5. Tag Carcoforo – Rima

Etwas wiederwillig hatte der Wirt zugestimmt das Frühstück schon um 6:30 zu servieren. Nach der Hitze gestern wollten wir früh aufbrechen um etwas weniger als am Vortag darunter zu leiden. Auch das andere Wanderpärchen, was im selben Rifugio abgestiegen war, wollte früh los und hatte schon die gleiche Zeit angefragt.

Carcoforo

So waren wir bereits um 7 Uhr unterwegs, gespannt wie anstrengend die 1000 Höhenmeter rauf zum Colle di Termo werden würden. Schon nach kurzer Zeit wurde der Weg steil. Im Wald war es noch recht schwül, aber sobald wir die Bäume hinter uns gelassen hatten wurde es schon fast angenehm. Wir kamen schneller voran als erwartet und erreichten nach etwa 2 Stunden die erste Alpe auf 1924m und 30 Minuten später die nächste auf 2081m.

Nach weiteren 30 Minuten konnten wir den Pass schon erkennen, mussten aber erstmal über Geröll- und an Schneefeldern vorbei die letzten Höhenmeter überwinden.

Auf dem Colle del Termo (2351m) gab es wieder einen schönen Weitblick, wenngleich es diesmal diesig war. Vor uns lagen die scharfen Serpentinen, die uns steil bergab führen sollten. Erholt und relativ frisch ging es nach einer Pause runter Richtung Rima. Dabei stießen wir immer wieder auf Erdlöcher, die wohl Murmeltieren gehören dürften. Gesehen haben wir jedoch keine. Wo sind die bloss? Es ist uns schon die letzten Tage aufgefallen, dass auch kaum welche zu hören sind und Björn (der Murmeltierspoter) hat bisher nur eines vorbei huschen sehen. Normalerweise stolpert man hier fast über die Viecher… Vielleicht war es zu lange kalt und sie sind noch nicht richtig wach. Die ‚Enttäuschung‘ machte sich etwa 200 Höhenmeter tiefer breit. Wir waren uns so sicher schon mindestens 500 Meter gemacht zu haben. Stattdessen ein langer Abstieg durch den Wald. Rima war schon recht früh sichtbar, wollte aber nicht näher kommen.

Den wohlverdienten Café gab es auch nicht, in Rima war alles zu. Nun denn, weiter zur Unterkunft. Das Rifugio Brusa sollte eigentlich nur 15 Minuten bzw. 1,5 km von Rima entfernt sein, kam uns allerdings länger vor – aber das ist wohl häufig so, so kurz vorm Ziel 😉 Die Begrüßung war lautstark, keine 50 Meter neben uns schlug ein Baum auf den Boden. Zwei Holzfäller bei der Arbeit. Endlich angekommen, die Füße von den Schuhen befreit gab es Café, während die Motorsägen heulten und noch einige Bäume zu Boden krachten. Mittlerweile ist Ruhe eingekehrt, die Vögel zwitschern und wir schauen den Eidechsen beim chillen und gelegentlichen durch die Gegend flitzen zu.

Rauf: 1050 m Runter: 940 m Distanz: 12.8 km Dauer: 6,5 Std.

Cena: Antipasti (Wurst, Käse, eingelegte Radieschen! und Brot). Kartoffelsuppe mit Minze. Fleisch mit gebratenem Fenchel. Bonet tradizionale piemonte (Baiser, Schokokuchen mit Amaretto und Sahne.)