es erst den Höhenrücken entlang und dann runter nach Villadossola gehen, um von dort den Bus zu nehmen. Da wir auch noch schnell auf dem Pizzo Castello vorbei schauen wollen, rechneten wir nicht damit rechtzeitig für den Mittagsbus im Tal zu sein (der nächste fährt dann erst wieder abends nach Baceno).

Die Überraschung war dementsprechend groß, als wir nach unserem Abstecher auf den Pizzo Castello (1607 m – sagenhafter 360 Grad Rundumblick bis zum Monte Rosa) ein Schild sahen, auf dem der Weg nach Villadossola mit 1,5 Stunden angegeben war. Im Schweinsgalopp sind wir den Berg runter, über Stock und Stein und durch mannshohe Farnfelder. Obwohl wir auch noch einmal den falschen Weg einschlugen (statt Villadossola stand irreführend auf einmal Pallenza auf dem Wegweiser) und auch noch die richtige Bushaltestelle erfragen mussten, standen wir auf die Minute genau an der Bushaltestelle und der Bus fuhr vor. In Domodossola hatten wir kurz Zeit für ein Eis und Café und schon ging es weiter nach Baceno. Mittlerweile machte sich der rasante Abstieg allerdings ordentlich bemerkbar. Die Knie wollten sich eigentlich nicht mehr biegen lassen, die Oberschenkel brannten und die Waden fühlten sich auch recht hart an. Außerdem hatte ich mir eine Zecke eingefangen… Aber ab jetzt können wir uns ja erholen und frisch gewaschene Wäsche ist doch was Feines 😉

Unterwegs: 3 Std. 45 min. Runter: 1380 Hm

Rauf: 100 Hm

5. Tag: Barare – Geschummelt

5. Tag: Barare – Geschummelt

Nach einem eher untypischen Frühstück mit Käse und Speck, begannen wir unsere letzte Etappe auf dem GTA.

Nachts hatte es geregnet und so ging es zunächst über nasse, rutschige Grashänge ins Tal (so rutschig, dass selbst Björn hin und wieder ins Straucheln kam). In Antronapiana angekommen gab es erstmal Café, denn wir hatten beschlossen heute ein wenig zu schummeln und anstatt den Weg die Straße entlang lieber den Bus zu nehmen.

Hatten wir uns gestern noch über unser Wetterglück gefreut, zogen heute dichte Wolken auf und während wir im Café saßen, fing es an zu regnen.

Nach kurzer Busfahrt erreichten wir unseren Einstieg. Das Wetter meinte es jedoch wieder gut mit uns und der Regen hatte schon wieder aufgehört. 1000 Höhenmeter lagen vor uns, die zwar anstrengend waren, aber Regen und Gewitter ließen auf sich warten und so konnten wir trockenen Fußes hinauf laufen. Nach knapp 3 Std. war es geschafft.

Die Alpe Colma liegt sehr malerisch und mit großartiger Aussicht auf einem Kamm und wir wurden als erstes vom Hund und danach vom Hüttenwirtspaar begrüßt (alle sehr sympathisch). Beim obligatorischen Café und Arranciata erwiesen die beiden sich dann als eingefleischte Ökos: der Tabak wird mit einer (handbetriebenen) Maschine geschnitten und zu Zigaretten gerollt, der Café von Hand gemahlen und selbstverständlich wurde auch die Pasta handgemacht. Außerdem wurden wir gebeten alle elektrischen Geräte auszumachen, da sie elektrosensitiv seien. Sie haben zwar selber ein Handy, damit die erreicht werden können, das liegt aber gut gesichert hinter einem mit Alluminiumfäden gewebten Vorhang und abends wird bis auf für ein paar Lichtschalter der komplette Strom abgestellt. Im übrigen schien das auch ein Thema zu sein, welches sie schwer beschäftigte…

Eigentlich sollten noch 2 weitere Deutsche kommen (sie hatten telefonisch reserviert), tauchten allerdings nicht auf. Die Hüttenwirtin meinte auch, das würde in letzter Zeit häufiger passieren (das gleiche hatte auch schon der Hüttenwirt in Cheggio gemeint). Ziemlich blöd, vor allem, wenn sich größere Gruppen angekündigt haben und nicht auftauchen. Dann muss das Essen weggeschmissen werden. Abgesehen davon ist dann auch immer unklar, ob nicht vielleicht etwas passiert ist. Also immer absagen, wenn etwas dazwischen kommt bzw. noch besser tatsächlich kommen!

