12. Tag: Bravi!

12. Tag: Bravi!

Wir sind gestern anscheinend gerade rechtzeitig in der Hütte angekommen, denn den Rest des Abends und die Nacht über hat es unaufhörlich geregnet. Morgens guckte zum Glück die Sonne wieder heraus. Nach dem Frühstück ein letzter Abstieg durch den Wald. Bis auf die Knie protestierten die Knochen und Muskeln überraschenderweise weniger als erwartet.

In Forni di Sopra angekommen wurden wir gleich mehrfach von verschiedenen Grüppchen alter Frauen auf ihrem Morgenspaziergang lautstark mit Bravi! Siete in gamba! begrüsst. Heißt soviel wie: Tüchtig! Ihr seid fit!

Das ist doch mal ein Willkommen – wir fühlten uns auch gleich viel fiter 😉

In Forni deckten wir uns noch mit der hiesigen Spezialität, geräuchertem Ricotta ein. Dann ein letzter italienischer Café und wir machten uns auf den Rückweg. Deutschland kommt uns nach den Bergen sehr heiß vor…

11. Tag: Steil ist immer relativ

11. Tag:  Steil ist immer relativ

Die heutige Wanderung begann mit einem gemütlichen Waldaufstieg der jäh vor einem imposanten Schotterfeld endete. Unser Weg sollte die nächsten Stunden hier hinauf gehen. Der Pfad war weder technisch anspruchsvoll noch (dank vieler Steinmännchen) schwer zu finden. Allerdings war das Gehen anstrengend, da man gerne mal zurückrutschte. Eingerahmt waren wir rundherum von wunderschönen Bergspitzen.

Das Schotterfeld ging in eine breite Schotterrinne über, die nach drei Stunden auf einer grünen Hochebene endete. Dort konnten wir einige Gämse beobachten und dachten schon wir hätten den höchsten Punkt erreicht.

Soweit war es eine schöne Wanderung. Der höchste Punkt war es allerdings noch lange nicht. Denn nun begann der Teil, der jenseits unseres Komfortbereiches lag. Schon während der Rast konnten wir etwas entfernt eine Wandergruppe ausmachen, die ein weiteres steiles Geröllfeld herunterkam. Leider mussten wir dort rauf. Zu unserer Überraschung hörte der Weg allerdings nicht kurz danach auf, sondern zog sich recht lang parallel zum Hang bis zur Forcella Leone. Der erste Blick über den Rand der Forcella offenbarte eine weitere, auf den ersten Blick quasi unpassierbare, Schotterrinne ins Tal. Sie war tatsächlich steil, aber doch passierbar. Mit leicht wackeligen Knien erreichten wir den Abzweig zum Bivacco Marchi Granzotto und brauchten erstmal eine Pause.

Der Hüttenwirt der Pordenone Hütte hatte uns für den Abstieg zum Rifugio Giaf eine andere Scharte zum Abstieg empfohlen, als den in unserem Wanderführer beschriebenen Weg, da dieser im Winter sehr gelitten hätte und Steinschlag gefährdet sei. Also ging es zunächst wieder aufwärts. Die erste Scharte sah nach purer Kletterei aus. Die konnte er unmöglich gemeint haben. Die zweite Scharte hatte immerhin eine Wegnummer, war also zumindest ein offizieller Weg, sah aber noch steiler und gerölliger aus als der Weg, den wir kurz zuvor abgestiegen waren. Dummerweise hörte unsere Karte am Bivacco auf, so dass wir weder recht wussten ob das die vom Hüttenwirt gemeinte Scharte war, noch nach einer anderen Alternative suchen konnten. Merke: niemals, auch nicht für die letzten 1-2 Stunden, ohne die passende Karte loslaufen.

Wir entschieden uns ‚mal zu schauen‘, ob wir uns den Weg zutrauen. Langsam und sehr vorsichtig die Füße setzend ging es abwärts. Immer wieder traten wir kleinere Lawinen los und auch zwei Vögel schafften es Steinschlag auszulösen… Immer zur nächsten Markierung schlichen wir abwärts und entspannt fühlten wir uns mal gar nicht. Unangenehmerweise machte die Rinne auch noch einen Knick, den wir erst nach etwa der Hälfte des Weges einsehen konnten. So ging es weiter hinab immer mit der Befürchtung alles wieder hoch laufen zu müssen. Gerade als der weitere Weg sichtbar wurde stürzte Tina und riss sich an dem spitzen Gestein den Finger auf. Hat erstmal ordentlich geblutet und unser Erste Hilfe Pack hatte seinen ersten Einsatz.

Was tun? Hoch sah genauso unangenehm aus wie runter. Wir redeten uns kurzer Hand ein, dass es einfacher werden würde. Also weiter. Es wurde nicht wirklich einfacher. So einen steilen, rutschigen Weg, ohne Ausweg oder Abkürzung sind wir noch nie gegangen! Nach einer gefühlten Ewigkeit war das Tal erreicht. Leider ließ die Beschilderung zu wünschen übrig und in Ermangelung einer Karte (siehe oben) für dieses Stück (Handy hatte leider auch kein Netz) liefen wir dann prompt noch einen Halbkreis um das Rifugio herum statt den direkten Weg zu erwischen.

Das aufziehende Gewitter im Nacken stolperten wir durch den Wald und schafften es grad noch vor dem richtigen Regenguss zum Rifugio Giaf. Knapp 8 Stunden waren wir auf unterwegs. Krasser Tag! Die Hüttenwirtin meinte dann noch, der andere Weg wäre noch steiler. Aha, da fragen wir uns allerdings wie das noch gehen soll…

Fazit: die Dolomiten sind wirklich schön, aber die Wege meist geröllig, sehr steil und eher anspruchsvoll selbst wenn die Hüttenwirte und Wanderbeschreibungen etwas anderes sagen – zumindest für Freizeitwanderer wir uns.

10. Tag: Zum Rifugio Pordenone

10. Tag: Zum Rifugio Pordenone

Das Rifugio Flaiban Pacherini war der Einstieg zu unserer Hüttenrunde. Ganz offiziell nennt sich die Runde „Anello delle Dolomiti Friulane“ und führt uns heute zum Rifugio Pordenone. Der erste steile und selbstverständlich geröllige Anstieg führte uns nach etwa 200 Höhenmetern zum Lagerplatz der gestrigen Pfadfinder, die gerade ihre Sachen packten. Sie scheinen die Nacht gut überstanden zu haben. Völlig unbeeindruckt von der Aufbruchstimmung und den vielen Menschen tummelten sich 4-5 Steinböcke auf einer Wiese. Zwei jüngere Männchen (hatten noch nicht so große Hörner) liessen ihre Geweihe ineinander krachen.

