7. Tag: Seilversichert

Das gestrige Gewitter hat den Himmel wieder rein gewaschen und es war kein einziges Wölkchen mehr zu sehen. Unsere Wirtin war anscheinend noch nicht so ganz wach, wirkte zumindest noch ziemlich verpeilt und am Nachbartisch stand auch noch das Geschirr von unserem Abendessen. Eigentlich hatten wir vorgehabt Brot und Käse zu kaufen, aber Brot gab es keines mehr und der Käsereiladen von Palanfrè hatte noch nicht auf. Also ohne los. Der erste Anstieg ging durch einen Jahrhunderte alten Buchenwald, der den Ort vor Lawinen zu schützt und das älteste Naturreservat der Seealpen ist. 


Der Weg zog sich ein langes Tal mit einem Bach hinauf, bis wir an dessen Ende auf den Lago degli Alberghi stießen und dort eine kurze Rast machten. Als nächstes stand uns der Pass bevor. Im Wanderführer als sehr steil beschrieben, sah er von unten auch so aus. 


Die Wanderer, die sich vor uns auf den Weg gemacht hatten, schienen gar nicht vom Fleck zu kommen. Der Weg war in der Tat steil – richtig steil. Als ‚gehen‘ konnte man unsere vorwärts Bewegung eigentlich nicht mehr bezeichnen. Der letzte, exponierte Abschnitt, war mit Stahlseilen gesichert und wir kämpften uns mühsam hinauf. Oben, am Passo di Ciotto Mieu auf 2274 m angekommen, war mir schon ein wenig mulmig, besonders wenn man hinunter guckte und nochmal den Weg sah. (Wieder ein paar innere Schweinhunde erlegt…) Björn machte gleich den Pfadfindern alle Ehre, indem er einer Frau ihren verlorenen Hut das gerade erklommene Steilstück hinterher trug. Es folgte ein ebenfalls sehr steiler Abstieg auf der anderen Seite. 

Weiter ging es über blühende Almwiesen und an der Murmeltieralp vorbei. Allerdings machte die ihrem Namen keine Ehre. Es ließ sich kein einziges Murmeltier blicken… Wenig später waren wir an unserem Ziel, dem Hotel Arrucador, welches an einem Skilift auf einem Hügel thront, angelangt. Wir residieren diesmal sehr stilvoll, man nennt es wohl Boutique Hotel, umsorgt von den sehr netten Besitzern. Björns Kommentar dazu : „Zivilisation ist doch toll.“ Und ich habe erstmal ausgiebig die Regendusche genutzt. Draußen ließen sich derweil die Murmeltiere blicken. Nun freue ich mich über ein kuscheliges Bett mit einer guten Matraze und funktionierendem W-LAN (das ist hier nämlich Mangelware). Auch Handyempfang haben wir eigentlich nie, könnte aber auch an unseren ‚Stadtgeräten‘ (I-Phones) liegen. 

Palanfrè – Hotel Arrucador +940 Hm / – 810 Hm ca. 11,5 km unterwegs 5 1/2 Std. 

1 Comment for “7. Tag: Seilversichert”

Martin

says:

Hallo Tina und Björn,
immer wieder schön eure Blogeinträge zu lesen. Ich bin mittlerweile etwas neidisch besonders wenn ich die Bilder sehe. Das Wetter scheint ja auch besser zu sein als hier. Also noch viel Spaß, Abenteuer und auch Erholung in den nächsten Tagen.
Liebe Grüße auch von Natalie und wir sehn uns ! Martin