Zur Alpe Colma kam aber dafür noch ein junger Italiener, der sich ebenfalls vorgenommen hat den kompletten GTA zu erwandern. Er ist allerdings besonders ambitioniert und macht immer 2-3 Etappen pro Tag. So war er heute vom Bivacco Marigonda (liegt in der Nähe der Alpe Laghetto) aufgebrochen und dementsprechend fertig… Es hatte zwischenzeitlich auch immer wieder ordentlich geregnet… Als wir beim Abendessen waren, tauchte auch noch einer unserer Weitwanderer von der Alpe Laghetto auf. Nachdem wir die beiden das letzte Mal bei der Alpe Preia gesehen hatten, von wo sie vor uns aufgebrochen waren, hatten sie sich wohl erstmal für 2 Std. Verlaufen. Am Passo della Preia hatte er beschlossen, dass er nicht mehr weiter wollte und dort gezeltet. War in der Nacht wohl eher unangenehm. Fettes Gewitter und Sturm… Das erklärte jedenfalls warum wir a) die beiden beim Abstieg nach Cheggio gar nicht mehr gesehen haben und b) warum wir später am Refugio in Cheggio nur einen von ihnen haben Vorbeiwandern sehen.

Das Abendessen war (wie nicht anders zu erwarten) sehr Lecker. Primo: besagte selbstgemachte Pasta mit Ragu Secondo: Fleisch mit Zitronensauce und Salat dazu selbstgebackenes Brot. Statt Nachtisch kam der selbstgebrannte Grappa und Genepi auf den Tisch. Björn war noch einen Moment länger unten und bekam Zuccherini kredenzt. Eine hiesige Spezialität – Zuckerwürfel mit Kräutern in Alkohol (in diesem Falle Genepi) eingelegt. Das macht Laune 😉

Unterwegs: 6 Stunden (inklusive 1 1/2 Stunden Wartezeit auf den Bus) Runter: 600 Hm Rauf: 1000 Hm

4.Tag: Scorrevole – Abgerutscht

4.Tag: Scorrevole – Abgerutscht

Nach einem typisch italienischen Hüttenfrühstück: Weißbrot, Zwieback, Marmelade und Café machten wir uns auf den Weg nach Cheggio. Die feundlichen Hüttenwirte wiesen uns gleich noch den kürzesten Weg. So war nach knapp 20 Minuten der erste Pass des Tages, der Passo di Campo erreicht. Nun ging es erstmal über Bergwiesen bergab. Früh am morgen war es noch kühl und wir kamen schnell voran und das Bergpanorama rundherum war mal wieder sagenhaft.

Irgendwann war das Tal erreicht und wir mussten wieder aufwärts. Die Wege hatten im Winter allerdings ordentlich gelitten. Immer wieder waren Stücke abgerutscht. Im Wanderführer stand noch „Die heikle Querrung einer abschüssigen Grasflanke ist jüngst durch einen breiteren Weg entschärft worden.“ Denkste! Nach etwa 2,5 Stunden standen wir an besagter Grasflanke. Leider war gar kein Weg mehr vorhanden, da er auf einer Länge von 20-30 m ins Tal gerutscht war. Vorsichtig und mit klopfendem Herzen tasteten wir uns oberhalb des Abbruchs Schritt für Schritt weiter. Kein Spass auf dem rutschigen Gras!  Aber irgendwie haben wir es geschafft und konnten unseren Weg dann normal fortsetzen.

Wir kamen zur Alpe Preia mit alten unterirdischen Ställen von den einer als Rastplatz ausgebaut worden war. War aber leider nicht zu benutzen, da der Zugang von einem Schneefeld versperrt wurde. Apropos Schneefelder, davon waren auf dem weiteren Weg einige zu queren, die aber keine Probleme machten. Nach einer gefühlten Ewigkeit standen wir am höchsten Punkt des heutigen Tages am Passo della Preia (2327 m).

Von nun an ging es nur noch bergab, aber gerne steil, teilweise recht rutschig und auch immer wieder ziemlich zugewachsen. Der Weg zog sich und in den Oberschenkeln, Knien und Hüften machte sich das viele bergab ganz schön bemerkbar. Der Weg am Ufer des Lago Alpe dei Cavalli zog sich entsprechend und auch diesmal hat sich das Rifugio versteckt.