Weiter ging es etwas sanfter über Wiesen zum Passo di Suola. Kurz vor dem Pass haben wir noch mal drei Steinböcke gesehen, die sich in der Sonne ausruhten. Der Pass belohnte mit wunderbarem Blick zurück, ins nächste Tal und auf die nächsten Bergketten. Was für ein Panorama!

Weiter ging es auf schmalen Wegen am Hang zur Forcella Rua Alta hinauf. Je höher wir kamen, desto ausgesetzter und schottriger wurden einzelne Stellen. Die angebliche Drahtseilsicherung scheint dem letzten Winter zum Opfer gefallen zu sein.

Irgendwann erreichten wir die Forcella (Scharte), die ihrem Namen alle Ehre machte. Es war wirklich nur ein kleiner Einschnitt am Grat und dann ging es auf der anderen Seite steil hinab. Zum Glück nur kurz, wäre ja sonst schade um die ganzen schwer erarbeiteten Höhenmeter gewesen. Schon ging es weiter zur nächsten Scharte, zur Forcella Pramaggiore, dem höchsten Punkt unserer heutigen Wanderung (2295m). Es fehlte nur noch der letzter Anstieg. Der war zwar auch noch mal sehr steil, aber eh wir uns versahen waren wir oben. Ein kapitaler Steinbock hatte sich direkt am höchsten Punkt unseres Weges in Position gebracht. Alle Anstrengung war vergessen denn der Steinbock wollte sich nicht vom Fleck bewegen. Zuletzt waren wir grad noch 3 Meter voneinander entfernt und er guckte uns direkt an. Krass – schüchtern war der mal gar nicht.

Laut Beschreibung sollte es nun nur noch abwärts gehen. Beschwingt machten wir uns auf den Weg. Aber 1100 Höhenmeter sind lang. Irgendwann nervte der Weg durch den Wald nur noch. Auch der Fluss hob unsere Laune nur kurz. Weiter durch das ausgetrocknete Flussbett. Wie schon gestern wollte sich das Refugio einfach nicht zeigen. Und ein Anstieg zum Schluss (auch wenn es nur 75 Höhenmeter sind) ist übrigens eine Zumutung! Erst kurz vor der Ankunft konnten wir die Hütte endlich sehen, da sie im Wald versteckt ist. Käsekuchen kann so lecker sein!

P.S. Wir haben wieder Glück und ein Zimmer für uns, obwohl die Hütte ganz gut besucht ist.

9. Tag: Zum Rifugio Flaiban Pacharini

9. Tag: Zum Rifugio Flaiban Pacharini

Nach einem reichhaltigem Frühstück fuhren wir zunächst nach Forni di Sopra. Ein sehr hübscher, quirliger Ort mit schönen alten Häusern. Nach einem letzten Café brachen wir auf.

Wieder eine steile, schottrige Piste zunächst durch Wald später über breite Schotterfelder hinauf. Erst spät war das Rifugio auszumachen. Die kleine Hütte mit 16 Schlafplätzen schmiegt sich an den Berg und wird erst sichtbar wenn man fast angekommen ist. Sie wurde 2008 neu aufgebaut und erzeugt ihren Strom per Photovoltaik selbst, eine Art „Ökohütte“.

Angeblich lassen sich in direkter Nähe der Hütte häufig Steinböcke blicken. Ich bin gespannt bisher hat es noch nicht geklappt, aber der Nachmittag ist ja noch jung 😉

Einige Stunden später: heute keine Steinböcke, aber andere Wanderer auf der Hütte haben unterwegs welche gesehen. Vielleicht morgen.

Statt der Steinböcke beobachteten wir eine Gruppe Pfadfinder, die schrecklich große Rucksäcke mit sich herumschleppten und nach einer längeren Rast am Rifugio den Berg weiter hinaufstiefelten. Kurze Zeit später fing es auch noch zu regnen an – schön ist es nicht das Pfadfinderleben….

Wir haben heute dafür besonderes Glück und ein Zimmer für uns alleine 🙂

8. Tag: Pieve di Cadore

8. Tag: Pieve di Cadore

Letzter Tag vor der Hüttenwanderung. Eigentlich hatten wir heute schon starten wollen, aber da das erste Rifugio ausgebucht war, mussten wir ein wenig schieben. Zum Glück kann Björn Italienisch 😉 – so konnten wir uns Zeit beim Zeltabbau lassen und auch noch Pieve di Cadore besuchen. Ein nettes kleines Städtchen, dessen berühmtester Bewohner Tizian gewesen sein dürfte. Seinem angeblichen Geburtshaus haben wir dann auch einen Besuch abgestattet.

Danach ging es ins Brillenmuseum, was tatsächlich sehr spannend war. Unglaublich wie sich die Sehhilfen im Laufe der Zeit weiterentwickelt haben. Außerdem gab es obskurste Brillenmodelle aus den letzten 70 Jahren zu bestaunen. Die Gegend um Pieve di Cadore hatte sich seit der Jahrhundertwende als Standort für Brillenmanufakturen etabliert. Auf der Weiterfahrt nach Forni di Sotto fielen uns auch plötzlich alle auf.

In Forni di Sotto gab es in der Dorfkneipe nach anfänglichen Verständnisschwierigkeiten Pasta mit Ragu. Dazu ‚White Christmas‘ aus den Lautsprechern!??! Ansonsten ist der Ort nicht sonderlich ansehnlich, was aber seinen Grund hat…

Forni di Sotto hat heute eine moderne Bausubstanz. Das liegt daran, dass im Mai 1944, während des Zweiten Weltkrieges, kurz vor dem Ortseingang eine Einheit der deutschen Wehrmacht von Partisanen angegriffen und ein deutscher Offizier getötet wurde. Als Vergeltung wurde am 26. Mai das Dorf von Panzern umstellt, die Häuser zerschossen, die Ställe mit Flammenwerfern vernichtet und die flüchtenden Einwohner mit MGs beschossen.

Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Forni_di_Sotto

Bis auf die Brunnen blieb nichts vom Dorf übrig. Trotzdem gibt es auch hier diverse Häuser, die als Albergo Diffuso fungieren. Ein interessantes italienisches Konzept, um alte Dörfer vor dem Zerfall zu bewahren und eine gewisse Infrastruktur aufrecht zu erhalten.

7. Tag: Lago d‘ Olbe

7. Tag: Lago d‘ Olbe

Im Wanderführer war die heutige Tour als lohnende Wanderung in den karnischen Alpen beschrieben. Zunächst war sie aber in erster Linie eine quälend lange, sehr steile Schotterpiste durch den Wald.

