14. Tag: Beddgelert
Weiter geht es ins Herz von Snowdonia. Auf dem Weg halten wir in Harlech und besuchen die Burg. Angeblich eine der berühmtesten von Wales und gleichzeitig Weltkulturerbe. Von Außen recht gut erhalten, wirkt sie viel imposanter als sie von Innen dann tatsächlich ist. Eher ein Kompaktmodell. Unzählige Infotafeln erzählen von ihrer wechselvollen Geschichte. Im Burghof findet gerade eine Theateraufführung für Kinder auf Walisisch statt. Klingt sehr merkwürdig, da einiges vertraut aus dem Englischen ist und dann anderes wieder völlig unverständlich.



Von Harlech geht es weiter nach Portmadog und ins Glaslyn Tal zu einer Fischadler Kolonie. Im dortigen Besucherzentrum können wir über Fernrohre junge Fischadler in zwei Nestern beobachten. Außerdem gibt es einen Livefeed direkt aus einem der Nester. Die Freiwilligen vom Vogelschutzverein sind sehr ambitioniert und erklären uns unaufgefordert den gesamten Familienstammbaum und die Vorlieben der örtlichen Seeadler. Ein netter kleiner Zwischenstop.

Weiter geht es nach Beddgelert. Schon auf dem Weg dorthin sind wir schon von der Landschaft begeistert. Kleine Straßen schlängeln sich die Hügel hinauf. Überall hübsche Steinhäuschen und dann noch eine beeindruckende Schlucht. Da wir noch etwas Zeit haben, halten wir in Beddgelert und schlendern durch das Örtchen, welches am Zusammenfluss von drei Flüsschen liegt und trinken einen guten! Kaffee.



Etwa 2 Kilometer weiter liegt unsere letzte Unterkunft in Wales, ein Mobilehome direkt an einem kleinen Wildwasserfluß, dem Colwyn. Die Besitzer reparieren gerade noch das Wasserrohr und wir spazieren erstmal durch den Wald und genießen den Ausblick auf die umliegenden Berge.
Kleiner Exkurs zu den hiesigen Duschen: Ich hatte es verdrängt, aber als mir in der Black Mountain Lodge der Durchlauferhitzer in der Dusche vor Augen kam erinnerte ich mich wieder. Die Dinger hatten in Irland schon immer genervt. Erst kommt das Wasser brühende heiß, dann eiskalt und mit etwas Glück irgendwann halbwegs gut temperiert da raus. Das Wasser sollte allerdings zwischendurch nicht abgestellt werden – dann geht das Spiel wieder von vorne los. Das hiesige Gerät ist allerdings besonders garstig. Da es hier in den Bergen anscheinend mit der Stromversorgung etwas schwierig ist, darf während dem Duschen kein anderes elektrisches Gerät laufen, sonst fliegt die Sicherung raus. Nachdem es erst gut funktioniert hat, mache ich leider den Fehler und stelle es aus, um mich einzuschäumen. Danach wird es leider sehr, sehr lange nicht wieder warm und ich fürchte schon, ich müsste mich mit eiskaltem Wasser abduschen. Gerade nochmal Glück gehabt…

Der lauschige Wildbach vor der Haustür stellt sich in der Nacht dann auch als eher etwas anstrengend heraus – zu viel Natur ist auch nicht gut 😉
