12.Tag: Wein, Wale und Meer

Gut, dass wir am Vortag auf dem Pico waren: Nieselregen und dichte Wolken über dem Hochland waren das erste was wir beim Blick nach draußen sahen.

Also ein Besuch im Museu da Industria Baleeira in der alten Walfabrik in São Roque. Zu sehen war hauptsächlich was mit den Walen an Land passierte und die dazugehörigen Werkzeuge und Maschinen: Zerlegen, Ölgewinnung, Fleisch Konservierung und Knochenmühlen. Blutiges Geschäft. 

Nach dem Museum fuhren wir noch mal in eines der Weinanbaugebiete, nach Santa Luzia. Die unzähligen Steinwälle (eckig für Weinreben, rund für Feigen) haben durchaus ihren Charme, auch wenn viele auf den ersten Blick aufgegeben aussehen (könnte aber auch am Frühjahr liegen).

Für den Nachmittag stand noch einmal Whale Watching auf dem Programm. Trotz der miesen Bedingungen – auf der Südseite herrschte Nebel und bei der morgendlichen Ausfahrt gab es wohl „nur“ normale Gemeine Delfine – entschieden wir uns für die Tour. Eine gute Entscheidung. Heute war der Seegang nicht ganz so stark und es herrschte weniger Wind als beim letzten Mal, das Boot schlug demnach auch nicht ganz so hart auf. Das nützte einem unserer Mitfahrer jedoch herzlich wenig. Ihm ging es so schlecht (trotz Tablette), dass er wohl die nächsten 10 Jahre kein Boot mehr betreten wird. Weiter draußen lichtete sich der Nebel, es kam sogar die Sonne heraus und war plötzlich total warm. Zuerst stießen wir auf mehrere Rundkopfdelfine – mittlerweile ja meine Lieblinge, die uns diesmal länger erhalten blieben. Die können bis 800 m tief tauchen. Einer machte sogar Kopfstand bzw. streckte seine Schwanzflosse ordentlich in die Luft für uns.

Es folgte eine Gruppe Gemeine Delphine, die zum Spielen aufgelegt war und sich eine ganze Weile direkt um und unter unserem Boot tummelte. Sehr faszinierend. Zu guter Letzt stießen wir noch auf ein paar Grindwale, wobei die eigentlich auch Delfine sind, wenn auch ziemlich Große. Die wiederum waren so freundlich sich dreimal zu zeigen. Auf dem Rückweg kamen wir noch an sehr vielen Portugiesischen Galeeren (ganz garstige Quallen  mit bis zu 30 m Tentakeln) und einer unechten Caretta Meeresschildkröte vorbei. Letztere ißt hauptsächlich Erstere, aber da die wie flatteriges Plastik aussehen, fressen die Schildkröten häufig genug Plastiktüten o.ä., was im Meer dümpelt…

Für das Abendessen kehrten wir in unser Heimatörtchen zurück. Es gab wieder den leckeren Orangensalat und ebenso leckere Muscheln.
Auf dem Weg zu unserem Häuschen gaben die Gelbschnabel Sturmtaucher ihr ganzes Können zum Besten. Sie klingen einfach in keinster Weise wie Vögel – vielleicht werden die Geräusche mein neuer Handyklingelton… Unterwegs noch ein paar Mispeln, an die könnte ich mich echt gewöhnen, fürs Frühstück gepflückt und dann war es schon Zeit ins Bett zu gehen.