Erst nach etwa 500 Höhenmetern gelangten wir in das Tal des Rio della Mini era. Der Wald blieb zurück und machte Wiesen und einem wunderschönen Ausblick Platz. Etwas später standen wir dann am Lago d’Olbe.

Eine kleine Kapelle oberhalb des Sees war den Opfern und Überlebenden der Nazi Gewalt gewidmet. Der Abstieg ging flotter – vielleicht auch weil die Baita del Rododendro mit einer Jause wartete.

5. + 6. Tag: Ampezzaner und Cadore Dolomiten

5. + 6. Tag: Ampezzaner und Cadore Dolomiten

Über den 5. Tag gibt es nicht viel zu schreiben. Die Nacht auf dem Raststätten Charme Campingplatz in Misurina war kalt – sehr kalt: 3 Grad hatte es am Morgen. Kein Wunder, dass mir, obwohl ich so ziemlich alles Warme, was ich mit habe angezogen hatte, nachts noch kalt war. Wir sind dann früh nach Auronzo di Cadore aufgebrochen. Nach dem Zeltaufbau, diesmal auf einem wesentlich netteren Campingplatz mit wunderbaren warmen Duschen, ein Spaziergang in die Stadt. Diese besteht aus diversen Ortsteilen, die alle in einander übergehen. Recht trubelig, mittendurch führt die vielbefahrene Dolomitenstraße und alles heißt irgendwas mit Tre Cime (Drei Zinnen), die sind wohl der ganze Stolz… Sie lassen sich aber tatsächlich von der Stadt aus sehen.

Am 6. Tag ging es zum Sorapissee. Der anfänglich gemütliche Waldspaziergang wurde in der zweiten Häfte erstaunlich hochalpin mit einigen relativ schmalen, seilversicherten Bändern, die einen schönen Tiefblick erlaubten.

Eine landschaftlich sehr schöne Wanderung, auch wenn sie sehr viel begangen ist. Ein absolutes Highlight ist das beeindruckende Türkis des Sorapissees! In unmittelbarer Nähe das Rifugio Vandelli – für Café und Crostata war also auch gesorgt 😉

4. Tag: Scheiss auf die 3 Zinnen

4. Tag: Scheiss auf die 3 Zinnen

Manche Orte sollte man vielleicht besser nur auf Fotos betrachten – aber der Reihe nach.

Bei gutem Wetter wollten wir nach Misurina fahren, dort Campen und die 3 Zinnen umrunden. Es war zwar klar, dass dies eine viel begangene Tour sein würde, aber die Aussicht soll das angeblich wettmachen.

Die erste Ernüchterung erlebten wir schon beim Campingplatz, der den Charme einer Autobahnraststätte verströmte. Na egal, wir wollen ja nicht lange bleiben.

Die Zweifel an unserer Planung stiegen mit dem schnell größer werdenden Pulk von zum Schluss ca. 100 Leuten, die auf den Bus zum Einstieg zur 3 Zinnen-Runde warteten. Als der Bus endlich kam, war er pumpvoll und ließ lediglich zwei Leite aussteigen, um dann gleich weiter zu fahren. Die Straße über die wir gekommen waren war mittlerweile eine einzige Blechlawine, die sich ebenfalls den Berg Richtung 3 Zinnen hoch schlich. Später tauchten zwei weitere Busse auf, aber da war unsere Entscheidung schon gefallen… Wir beschlossen die Zinnen Zinnen sein zu lassen und lieber eine andere Wanderung zu machen. Eine sehr gute Entscheidung!

Die schöne Wanderung zum Rifugio Fonda Savio führte zunächst völlig menschenleer durch einen Wald bevor die Landschaft immer felsiger wurde. Hier trafen wir dann auf eine Busladung italienischer Senioren, die sich lautstark unterhaltend den Berg hoch ackerten, aber dabei eine ganz gute Figur machten. Bald hörten die Bäume auf und gaben den Blick auf die schroffen Felsen frei. Lange bevor wir dort einkehren konnten sahen wir schon die Hütte. Endlich oben angekommen gab es ein imposantes Fels- und Bergpanorama zu bestaunen und als Zuckerl obendrauf auch noch einen Blick auf die 3 Zinnen. Der Kaiserschmarren auf der Hüttenterrasse mundete ebenfalls ganz hervorragend und es war in jedem Fall die bessere Wahl als der Massenauflauf um die Zinnen!

Am Abend haben wir direkt am Misurinasee in der Quinza Locanda al Lago fantastisch gegessen. Meine Rote Bete Ravioli mit einer Sauce aus geräuchertem Ricotta waren einfach göttlich 🙂

3. Tag: Alpinismo Tradizionale

3. Tag: Alpinismo Tradizionale

Wir waren durch Zufall darauf gestossen, dass 2015 das mittlerweile sechste Messner Mountain Museum Corones eröffnet worden war. Bei unseren bisherigen Dolomitenurlauben haben wir schon drei besucht (Firmian, Ripa und Dolomites) und fanden sie allesamt sehr beeindruckend. Auch der Themenschwerpunkt traditionelles Klettern und Bergsteigen gefiel uns. Da es nicht weit weg war und der Muskelkater sich schon beim Frühstück bemerkbar machte, fuhren wir kurzentschlossen hin.

Das Museum liegt auf dem Kronplatz einem beliebten Skigebiet und Ausflugsziel zu dem dutzende Seilbahnen fahren. Egal, wir waren ja wegen des Museums da. Die Architektur des Museums – von Zaha Hadid (dürfte eines ihrer letzten Werke gewesen sein) – ist faszinierend. Leider ist das aber auch der spannendste Aspekt des Museums.

Der Rest wirkte etwas zusammengewürfelt. Es war nicht wirklich nachvollziehbar wie sich das traditionelle Klettern und Bergsteigen entwickelt hat und wo es heute steht. Nervig war auch der starke Fokus auf Messner selbst. Schade. Wenn man eh gerade in der Nähe ist kann man sich das Ganze ansehen, aber dafür einen Umweg zufahren lohnt nicht.

Eigentlich wollten wir danach noch ins Lumen, ein Museum über Bergfotografie, aber 17 Euro pro Person war uns dann doch zu happig. Stattdessen begnügten wir uns damit in dem wunderschönen Museums Café einen Espresso Macchiato zu trinken und den Tandem-Paraglidern zuzusehen.

Danach ging es nach Sexten. Unsere heutige Herberge Gasthof Panorama macht ihrem Namen alle Ehre!

6. Tag: Schluchtenwanderung

6. Tag: Schluchtenwanderung

Für den letzten Klettersteig-Tag hatten wir uns eine recht einfache, dafür längere Tour ausgesucht: die Ferrata Burrone Giovanelli, 750 Hm ca. 4 Std.

