7. Tag: PUFFINS!!!
Der große Tag. Schon vor 30 Jahren (oha – lange her) in Irland habe ich mehrmals versucht Puffins zu sehen. Hat aber irgendwie nie geklappt. Mal war ich zu spät – da sie ab August zum Überwintern aufs offene Meer hinausziehen, mal haben sie sich (fast) gar nicht blicken lassen (abgesehen einer vom Boot aus in weiter Ferne, der aber schleunigst das Weite gesucht hatte…). Heute geht es darum nach Skomer Island. Skomer ist Naturschutzgebiet. Fahrten dorthin werden vom Wildlife Trust organisiert und es dürfen pro Tag nur max. 250 Besucher auf die Insel. Seit letztem Jahr können Tickets zum Glück Online erworben werden, davor hieß es Hinfahren, in der Schlange stehen und auf ein Ticket hoffen…
Das Wetter ist zwar weniger schön, aber zumindest spinnt das Auto heute morgen nicht. Wieder geht es kurvig, zum Teil recht steil und auf sehr schmalen Straßen nach Martins Haven. Kurz vor dem Ziel zwingt uns eine Schafherde auf der Straße zu einer kurzen Pause bis sie alle auf der Weide sind, aber dann sind wir da – und der Regen beginnt. Die Wildlife Trust Leute haben Erbarmen und lassen uns in der Hütte warten obwohl noch gar nicht auf ist.


Endlich – das Boot kommt und auf halben Weg nach Skomer hört der Regen auf und den Rest des Tages haben wir fantastisches Wetter. Schon beim Landen sind überall Puffins. Im Wasser und in der Luft und auf den Felsen. Hunderte! Sogar einen Albino Puffin sehen wir.
Die Volunteers haben Schwierigkeiten die Leute zum Weitergehen zu bewegen. Die drolligen kleinen Vögel sind überhaupt nicht scheu und kommen auf Armeslänge an einen heran. Sie muten wie tolpatschige kleine Clowns an, die mal schnell, mal langsam durch die Gegend watscheln. Auch beim Fliegen sind sie nicht unbedingt graziös (allerdings sehr flott), ganz zu schweigen von ihren Landungen, die im Wasser immer damit enden, dass sie kurz Untergehen und an Land sieht es auch nicht viel besser aus… Aber unter Wasser sind sie äußerst elegant und können bis zu 60 m tief tauchen. Sie werden bis zu 30 Jahre alt und bleiben ein Leben lang mit ihrem Partner zusammen.






Die Jungen werden lustigerweise auf englisch Pufflings genannt und stürzen sich, wenn sie flügge werden die Klippen hinunter ins Meer Auch wenn die Puffins den andere Vögeln, Tieren und der Landschaft die Show stehlen – auch der Rest der Insel ist wunderschön.



Wir laufen einmal um die ganze Insel mit unzähligen kurzen und längeren Stops. Bis auf einigen Fotohotspots verlaufen sich die Besucher auf der Insel recht gut. Teilweise werden beeindruckend große Objektive herumgeschleppt, was die Bewegungsfreiheit allerdings etwas einschränkt.

Aber auch wir sind mit unserer nicht so beeindruckenden Kamera und dem Handy sehr fleißig. Neben Puffins (wir haben jetzt sehr, sehr viele Fotos und Filmchen), landen auch noch andere Vögel wie Trottellumme, Brachvogel Sumpfohreule, Weißkehlchen etc. vor unseren Linsen. Nach 5 Stunden ist es Zeit für die Rückfahrt, die wir mit einem glückseligen Lächeln im Gesicht antreten. Was für ein toller Tag.


Einziger Wermutstropfen das Auto spinnt auf der Rückfahrt erneut.