Allerdings nur am untersten Dorfrand von Cheggio. Es folgte the same procedure as every day. Café, Arranciata diesmal erweitert durch Kuchen (wir hatten so einen Hunger), Duschen und in der Sonne vorm Haus beim Gebimmel der Kuhglocken aufs Abendessen warten. Auch hier im Rifugio Citta di Novara wurden wir wieder sehr nett empfangen und uns wurden gleich Liegestühle und eine große Flasche Wasser hingestellt. Außerdem wurde uns freundlicherweise ein Zweibettzimmer zugeteilt. Das erfreut das Wandererherz! Der Refugio-Hund ist etwas älter und nicht so aufs Spielen versessen, meinen Kuchen hätte er aber gerne gehabt 😉

Primo: Pasta mit Tomatensugo und Salat!
Secondo: Scaloppine mit Zucchini und Karotten-Zwiebel Sauce
Dolce: Torta

Unterwegs: 7 Stunden Rauf: 700 Hm Runter: 1250 Hm

3. Tag: Nascosto – Versteckt

3. Tag: Nascosto – Versteckt

Nach Hagel und Gewitter gestern Abend, präsentierte sich das Wetter heute morgen mit blauem Himmel und Sonnenschein. Wir beschloßen einen kleinen Abstecher zur Bocchetta Gattascosa zu machen und das Panorama der 4000er Berge auf der schweizerischen Seite zu begutachten (war allerdings nicht so beeindruckend, war aber auch Richtung Schweiz noch recht bewölkt). Im Anschluss machten wir uns auf unseren eigentlichen Weg zum Refugio Laghetto.

Zunächst ging es über ein Hochmoor zurück nach San Bernardo. Da gab es erstmal Café und Crostata, die uns gestern schon angelacht hatte. Anschließend verlief der Weg die meiste Zeit im Wald und bot wohltuenden Schatten. Es war nämlich wieder ganz schön heiß. Auf Dauer zog sich der Weg ganz schön. Auf eine Kurve folgte die nächste und die verfallenen Häuser der Alpe Oriaccia, die wir schon von Weitem gesehen hatten und als Rastplatz auserkoren hatten, tauchten so lange nicht auf, dass wir mit einem anderen sonnigen Fleck Vorlieb nahmen (zwei Kurven weiter, war die Alpe dann natürlich erreicht…).

Der letzte Anstieg zum Refugio Laghetto war tatsächlich wie angekündigt steil – sehr steil. Schnaufend und vor Schweiß triefend ackerten wir uns den Berg hinauf. Das Refugio blieb bis kurz vor unserer Ankunft verborgen, so dass wir leise zweifelten ob wir wohl richtig sind. Endlich Angekommen waren die Anstrengungen bald vergessen. Café, Arranciata, warme Dusche und sehr sympathische Hüttenwirte, sowie eine fantastische Sicht waren der Lohn für den schweißtreibenden Anstieg.

Die Hütte wird von einem Team aus 4 älteren Männern und Frauen und 2 jüngeren Männern bewirtschaftet. Alle wuseln irgendwie beschäftigt herum und sind super freundlich und hilfsbereit. Nach dem Duschen wird einem ein Fön angeboten, die hinterm Haus versteckte Wäscheleine für die nassen Sachen gezeigt und einem anderen Wanderer, dem der Trekkingstock gebrochen ist, dieser mit Hilfe von Holz und Gewebeband repariert. Außerdem hat die Hütte eine wunderschöne Lage in einem Talkessel oberhalb von einem kleinen See. Überall blühen Alpenrosen und andere Almblümchen und die Murmeltiere hopsen durch die Wiese. Was will man mehr?!