Drei sehr luftige , lange Leitern markierten gleich den Einstieg. Damit hatten wir aber dann auch schon die schwerste Stelle hinter uns, etwas Wackelnknie hatte ich aber trotzdem erstmal. Dann ging es steil den Berg hinauf in einfachem Gelände.

Wunderschön breiteten sich die Weinreben unter uns im Tal aus und schon bald standen wir vor dem Einstieg zur Schlucht. Ein kurzer Aufschwung und WOW! Man konnte sich gar nicht entscheiden wohin zuerst gucken. Links und rechts ragten die Wände zum Himmel, die Schlucht wurde immer schmaler und ließ nur einen kleinen Spalt blauen Himmels sichtbar. Ehrfürchtig wanderten wir die enge Schlucht hoch.

Nach einiger Zeit rasteten wir in der Nähe eines hohen Wasserfalls. Gestärkt überwanden wir das letzte Stück der Schlucht, die nun immer breiter und grüner wurde und standen bald am Ausgang.

Der Weg zurück führte über einen extrem steilen (40% Gefälle) Fahrweg zurück zum Auto. Dann noch ein Cafe-Stop in Mezzocorona vor der hübschen Kirche und zurück nach Arco für ein letztes leckeres Abendessen bei Antica Corte.

5. Tag: Erholungs-Ferrata

5. Tag: Erholungs-Ferrata

Nachdem die gestrige Ferrata meine Nerven etwas strapaziert hatte, wollten wir es diesmal ruhiger angehen lassen. So handelt es sich bei der Ferrata Sasse eher um eine seilversicherte Wanderung als einen Klettersteig.

Abwechselnd durch Wald und Fels und immer nahe der Wasserlinie des Lago di Idro verlief der Weg dann auch ohne Schwierigkeiten. Um so überraschender war dann der Ausstieg: eine senkrechte Verschneidung von 10-15 m Höhe. Eigentlich gab es ausreichend Tritte und Griffe, allerdings war der Fels sehr bröselig. Plötzlich löste sich unter meinem Griff ein recht großes Felsstück und polterte mit viel Geschepper die Wand hinunter, um mit einem ordentlichen Platschen in den See zu plumpsten. Hat mich etwas erschreckt, weiter ist zum Glück nichts passiert, ich war aber heilfroh, dass niemand unter mir gewesen war. Der Kletterhelm und die Steinschlaggefahr-Schilder bekamen jedenfalls eine völlig neue Bedeutung.

Zurück ging es über den Sentiero Contrabbandieri. Ein recht schmaler Pfad ein ganzes Stück oberhalb des Klettersteiges, dem hin und wieder auch ein Seil spendiert wurde.

Café und Arranciata wurden dann auf dem Rückweg auf einer sehr schönen Hotelterrasse mit Blick auf den knallblauen Lago di Ledro genossen.

Insgesamt ein sehr schöner Tag – auch wenn der Klettersteig etwas anspruchsvoller hätte sein dürfen.

4. Tag: Kunstvoller Aufstieg

4. Tag: Kunstvoller Aufstieg

Heute ging es zur Ferrata Artpinistico delle Niere, einem Klettersteig auf dem man einige Kunstwerke bewundern kann – wenn denn die Aufmerksamkeit dafür reicht. Der Einstufung nach auch der schwierigste der bisherigen Klettersteige – C.

Erstmal haben wir uns allerdings verlaufen. Statt direkt beim Parkplatz in den Klettersteig einzusteigen, sind wir durch den Wald geirrt und haben auf italienische Beschilderungen geschimpft. Irgendwann bemerkten wir allerdings unseren Fehler und haben den Einstieg dann doch gefunden.

Die ersten Meter waren gleich deutlich kletterlastiger als die vorherigen Touren. Nach einigen Höhenmetern wurde der Weg immer ausgesetzter. Wir erreichten die schwierigste Stelle: ein 15 Meter senkrechter Aufstieg, eingestuft als C, mit ordentlich Tiefblick. Nach einigen Diskussionen war die Entscheidung getroffen – ich kehrte um, Björn kletterte weiter und wir trafen uns nach der Schlüsselstelle wieder (die ließ sich zum Glück umgehen).

Wieder vereint ging es weiter den Berg hinauf. Das Terrain blieb ausgesetzt (so ausgesetzt, dass ich mich doch einige Male sehr zusammen reißen musste). Immer wieder galt es luftige Bänder zu queren. Irgendwann dann der höchste Punkt. Fotos, kurze Pause und ein Fluchen: da wo ein Draht wirklich mal sinnvoll gewesen wäre, gab es natürlich keine Sicherung!

Ausgesetzt aber weiterhin schön ging es nun den Berg wieder hinunter. Die nächste Schlüsselstelle, ein C Abstieg, meisterte ich diesmal problemlos. Nichtsdestotrotz hat mich dieser Klettersteig einige Nerven gekostet… Auf dem Parkplatz dann endlich das wohlverdiente Focaccia. Gesättigt, noch voller Adrenalin und unbelehrbar wie immer entstand der Plan noch schnell die Mini Ferrata Ballino – Cascata Rio Ruzza beim Lago di Tenno zu machen. Natürlich verliefen wir uns erstmal wieder und als wir nach einer gefühlten Ewigkeit endlich vor dem Wasserfall standen, war die Luft raus. Ich hatte keine Lust mehr, war todmüde und hungrig. Björn stieg noch schnell in den kurzen senkrechten Steig ein. Nach wenigen Minuten war der Kessel erreicht und der Steig auch schon zu Ende. Einige Fotos und schnell zurück nach Arco. Wir wollten endlich duschen und hatten einen Bärenhunger. So standen wir auch pünktlich zur abendlichen Öffnungszeit bei der Pizzeria auf der Matte.

3. Tag: Cima Rocca Klettersteig-Runde

3. Tag: Cima Rocca Klettersteig-Runde

Heute sollte es die Cima Rocca Runde werden – bestehend aus drei miteinander verbundenen Klettersteigen: Via Ferrata F. Susati, Via Ferrata M. Foletti und Sentiero dei Camminamenti, insgesamt rund 850 Höhenmeter, Dauer ca. 6 Std.

Nach etwa 1,5 Std. Zustieg beim dem hin und wieder schon die Hände zur Hilfe kamen, seilten wir uns an. Nun ging es zügig in leichter Kraxelei den Berg hinauf. Schon bald machten wir eine kurze Rast auf der Cima Cape und genossen den Tiefblick auf den Gardasee.

Weiter über einen Grad, danach die Bergflanke querend über zwei Platten und dann ein Stück abwärts gelangten wir zum Bivacco Arcione. Bis hierher war ich auch schon letztes Jahr gekommen, allerdings waren wir damals wesentlich später dran und stiegen vom Bivacco nach Biacesa ab.

