13.Tag: Ardudwy Way von Tal y Bont nach Barmouth.
Glücklicherweise hängt das Wetter hier selten lange fest. Für heute ist kein Regen und später sogar Sonne angesagt. Da wir unser Auto nicht unnötig strapazieren wollen, haben wir beschlossen etwas „vor der Haustür“ zu machen und einen Teil des Ardudwy Way zu wandern. Wir fahren also nach Barmouth steigen dort in den Zug nach Norden (und fahren damit die Strecke entlang, die wir schon so häufig gequert haben und auch von unserem Schäferwagen aus sehen können).

Nach dem losfahren ein erster Schreck. Laut Anzeige im Zug ist unser Ziel Tal y Bont ein Request Stop und man muss dem Schaffner Bescheid sagen damit der Zug dort hält. Schnell durch den Zug gesprintet. Der Schaffner ist aber auch schon hektisch unterwegs und fragt alle Reisenden einzeln nach ihrem Reiseziel, um kurze Zeit später nochmal bei allen die Tickets zu kontrollieren. Erscheint mir etwas stressig das Konzept. Zumal der Zug nur 10 min bis zu unserem Ziel benötigt…



Von Tal y Bont aus steigen wir zunächst einen plätschernden Bach entlang durch dichten Wald aufwärts, um dann später den Rest des Weges über Schaf- und Kuhweiden zu laufen. Was sich vielleicht langweilig anhört ist landschaftlich sehr hübsch und abwechslungsreich. Wunderbare Blicke auf die Berge Snowdonias, das Meer und den Mawddach Estuary. Meist sind Schafe unsere Begleiter. Einer bulligen Kuhherde (fälschlicherweise halten wir die armen Kühe tatsächlich erst ob ihres Aussehens für Bullen) weichen wir auf eine Nachbarwiese aus.





Je näher wir Barmouth kommen, desto kleinteiliger werden die durch Steinmauern getrennten Felder. Dazwischen auch immer wieder alte Ruinen. Wie immer zieht sich das letzte Stück hin, egal wie schön der Weg. Doch auch das ist irgendwann geschafft – 550 Hm 13 km 4 1/2 Std.



In Barmouth essen wir noch einmal Fish and Chips. Der Laden erfüllt alle meine Bremerhaven (Fisch 2000) Klischees – unfreundliche, rundliche Frau mit harschem Ton nimmt die Bestellung entgegen, lässt in ebensolchem Ton verlauten, dass der Fisch fertig ist – Fisch selber lecker.
Abends dann tatsächlich Sonnenuntergangkino vorm Schäferwagen.