Auch das Abendessen war fantastisch. Vorweg „Bergantipasti“ sprich Speck, Salami, Brot und gebratene Polentaschnitten mit Käse Primo: selbstgemacht Pasta mit Ragu Secundo: Bagnato (angeblich ein typisch piemontesisches Gericht – Rindfleisch mit einer Sauce aus vielen Kräutern etc. sehr lecker!) Dolce: Crostata oder Apfelkuchen oder Schokokuchen. Der jüngste Mann im Trupp war im übrigen der Chefkoch und sehr ambitioniert uns sein Essen nahe zu bringen. Dafür bemühte er sogar seine Englisch Brocken. Besondere Betonung legte er noch darauf, dass alles hausgemacht und das meiste auch aus Vollkornmehl sei. Außer uns waren noch 3 andere GTA Wanderer auf der Hütte 2 deutsche Männer, die beide gerade ein Sabbathalbjahr machen (nein, keine Lehrer) und den kompletten GTA laufen wollen. Respekt! Sie haben sich zufällig getroffen und gleich zusammen getan. Außerdem war noch eine junge Frau da. Wir haben sie erst für eine Französin gehalten, aber dann stellte sich heraus, dass sie eine Österreicherin ist, die bloss mir den Hüttenleuten französisch gesprochen hat, da sie kein italienisch kann. Die wiederum wendeten zwischenzeitlich französich auf alle an und es wurde ein wilder Sprachenmix am Abend. Im übrigen waren die Hüttenleute eh keine Freunde von Traurigkeit. Beim Abendessen floss der Genepi reichlich (auch am Nachmittag war uns schon Grappa zum Café angeboten worden) und es wurden einige Zigaretten vor der Tür geraucht. Ich frag mich bloß, was die machen, wenn die mal alle sind, der nächste Zigarettenautomat ist etwas weit…

Unterwegs: 6 Std. Rauf: 790 Hm Runter: 740 Hm

2.Tag: Ritornato – Zurückgekehrt

2.Tag: Ritornato – Zurückgekehrt

Pünktlich um 7.02 Uhr tauchte der Bus auf. Nachdem alle eingestiegen waren, verschwand der Busfahrer allerdings erstmal auf einen Café in die Bar. Zum Glück sind Espressi klein 😉 Als es dann los ging, hatte ich erstmal einen Flashback. Genau wie beim ersten mal GTA mit Kathi, sass der lauthals singende Typ in der ersten Reihe hinter dem Busfahrer und hörte damit auch nicht auf bis wir in Domodossola waren. Von Domodossola ging es mit dem nächsten Bus weiter nach San Lorenzo im Bognanco Tal. Dort war unser Einstieg in den GTA und etwa 1100 Höhenmeter standen heute auf dem Programm. Der Aufstieg verlief lange im Wald, zum Teil sehr steil, manchmal schlecht ausgeschildert. Alles wie gewohnt 😉

Wieder liefen wir durch alte Steindörfer und an verfallenen und teilweise auch noch genutzen Alpen vorbei und waren froh, dass die Temperatur auf unter 25 Grad gefallen war. Mehr oder weniger unfreiwillig (bzw. wir hatten mal wieder nicht genug aufgepasst) haben wir den längsten Weg zum Rifugio gewählt und noch einen Umweg über den Lago di Agro gemacht. (@ Nina: da kam uns auch prompt dein Ossolaner Wanderpapst entgegen – zu erkennen am T-Shirt mit entsprechendem Aufdruck und dann sieht er auch noch tatsächlich so aus wie auf seinem Internetfoto). Nach 5 1/2 Stunden erreichten wir das Rifugio Gattascosa.

Der Rifugio Hund freute sich endlich jemanden zum Spielen zu haben und beteiligte sich mit Wonne an meinen Hüft- und Yogaübungen im Gras. Die Zeit bis zum Abendessen vertrieben wir uns auf einem Felsvorsprung sitzend und die idyllische Landschaft bewundernd.

Das Rifugio wird von einer alten Frau betrieben. Sie erhält allerdings tatkräftige Unterstützung von ihrer Enkelin + Freundin. Diese spricht anscheinend etwas Englisch und muss nun zu ihrem Leidwesen die ganzen Telefongespräche entgegennehmen und auf Englisch mit den ganzen deutschen Wanderern Radebrechen. Die Ärmste ist schon ganz gestresst. So haben wir auch erfahren, dass morgen das komplette Rifugio ausgebucht ist – da haben wir wohl Glück gehabt. Außer uns sind heute nur zwei weitere Wanderer hier und wir konnten ein Zimmer für uns alleine ergattern 🙂 Passend zum Abendessen zog ein ordentliches Gewitter auf mit Hagel und allem drum und dran, da hatten wir was zu gucken 😉 Das Essen war im übrigen sehr lecker.