Heute waren wir gut in der Zeit. Wir hatten den Klettersteig bisher fast für uns alleine gehabt, nun trafen wir allerdings gleich auf mehrere (größere) Gruppen.

Das letzte Stück ist insbesondere bei Gruppen mit Kindern sehr beliebt, da der Weg zum Cima Rocca durch mehrere zum Teil lange und verschachtelte Tunnel aus dem ersten Weltkrieg führt, zu deren Begehung man ganz abenteuerlich Stirn-/Taschenlampen braucht. Der dazugehörige Klettersteig ist allerdings noch leichter als die ersten beiden und wir verzichteten immer häufiger darauf uns einzuklinken.

Leider hat Björn seine Kamera bei dem Versuch ein Ausstiegsfoto aus dem Tunnel zu machen die Leiter hinunter geworfen – zum Glück hatte ich meinen Helm auf 😉 Nein, getroffen hat die Kamera mich nicht, aber leider ist ihr der Sturz nicht gut bekommen. Zumindest das Display ist kaputt 🙁

Die Tunnel waren wirklich sehr beeindruckend und ohne Wegmarkierungen hätten wir uns in dem Tunnelgewirr problemlos verlaufen können.

Hinunter ging es dann flott über eine geteerte Strasse und es gab auch wie im letzten Jahr wieder Käsekuchen im netten Cafe in Biacesa. Danach noch ein kurzer Abstecher zum Lago di Ledro. Zum Baden war mir das Wasser aber doch zu kalt und so reichte es die Füsse hineinzuhalten.

2. Tag: Was tun bei Regen?

2. Tag: Was tun bei Regen?

Für heute war Regen angesagt und das schien sich auch zu bewahrheiten. Nachts hatte er zumindest schon ziemlich auf die Dachfenster unseres Zimmers getrommelt. Die im Zimmer befindliche Touribroschüre zum Gardasee hatte unter anderem die Rubrik „Was tun bei Regen“. Mein Favorit, das Mart Kunstmuseum ist Montags leider geschlossen, aber es fanden sich zum Glück noch andere Anregungen. So brachen wir nach einem guten Frühstück zur Cascata di Varone auf. Vor etwa 12 Jahren waren wir schon mal hier, konnten uns aber beide nicht mehr so recht erinnern, der Anblick ist tatsächlich sehr beeindruckend. 100 Meter stürzt das Wasser eine enge Schlucht hinab und macht ordenlich Wassernebel und Lärm. Nass (allerdins nur vom Wasserfall, es war ansonsten bisher trocken geblieben) und zufrieden verließen wir vor dem Ansturm der ersten Touristenbusse die schöne Anlage.

Weiter zum Lago di Tenno, der sich in einem fantastischen Blau präsentierte. Da es noch immer nicht regnete, beschlossen wir den kleinen See einmal zu umrunden.

Auf dem Rückweg nach Arco hielten wir noch kurz in Canale di Tenno, einem mittelalterlichen Ort und angeblich eines der schönsten Dörfer Italiens, der uns mit seinen engen und verwinkelten Gassen faszinierte. Am Ende unseres Dorfspazierganges fing es tatsächlich an zu regnen und hörte bis zum Abend auch nicht mehr auf, aber in Arco gibt es derartig viele Outdoor- uns Sportgeschäfte, dass ein Nachmittag recht schnell vergehen kann…

1. Tag: Klettersteige am Gardasee reloaded

1. Tag: Klettersteige am Gardasee reloaded

Nachdem ich im letzten Herbst meinen Gefallen an Klettersteigen gefunden hatte, steht diesen Herbst eine Wiederholung ohne Schissertrupp dafür mit Björn an.

Es hatte zwar länger gedauert als erwartet, aber gegen 15 Uhr waren wir am Sonntag endlich in Arco angekommen. Das Hotel liegt perfekt am Rande der Fußgängerzone. Einchecken, Umziehen und dann schnell los zum ersten Klettersteig denn morgen soll es regnen.

Ein kurzer Fußmarsch durch Arco, vorbei an einigen Kletterwänden und schon standen wir am Anstieg unserer ersten Via Ferrata, dem Collodri. Ursprünglich wollten wir zum Rio Salagoni Klettersteig in Drena, aber da wir so spät dran waren, hatten wir uns stattdessen für den Hausberg von Arco entschieden. War auch die bessere Wahl, denn im Nachhinein stellte sich heraus, dass der Rio Salagoni zur Zeit gesperrt ist. Die darüber liegende Außenmauer der Burg ist einsturzgefährdet und eine Burgmauer möchte ich lieber nicht auf den Kopf bekommen…

Ohne Schwierigkeiten folgten wir dem leichten Weg den Berg hinauf. Ich kannte ihn ja eh schon und für Björn natürlich gar kein Problem. Das Klettersteigset wäre vielleicht nicht unbedingt nötig gewesen, aber so hatten wir es zumindest schon mal ausprobiert;-)

Nach weniger als einer Stunde erreichten wir den Ausstieg wo uns einige Ziegen begrüßten. Sie standen sehr pittoresk auf dem Hochplateau mit Blick auf Burg und Gardasee, stanken aber ganz schön nach „Ziege“. Noch ein kleiner Abstecher zum Gipfelkreuz des Collodri und dann zurück nach Arco.

Für heute stand die zum Hotel gehörende Pizzeria auf dem Plan. Wir hatten Glück und bekamen noch einen Platz, denn sie scheint sich äußerster Beliebtheit zu erfreuen und es ging zu wie in einem Bienenstock. Noch ein kurzer Spaziergang durchs nächtliche Arco und dann rief auch schon das Bett 😉

13. Tag: Basta

13. Tag: Basta

Heute wurde nicht mehr gewandert, sondern letzten Einkäufen (der leckere Käse muss unbedingt exportiert werden) und dem Tennisspiel gefrönt (zumindest von männlicher Seite). Es gibt in Baceno nämlich einen Campo Sportivo mit kostenlosem Tennisplatz und Hilmar hat Tennisschläger mitgebracht. Statt Abendessen wurde gegrillt und ein schöner Urlaub nimmt nun ein Ende. Wie gut, dass wir immer wieder hier herkommen können!

