5. Tag: Lyø nach Søby auf Ærø

Das morgendliche Bad in der Ostsee scheint zur Gewohnheit zu werden. Heute sogar mit Sonne. Herrlich und ich liebe das Gefühl, wenn nach dem ersten Kälteschock, der Körper wieder warm wird. Nach dem Frühstück geht es los. Auf nach Ærø. Leider gibt es weniger Wind als vorhergesagt und wir queren als erstes eine fette Regenwolke. Zum Glück ist die kleiner als sie aussah, aber kaum haben wir die Regenplünnen aus, kommt schon die nächste. Für kurze Abwechslung sorgt  ein Schweinswal in der Ferne. Er ist aber nur schwer auszumachen und bald wieder weg. Nachdem wir eine ganze Weile dahin gedümpelt sind,  frischt es plötzlich auf und die Segel können mal zeigen, wofür sie gut sind. Das ist gleich ein ganz anderes Gefühl. So fahren wir noch ein Weilchen bei schönstem Sonnenschein an der Küste Ærøs entlang, um später nach Søby zurückzukehren. Mareike und ich nutzen die Gelegenheit und klettern ins Klüvernetz. Traumhaft! Der Blick in die Wolken, das Schaukeln der Wellen, dem Himmel und dem Meer ganz nah.

Bei der Einfahrt in den Hafen von Søby gibt es ein kleines Verkehrschaos. Vor uns eine Yacht, die nicht weiß wo sie hin will. Laura ist sich auch nicht sicher zu welchem Anlegeplatz und von hinten kommt schon die Fähre hupend angerauscht. Da wirkt selbst Laura mal ein wenig angespannt. Die Fähren fahren mit einem Affenzahn durch die schmale Hafeneinfahrt, da sie sonst durch Wind und/oder seitliche Strömung abgetrieben werden. Zur Ausfahrt, lassen sie auch erst die Klappe oben, da das Schiff dann kürzer ist und sie besser navigieren können. Millimeter Arbeit. 
Søby wirkt sehr trist, mag aber auch am mittlerweile wieder grauen Himmel liegen.

Der Hafen ist zwar recht groß mit zwei Fähranlegern und einer Werft, aber sonst gibt er nur eine Kirche, einen Supermarkt, einen Bäcker und diverse zusammengewürfelte Wohnhäuser. Keinen wirklichen Ortskern. Zur Aufhübschung sind überall Kunstwerke – hilft mal mehr und mal weniger 😉 Insgesamt nicht sehr einladend, zumal es immer wieder nieselt, kalt und sehr windig ist. Da verzichte ich sogar auf mein Bad in der Ostsee und gehe nur mit mit den Füßen ins Wasser. Die Nachtstimmung mit den großen, beleuchteten Schiffen  und den Möwen, die sich zum Schlafen ins Hafenbecken gesetzt haben, ist dann allerdings bezaubernd.