Primo: Minestrone
Secundo: Dreierlei Fleisch Salsicca (Bratwurst), Cervo (Hirsch), Spezzatini (sowas wie Rindergulasch) mit Brot
Dolce: Crostata

Unterwegs: 5 1/2 Std. Rauf: 1100 Hm Runter: 150 Hm

1.Tag: Baceno

1.Tag: Baceno

Wir sind mal wieder in Baceno und es fühlt sich altbekannt und fast wie zu Hause an. 14 Stunden Autofahrt werden mit Bergpanorama im Sonnenschein, Pizza Salsiccia von ‚Oggi Pizza‘ und Birra Moretti belohnt.

Am nächsten Morgen bemerken wir dann aber doch einige Änderungen im Dorfleben: im Alimentari muss man nun Nummern ziehen, um Wurst und Käse zu kaufen. Die beiden Bars sind schon früh am Morgen gut besucht und mehrfach jaulen Sirenen durch das Tal, nicht zu vergessen das Dröhnen der ganzen Motorräder.

Nach dem Frühstück beschließen wir einen Spaziergang zu den Orridis zu machen. Auch hier sind Massen an Menschen unterwegs. So viele Leute hatten wir bislang noch nie in Baceno gesehen – aber wir waren auch noch nie mitten im Sommer hier. Es ist Hochsaison und ganz schön heiß. Egal, trotz des Andrangs sind die Orridis (begehbare eiszeitliche Schluchten) und die Marmite dei Giganti (Gletschertöpfe) immer wieder schön. Wir haben sogar einen Weg entdeckt, den wir noch nicht kannten. Das Schild „Attentione: Sentiero esposto! Solo per esperti!“ hielten wir allerdings für übertrieben.

Nach 2 Stunden schnell noch die Füße im eiskalten Wasser der Marmite gekühlt und dann zurück nach Baceno. Auf dem Weg haben wir dann noch eine Schlange gesehen. Also nicht so ein Schlängelchen was kaum grösser als ein Regenwurm ist, sondern eine echt große Schlange. Als wir sie fotografieren wollten, hat sie allerdings das Weite gesucht. Was gibt es hier wohl für Schlangen? Eine Kreuzotter war es definitiv nicht und eine Blindschleiche erst recht nicht. Vielleicht eine Viper?

Der Rest des Tages verging ruhig mit viel Café und Lesen und abendlicher Beobachtung von Hirschkäfern, die sich beim Fliegen erstaunlich tolpatschig anstellen. Morgen geht es dann wieder auf den GTA. Nachdem wir vor 2 Jahren das Endstück bis zum Mittelmeer gelaufen sind, erwandern wir diesmal ein paar der Anfangsetappen.

Regen, nichts als Regen

Regen, nichts als Regen

Es regnete und sollte auch den Rest des Tages regnen. Also statt in die Berge noch mal nach Arco ein Kletterseil kaufen und auf dem Rückweg beim Weingut Madonna delle Vittorie für Wein und Grappa anhalten.


In Arco haben wir dann tatsächlich noch Harry und Sabine getroffen (2 Mitwanderer von der Fanes Hütte), die ebenfalls ihren Urlaub am Gardasee, allerdings in Malcesine,  verlängert hatten. Tja, Arco ist das Outdoor Shopping Paradies und was soll man bei Regen sonst machen 😉


Weiterging es nach Riva di Garda zum Kultur schnuppern ins Museum und zum Café trinken und leckere Crostata essen in dem sehr schicken 30er-Jahre Café Spiaggia degli Olivi, welches ursprünglich eine Badeanstalt war. Zwischenzeitlich hörte es sogar mal kurz auf zu Regnen. Das war allerdings nicht von Dauer. Gerade sehe ich schon unser Abendessen davon schwimmen. Es gewittert, der Regen prasselt nur so auf das Dach und die Straße vor dem Hotel hat sich schon in einen kleinen Fluß verwandelt…

Berge und Gärten

Berge und Gärten

Heute stand nur eine kurze Wanderung auf dem Programm. Der Himmel war morgens schon grau und für den frühen Nachmittag war Regen angesagt, außerdem saß die Tour von gestern noch in den Knochen.