12. Tag: Rifugio Citta di Busto

12. Tag: Rifugio Citta di Busto

Unsere Zeit in Baceno neigt sich dem Ende zu und langsam werden die Beine etwas wandermüde. Gar nichts machen war aber auch nicht die Lösung. Folglich ging es heute ins Nachbartal. Um etwas genauer zu sein bis zum Ende vom Formazzatal. Unterhalb der Staumauer des Lago di Morasco parkten wir unser Auto und machten uns auf den Weg zum Rifugio Citta di Busto. Den ersten Teil der Route kannten wir schon, da sie auch zur Alpe Bettelmatt führt. An einem Abzweig konnten wir uns zwischen zwei Varianten entscheiden und nahmen den ersten Abzweig. Schon ging es steil den Hang hinauf zwischen Alpenrosen und Felsblöcken. Irgendwann, als wir dachten eir hätten eigentlich schon slle Höhenmeter gemacht, erspähten wir auf einem Felsgrat Hinweisschilder. Etwas irritiert lasen wir Sentiero solo per esperti. Hm, naja so wild war das nun auch wieder nicht, hat mich aber erstmal wieder erschreckt, da ich dachte da kommt noch wer weiß was auf mich zu. Es wurde zwar noch etwas steiler und kurze Abschnitte waren eher schmal, aber der Hinweis war nun doch übertrieben.

Gerade als ich gar keine Lust mehr hatte, stolperte ich über ein recht großes Bergkristallbruchstück. Juchu. Prompt war ich motivierter den Aufstieg fortzusetzen. Der weitere Weg erwies sich als wahre Fundgrube für Bergkristallstückchen. Von winzig bis Walnuss gross, soviele habe ich noch nie gefunden. Auch die Hütte vom Rifugio Citta di Busto (2480 m) war mal wieder urig. Für den Weg hinunter wählten wir die andere Variante und der Abstieg verlief auf einem gut erkennbaren Pfad über die Alpe Bettelmatt zurück zum See. Dieser Weg war allerdingswesentlich frequentierter, was dazu führte, dass wir (nachdem wir morgens fast auf eines drauf getreten waren) keine Murmeltiere mehr zu Gesucht bekamen.

Unterwegs: 5 Std. Rauf & Runter: 750 Hm

Da wir anscheinend noch nicht ausgelastet waren, ging es abends zur Cistella – aber das Restaurant und nicht der Berg. Nichtsdestotrotz machte das nochmal 200 Hm rauf & runter und einige Schweißtropfen aus…

11. Tag: Am Fuße des Monte Rosa

11. Tag: Am Fuße des Monte Rosa

Heute wollten wir eine alte Tour wiederholen, die Monte Rosa Runde zum Rifugio Zamboni-Zappa. Die lange Anfahrt nach Macugnaga wurde wie gehabt mit dem Blick auf die imposanten Hänge des Monte Rosa Massivs belohnt. Der Weg war in einem deutlich besseren Zustand als beim letzten Mal und ohne Probleme erreichten wir erst die Alpe Rosareccio und kurze Zeit später die Hochebene Piani Alti. Von dort wäre es nur noch etwa 1 Stunde bis zum Rifugio gewesen, aber wir mussten soviele Pausen für Fotos einlegen, dass es etwas länger dauerte. Egal dafür waren wir hierher gefahren. Nach dem obligatorischen Café im Rifugio Zamboni-Zappa (2065 m) sind wir noch einen kleinen Hügel zu einer Kapelle hochgelaufen von wo die vergletscherten Hänge noch eindrucksvoller zu sehen waren. Gerade als wir den Rückweg antreten wollten, donnerte es und wir sahen eine Lawine abgehen.

Auf dem Rückweg sind wir zu früh auf die Moräne abgebogen, über das Geröll rutschend erreichten wir dann aber doch den markierten Weg über den Belvedere Gletscher. Der sieht hier übrigens gar nicht wie ein Gletscher, sondern viel mehr wie eine Schutthalde aus, da er komplett mit Geröll bedeckt ist. Kurze Zeit später waren wir an der Seilbahnstation Belvedere und wo sie schon mal da war, haben wir sie natürlich auch benutzt 😉 Eine absolut lohnenswerte Tour und auch beim zweiten Mal kein bisschen langweilig (nicht umsonst hängt ein Foto der Monte Rosa Ostwand über unserem Küchentisch)!

Unterwegs: 5 Std (inkl. Pause und Sessellift) Rauf: 850 Hm Runter: 300 Hm

10. Tag: Lago d‘Orta

10. Tag: Lago d‘Orta

Nach gestern war ein Ruhetag dringend nötig. Das heutige Ziel daher kein Berg, sondern ein See, der Lago d’ Orta. Zunächst ging es aber in Omegna beim Alessi Fabrikverkauf vorbei und wir besitzen nun den 5. Espressokocher. Wenn er doch so formschön ist 😉 Weiter ging es nach Orta San Giulio. Ein sehr schöner, wenn auch etwas überlaufener Ort (empörend fanden wir allerdings, dass ein Café dort 2,30€ kostete. In den Bergen und Domodossola beträgt der Standardpreis für Café 1,00€).

Diesmal sind wir auch mit dem Boot zur Isola San Giulio (auch Insel des Schweigens genannt mit noch aktivem Benediktinerinnenkloster) übergesetzt, wo uns die Kirche faszinierte. Ein schönes verwinkeltes Gebäude mit alten Malereien an Decken und Wänden und einem toten Heiligen mit Goldmaske im Glassarg im Keller. Sehenswert! Wir machten die Umrundung des Sees mit dem Auto dann noch komplett und gönnten uns in Pella noch sehr leckeres Eis mit Blick auf den See.

9. Tag: Passo della Rossa

9. Tag: Passo della Rossa

Gemeinsam mit den Nachbarn wollten wir heute eine eher kurze Tour machen: einmal von der Alpe Devero zum Passo della Rossa. Ok, es sind dann doch für uns 6 Stunden geworden und für die Nachbarn sogar 8.

Vom Devero ging es zunächst mal wieder steil durch Wald nach oben. Aber schon bald blieben die Bäume zurück. Das Gelände blieb steil, wurde aber felsiger und verlief an einem plätschernden Bach entlang.

Nach einer Rast auf der Piana Rossa, einer malerischen Hochebene auf der früher Ziegen weideten, nahm die Steilheit noch mal deutlich zu. Nach einem kurzen, kräftigen Aufstieg änderte sich die Landschaft erneut: es wurde blockig. Große Felsblöcke säumten den Weg und schon bald konnten wir die Eisenleiter erahnen, die als Schwierigkeit im Wanderführer erwähnt wurde. Die erwies sich aber als eher unspektakulär, dafür mussten wir zwischendurch immer wieder mal Hand an den Fels legen, um eine Felsstufe zu überwinden.

Nach der Kraxelei erreichten wir den Bocca della Rossa (2392 m) und wieder änderte sich die Landschaft: zwischen runden, glattgeschliffenen Felsen tümten sich große und kleine Felsblöcke. Wunderschön. Der weitere Weg war gut markiert und führte mal wieder über einige ausgedehnte Schneefelder.

