Castillo Mayor – Berge, die nicht sein müssen

Nachdem es letzte Nacht ein ordentliches Gewitter gegeben hatte, war es morgens sehr bedeckt und auch etwas kühler. Die anderen wollten heute nicht mehr wandern, aber Björn ließ sich überreden (was er hinterher bedauert haben dürfte…).


Der Castillo Mayor (2015m) laut Wanderführer „eine Aussichtswarte ersten Ranges“, hielt nicht, was er versprach. Erst steil durch einen Wald, dann sehr steil auf Schotter, weiter durch Buchsbaum, im weiteren einen Hang hinauf, wo man zwischen dem Gestrüpp immer wieder den Weg verlor, bis zur Hochebene – La Plana. Die Hochebene wiederum war ganz schön, leider fing es aber an zu regnen und wir haben erstmal unter unserer Rettungsfolie gepicknickt. Von hier aus sollte es bis zum Gipfel nicht mehr sehr weit sein, noch ca. 250 Hm und gerade den breiten Karstrücken hinauf. Björn meinte, man könnte gleich darauf verzichten – ich wollte es gerne versuchen (die schöne Aussicht…). Mittlerweile hatte der Regen auch wieder aufgehört. Die Folge war, dass wir eine 3/4 Stunde den blöden Hang hochgestiefelt sind. Den beschriebenen Weg konnten wir nicht finden, da von den Orientierungspunkten „2 markante Ahornbäume“ schon mal einer fehlte (undwelcher ist dann der Linke?). Das scharfkantige, spaltenreiche und von großem Schotter durchsetzte Karrengestein nervte ziemlich bis sehr und so beschlossen wir, als immer noch kein Ende in Sicht war, bei einem großen Felsblock umzudrehen. Keine Aussicht, nur eine Schafherde, die man auf dem hellen Gestein fast nicht sehen konnte und ein Karstrücken, der sich beim hinunter gehen als noch garstiger entpuppte, als beim hinauf. Beim weiteren Abstieg, gab es zum Trost noch ein paar Geier und ganz unten wieder Regen 🙁 Wahrlich ein Berg der nicht sein muss. Zurück auf dem Campingplatz fiel mir erstmal auf, dass der Castillo Mayor von überall zu sehen ist und, dass uns wohl gerade mal 50 Hm bis zum höchsten Punkt gefehlt haben dürften…


Pünktlich für den Weg zum Abendessen zeigten sich ein paar Geier bzw. Raubvögel überm Platz. Mittlerweile können wir schon richtig gut die Silhouetten erkennen. Heute waren es ein Milan, drei Gänsegeier, ein Schmutzgeier und eine Art Habicht. Das Wetter war auch wieder schön genug, so dass wir das letzte Essen auf dem Balkon genießen konnten.

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