Auf nach Prabione und auf den Monte Cas. Im dichten Wald ging es bergauf, immer abwechselnd über Stock und Stein und felsige Treppenstufen. Auf dem ersten Plateau angekommen, eröffnete sich  ein imposanter Tiefblick zum See. 600 Meter fiel die Wand vor uns ab.


Immer an der Abbruchkante entlang ging es weiter zur Wallfahrtskirche Santuario di Montecastello. Auf dem Weg lagen viele Höhlen und Stollen aus dem ersten Weltkrieg. In einer dieser Höhlen war sogar ein riesiger Scheinwerfer installiert mit dem die Täler ausgeleutet werden konnten.


Der weitere Wegverlauf war unspektakulär, trotzdem haben wir unsere Abzweigung verpasst und unfreiwillig die Tour ein wenig verlängert.


7 km – 300 Hm (↑↓)

Nach der Tour sind wir noch nach Gardone Riviera zum Giardino Botanico von André Heller gefahren. Den Eintrittspreis von 11 € fanden wir zwar recht gesalzen, aber der Garten ist einfach wunderschön gestaltet.

Wanderführer: Gardasee Michael Müller Wandern: Wanderführer mit GPS-kartierten Wanderungen 1. Auflage 2012, Seite 178, ** Von Prabione zur Wallfahrtskirche Santuario di Montecastello.

Höhentour über Limone: von Pregasina über Punta dei Larici & Cima Bal

Höhentour über Limone: von Pregasina über Punta dei Larici & Cima Bal

Bislang neigte unser Wanderführer eher  zur Übertreibung, was die Schwierigkeit der Touren anging. Daher waren wir von der heutigen Tour doch etwas überrascht, aber ich greife vor.


Bei blauem Himmel und strahlender Sonne ging es mit dem Auto auf schmaler Straße nach Pregasina. Dort angekommen, parkte  ein älteres Pärchen  rasant auf den 2 Parkplätzen neben uns schräg ein. Sie mit Regenhose und ballonseidener Sportjacke, er mit Cordhose, Parker und einem Cappy, welches sich in Auflösung befand. In der linken Hand eine gut gefüllte Papiertüte, in der rechten eine Flasche Wasser und auf dem Rücken ein Kinderrucksack. Wir waren sicher, die beiden wollten zum Friedhof, waren daher überrascht als wir es nach 10 Minuten hinter uns Schnattern hörten. Die beiden holten mit ordentlichem Tempo auf. Neue Hypothese: die suchen Pilze oder ähnliches. Unsere Wege trennten sich nach einer Weile und wir schlenderten weiter den Berg hinauf zum ersten Aussichtspunkt – dem Punta dei Larci. Beim Tee einschenken hörten wir die beiden  dann wieder. Sie noch immer die Hände in die Hüften gestemmt vorweg laufend, er mit Rucksack, Tüte in der einen, Flasche in der anderen Hand hinter her – die beiden hatten den etwas längeren Weg an den Steilwänden zum See entlang genommen. Ok wir müssen wohl mal unsere Vorurteile prüfen 😉


Weiter ging es den Berg hinauf erst zum Passo Guil und dann weiter zum Monte Guil. Ab dort waren laut Wanderführer Trittsicherheit und absolute Schwindelfreiheit erforderlich. Bis zum Passo Chiz war alles noch recht simpel. Der weitere Weg auf dem Grat mit ‚felsiger Kraxelei‘ war zwar sehr schön, aber doch deutlich fordernder als erwartet und die senkrechten Abbrüche taten ihr Übriges…


Der Abstieg war diesmal wirklich sehr steil und rutschig und wir mussten immer wieder mal die Hände zu Hilfe nehmen. Nach insgesamt 6 Stunden waren die Knie dankbar als wir endlich wieder am Auto waren.



11,5 km – 900 Hm (↑↓)

Wanderführer: Gardasee Michael Müller Wandern: Wanderführer mit GPS-kartierten Wanderungen 1. Auflage 2012, Seite 197, **** Höhentour über Limone:von Pregasina über die Punta dei Larici und die Cima Bal.

Hochebene von Tremosine

Hochebene von Tremosine

Heute sollte es von Campione auf die Hochebene von Tremosine nach Pieve di Tremosine und wieder zurück gehen.