Da der eigentliche Passo della Rossa nicht aufrauchte, beschlossen wir umzudrehen. Hilmar und Benicio wollten weiter und über den Passo di Crampiolo absteigen. Unser Abstieg ging fix und eh wir uns versahen standen Café, Arranciata und Torta auf dem Tisch. Nachdem die anderen uns berichteten, wie ihr weiterer Weg verlaufen war (noch mehr Schneefelder und ein langer Abstieg über nerviges Geröll), waren wir froh umgedreht zu sein. Benicio meinte auch „die“ Wanderung würde er nicht noch einmal machen… Aber er hat sich ja wacker geschlagen.

Unterwegs: 6 Std. Rauf & Runter: 850 Hm

8. Tag: Pizzo Diei statt Cistella

8. Tag: Pizzo Diei statt Cistella

Der Plan für Sonntag stand schon lange fest, es sollte auf die Cistella (2880 m) gehen. Das ist der Berg auf den man hier die ganze Zeit sieht und nach dem auch das hiesige Stammlokal in Croveo benannt ist. Da der Anstieg von „unserer“ Seite recht ambitioniert ist (1700 Hm), wollten wir es von der anderen Seite und mit Seilbahnunterstützung wagen (diese wiederum fährt zur Zeit nur am Wochende). Also sind wir früh nach San Domenico aufgebrochen und fuhren gleich mit der ersten Tour hinauf nach Dosso. Oben angekommen galt es mal wieder den richtigen Weg zu finden und wenig später zeigte sich die nächste Herausforderung: ein Schneefeld in einer steilen Bergflanke. Zum Glück war der Schnee etwas sulzig und es ließen sich gute Tritte treten. (Schade nur, dass ich gestern die Snowspikes aus dem Rucksack ausgepackt habe. Die hatten wir die ganze Zeit mitgeschleppt und wenn man sie endlich mal brauchen kann…) Die nach uns kommenden Italiener dankten es uns. Kaum lag dieses Schneefeld hinter uns, verschwanden die Wegmarkierungen leider unter weiteren Schneefeldern. Nach einigem Herumgeirre folgten wir einfach einer geführten Gruppe, die einen direkten Aufstieg mit Klettereinsatz gewählt hatte. Der Aufstieg gestaltete sich entsprechend abenteuerlich, dafür gewannen wir schnell in den Blöcken an Höhe.

Es galt dann diverse weitere Schnee- und Schotterfelder zu queren und die eine oder andere etwas exponierte Stelle zu meistern bis irgendwann auch wieder Wegmarkierungen auftauchten und wir kurze Zeit später auf dem Pizzo Diei standen (mit 2909 m sogar etwas höher als die Cistella und somit der höchste Punkt des Tages). Eigentlich ist er nur eine riesige Schotterkuppe allerdings mit sagenhaftem Rundumblick. Fasziniert liessen wir das Bergpanorama auf uns wirken bevor wir uns weiter auf den Weg Richtung Cistella machten.

Wieder gab es keinen richtigen markierten Weg bzw. dieser schien unter einem gletscherähnlichen Schneefeld verschwunden zu sein, welches wir lieber nicht betreten wollten. Ein paar Schafe hat das allerdings nicht gekümmert. Die standen mitten in diesem steilen Feld bis zum Bauch im Schnee. Da fragt man sich schon ein wenig, was sie da bloß zu suchen haben?! Wir suchten uns jedenfalls eine Alternativroute und wechselten zwischen Kletterpassagen und Schneefeldern bevor wir etwa 1 Stunde vor der Cistella beschlossen lieber umzukehren, nicht, dass wir wohlmöglich die letzte Seilbahn verpassen… Zwischenzeitlich waren wir wieder auf Markierungen gestoßen und zurück waren diese deutlich besser zu erkennen. Diesmal führte der Weg allerdings seitlich unterhalb des Pizzo Diei vorbei. Als uns an einer Stelle die weitere Wegführung nicht klar war, kamen zum Glück ein paar Italiener um die Ecke und wir sahen wo wir lang mussten (und, dass der Weg auch problemlos zu meistern war). Allerdings galt es trotzdem noch einige breite und steile Schneefelder zu passieren. Beim 2. oder 3. Schneefeld rutschte eine uns entgegenkommende Wandererin ab und viele Meter herunter bevor sie endlich zum Halten kam. Zum Glück schien sie unverletzt und setze ihren Weg auch gleich fort. Etwas verschreckt, änderten wir daraufhin unsere Taktik und quälten uns zwischen oberer Schneefeldkante und Felswand weiter. So war der Weg sicherer, aber wir mussten wieder etwas klettern und es blieben auch mehrere Schrammen am Körper zurück…

Es folgten noch einige weitere Schneefelder und immer wieder auch kleinere Kraxeleien bevor wir wieder am Lift waren. Der Abstieg war trotz allem wesentlich kürzer als ursprünglich befürchtet und wir schaukelten zufrieden nach dieser eindrucksvollen Tour ins Tal. Mittlerweile war der Lift gut besucht. Er ist nämlich gleichzeitig der Zugang zu diversen Mountainbike-Downhill-Strecken und so kamen uns viele martialisch aussehende Mountainbiker (mit den ganzen Protektoren etc. sehen sie fast wie Ritter mit Rüstung oder Robocops aus) mit ihren Rädern entgegengeschaukeltund ein paar konnten wir auch bei der Abfahrt beobachten.

Ein sehr schöner Tag, die Cistella wird allerdings ein anderes Mal dran glauben müssen. Von der Bacenoseite aus, wäre eventuell eine Überlegung wert – vielleicht sind 1700 Hm doch nicht so schlimm 😉

Dauer: 5 Stunden Rauf & Runter: 600 Hm

7. Tag: Ricreazione e Domodossola – Erholung und Domodossola

7. Tag: Ricreazione e Domodossola – Erholung und Domodossola

Am 7. Tage sollst du ruhn und möglichst wenig Schritte tun… So galt es heute sich auszuruhen und lediglich einzukaufen. Samstag ist Markttag in Domodossola: Gemüse, Obst, Käse und Wurst – der Einkauf für die nächste Woche war also gleich mit einem pittoresken Marktbummel erledigt. Gestern hatte Björn länger in Locatellis Kochbuch „Made in Italy“ geblättert und diverse Leckereien herausgesucht. Wir dürfen gespannt sein. Zwischenzeitlich waren auch die Nachbarn in Baceno angekommen und hatten schon angefangen eine ganze Poollandschaft aufzubauen. (Kleiner Fußbadpool, mittlerer Chillpool und großer „Ich dümpel als ganzes im Wasser Pool“ – so lässt sich die Hitze aushalten 🙂

Der Rest des Tages verlief ruhig. Lesen, schreiben, kochen.

6. Tag: Affrettarsi – Beeilt

6. Tag: Affrettarsi – Beeilt

Heute wollten wir es ruhig angehen lassen und das wieder schöne Wetter genießen. Von der Alpe Colma sollte es erst den Höhenrücken entlang und dann runter nach Villadossola gehen, um von dort den Bus zu nehmen. Da wir auch noch schnell auf dem Pizzo Castello vorbei schauen wollen, rechneten wir nicht damit rechtzeitig für den Mittagsbus im Tal zu sein (der nächste fährt dann erst wieder abends nach Baceno).

Die Überraschung war dementsprechend groß, als wir nach unserem Abstecher auf den Pizzo Castello (1607 m – sagenhafter 360 Grad Rundumblick bis zum Monte Rosa) ein Schild sahen, auf dem der Weg nach Villadossola mit 1,5 Stunden angegeben war. Im Schweinsgalopp sind wir den Berg runter, über Stock und Stein und durch mannshohe Farnfelder. Obwohl wir auch noch einmal den falschen Weg einschlugen (statt Villadossola stand irreführend auf einmal Pallenza auf dem Wegweiser) und auch noch die richtige Bushaltestelle erfragen mussten, standen wir auf die Minute genau an der Bushaltestelle und der Bus fuhr vor. In Domodossola hatten wir kurz Zeit für ein Eis und Café und schon ging es weiter nach Baceno. Mittlerweile machte sich der rasante Abstieg allerdings ordentlich bemerkbar. Die Knie wollten sich eigentlich nicht mehr biegen lassen, die Oberschenkel brannten und die Waden fühlten sich auch recht hart an. Außerdem hatte ich mir eine Zecke eingefangen… Aber ab jetzt können wir uns ja erholen und frisch gewaschene Wäsche ist doch was Feines 😉

Unterwegs: 3 Std. 45 min. Runter: 1380 Hm

Rauf: 100 Hm

5. Tag: Barare – Geschummelt

5. Tag: Barare – Geschummelt

Nach einem eher untypischen Frühstück mit Käse und Speck, begannen wir unsere letzte Etappe auf dem GTA.

Nachts hatte es geregnet und so ging es zunächst über nasse, rutschige Grashänge ins Tal (so rutschig, dass selbst Björn hin und wieder ins Straucheln kam). In Antronapiana angekommen gab es erstmal Café, denn wir hatten beschlossen heute ein wenig zu schummeln und anstatt den Weg die Straße entlang lieber den Bus zu nehmen.

Hatten wir uns gestern noch über unser Wetterglück gefreut, zogen heute dichte Wolken auf und während wir im Café saßen, fing es an zu regnen.

Nach kurzer Busfahrt erreichten wir unseren Einstieg. Das Wetter meinte es jedoch wieder gut mit uns und der Regen hatte schon wieder aufgehört. 1000 Höhenmeter lagen vor uns, die zwar anstrengend waren, aber Regen und Gewitter ließen auf sich warten und so konnten wir trockenen Fußes hinauf laufen. Nach knapp 3 Std. war es geschafft.

Die Alpe Colma liegt sehr malerisch und mit großartiger Aussicht auf einem Kamm und wir wurden als erstes vom Hund und danach vom Hüttenwirtspaar begrüßt (alle sehr sympathisch). Beim obligatorischen Café und Arranciata erwiesen die beiden sich dann als eingefleischte Ökos: der Tabak wird mit einer (handbetriebenen) Maschine geschnitten und zu Zigaretten gerollt, der Café von Hand gemahlen und selbstverständlich wurde auch die Pasta handgemacht. Außerdem wurden wir gebeten alle elektrischen Geräte auszumachen, da sie elektrosensitiv seien. Sie haben zwar selber ein Handy, damit die erreicht werden können, das liegt aber gut gesichert hinter einem mit Alluminiumfäden gewebten Vorhang und abends wird bis auf für ein paar Lichtschalter der komplette Strom abgestellt. Im übrigen schien das auch ein Thema zu sein, welches sie schwer beschäftigte…

Eigentlich sollten noch 2 weitere Deutsche kommen (sie hatten telefonisch reserviert), tauchten allerdings nicht auf. Die Hüttenwirtin meinte auch, das würde in letzter Zeit häufiger passieren (das gleiche hatte auch schon der Hüttenwirt in Cheggio gemeint). Ziemlich blöd, vor allem, wenn sich größere Gruppen angekündigt haben und nicht auftauchen. Dann muss das Essen weggeschmissen werden. Abgesehen davon ist dann auch immer unklar, ob nicht vielleicht etwas passiert ist. Also immer absagen, wenn etwas dazwischen kommt bzw. noch besser tatsächlich kommen!

Zur Alpe Colma kam aber dafür noch ein junger Italiener, der sich ebenfalls vorgenommen hat den kompletten GTA zu erwandern. Er ist allerdings besonders ambitioniert und macht immer 2-3 Etappen pro Tag. So war er heute vom Bivacco Marigonda (liegt in der Nähe der Alpe Laghetto) aufgebrochen und dementsprechend fertig… Es hatte zwischenzeitlich auch immer wieder ordentlich geregnet… Als wir beim Abendessen waren, tauchte auch noch einer unserer Weitwanderer von der Alpe Laghetto auf. Nachdem wir die beiden das letzte Mal bei der Alpe Preia gesehen hatten, von wo sie vor uns aufgebrochen waren, hatten sie sich wohl erstmal für 2 Std. Verlaufen. Am Passo della Preia hatte er beschlossen, dass er nicht mehr weiter wollte und dort gezeltet. War in der Nacht wohl eher unangenehm. Fettes Gewitter und Sturm… Das erklärte jedenfalls warum wir a) die beiden beim Abstieg nach Cheggio gar nicht mehr gesehen haben und b) warum wir später am Refugio in Cheggio nur einen von ihnen haben Vorbeiwandern sehen.

Das Abendessen war (wie nicht anders zu erwarten) sehr Lecker. Primo: besagte selbstgemachte Pasta mit Ragu Secondo: Fleisch mit Zitronensauce und Salat dazu selbstgebackenes Brot. Statt Nachtisch kam der selbstgebrannte Grappa und Genepi auf den Tisch. Björn war noch einen Moment länger unten und bekam Zuccherini kredenzt. Eine hiesige Spezialität – Zuckerwürfel mit Kräutern in Alkohol (in diesem Falle Genepi) eingelegt. Das macht Laune 😉

Unterwegs: 6 Stunden (inklusive 1 1/2 Stunden Wartezeit auf den Bus) Runter: 600 Hm Rauf: 1000 Hm