Der erste Eindruck von Campione war trostlos. Eine schöne Strandpromenade und dahinter Ruinen einer Baumwollspinnerei sowie ein Bootparkplatz. Der graue Himmel tat ein Übriges.


Nun ja wir wollten ja eh nicht bleiben. Auf alten Treppen ging es steil den Berg hinauf und durch einen Tunnel.


Die nächste Passage war im Wanderführer als nur für „Schwindelfreie empfohlen“ beschrieben. So dramatisch war es allerdings gar nicht. Und von der Kletterei über Felsplatten haben wir gar nichts mitbekommen. So waren wir zunächst etwas desorientiert als wir auf der Hochebene ankamen und unseren Weg suchten.


Auch in weiteren Verlauf war die Beschreibung im Wanderführer nicht immer mit der Realität in Übereinstimmung zu bringen. Trotz eines kleinen Unweges sind wir dann aber in Pieve angekommen und haben eine Rast mit wunderschöner Ausicht genossen.

Der Abstieg war zwar wie beschrieben sehr steil, aber trotzdem gut zu gehen. Nach kurzer Zeit waren wir wieder am Ausgangspunkt unserer Wanderung.

8 km – 540 Hm (↑↓)

Wanderführer: Gardasee Michael Müller Wandern: Wanderführer mit GPS-kartierten Wanderungen 1. Auflage 2012, Seite 182, *** Von Campione auf der Hochebene von Tremosine nach Pieve di Tremosine.

Mont Colodri & Monte Colt

Mont Colodri & Monte Colt

Statt des angekündigten Regens erwarteten uns beim Aufwachen nur einige Wolken und sogar ein wenig Sonne. Also auf nach Arco und auf den Monte Colt.


Zunächst schlängelte sich der Weg durch lockeres Geröll, gesäumt von Steineichen und Buchen den Berg hinauf. Schon bald erreichten wir den Monte Colodri von wo es einen herrlich Blick auf den Gardasee gab.


Der weitere Weg zum Monte Colt blieb abwechslungsreich. Kurze Schotterfelder, Felsplatten, einige Grate mit Tiefblick sowie Stahlseile und Eisentritte wechselten einander ab. Wunderschön.

Obwohl wir gar nicht so hoch waren, max. auf 450 m, sind die Berge und Wege häufig steil und zum Teil ein wenig ausgesetzt. Gut so – ich muss ja noch ein wenig üben 😉


Auf dem Rückweg haben wir dann noch eine kurze Rast in Arco gemacht. Diesmal gab es Espresso mit Gingseng – interessant.

7 km – 500 Hm (↑↓)

Wanderführer: Gardasee Michael Müller Wandern: Wanderführer mit GPS-kartierten Wanderungen 1. Auflage 2012, Seite 59, **/*** Von Arco auf den Monte Colodri und den Monte Colt

Gardasee

Gardasee

Nach einer Woche auf der Fanes Hütte, stand eine weitere Woche mit dem Mann am Gardasee auf dem Programm.

Da das Wetter nicht sehr vielversprechend aussah und wir vor ein paar Jahren am Gardasee schon sehr schlechte Erfahrungen mit Regen (inkl. abgesoffenem Handy) gemacht hatten, sollte es heute nur eine kurze Tour sein. Gleich nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg von Torbole nach Tempesta auf dem Sentiero Panoramico Busatte.


An einem etwa 3 Meter hohem Felsblock haben wir gleich das Erlernte der letzten Woche umgesetzt und ein wenig Gehen auf stark geneigten Platten geübt.


Dann ging es schon weiter zu den 3 (teilweise sehr langen) Treppen, die sich an die Felswände schmiegen und einen schönen Blick auf den Gardasee erlauben.


Zum Kaffeetrinken sind wir zum See abgestiegen. Direkt am Wasser, mit Blick auf eine Surfklasse, die bei fast Windstille versuchte sich auf den Brettern zu halten, musste Björn dann den allgegenwärtigen Espresso mit Ingwersirup probieren – nicht mal schlecht, aber sehr süß.

Insgesamt eine nette, kurze Tour.

9,5 km – 300 Hm (↑↓)

Wanderführer: Gardasee Michael Müller Wandern: Wanderführer mit GPS-kartierten Wanderungen 1. Auflage 2012, Seite 74 **Von Torbole nach Tempesta: auf dem Sentiero Panoramico Busatte – Temesta