Schneeschuhwandern in den Tuxer Alpen

Dieses Jahr sind wir vor dem Silvestertrubel in die Alpen geflohen: Schneeschuhwandern mit dem DAV Summit auf der Meissner Hütte in der Nähe von Innsbruck.

Den ersten Dämpfer gab es leider schon vor der Abreise: Tinas Hüfte begann 1 Tag vor der Abreise zu schmerzen. In der Hoffnung dass sich die Schmerzen schon wieder legen, brachen wir auf und mussten in München erstmal zum ärztlichen Notdienst da die lange Anreise alles nur noch schlimmer gemacht hatte. Diagnose: Schleimbeutelentzündung in der Hüfte. F@&ck.

Darauf spekulierend, dass die Medikamente schon wirken werden und wir jetzt auch nicht einfach abbrechen wollten, ging es am nächsten Tag über Insbruck nach Ellbögen wo wir gemeinsam mit den anderen Teilnehmer_innen zur Hütte aufstiegen.

Das Gepäck wurde auf ein Schneemobil gepackt und wir wanderten durch tief verschneite Landschaft zur Hütte. Endlich Schnee, viel Schnee.

Das Meissner Haus ist eine schön gelegene, gemütliche alte Hütte mit Kachelöfen aus Meissner Porzellan auf 1720 m Höhe. Zu unserem Zeitpunkt allerdings ziemlich voll (vor allem mit Kindern), dürfte aber über Silvester wohl auch nicht anders zu erwarten gewesen sein.
Abends gab es noch eine kleine Einführung in Lawinenkunde und ins LVS-Gerät (Lawinenverschüttetensuchgerät) von Herrmann unseren Bergführer. Bei dem schienen wir in guten Händen zu sein.

Am nächsten Morgen ging es bei wunderschönem Sonnenschein zum ersten Gipfel – dem Morgenkogel (2607m). 900 Höhenmetern, knapp 7 Stunden Gehzeit. Landschaftlich ein Traum. Für mich aber so ziemlich das Anstrengendste, was ich je gemacht habe. Meine Beine fühlten sich an wie Blei und auf dem letzten Stück zum Gipfel musste ich alle 5 Schritte japsend stehen bleiben und nach Luft ringen. Einziger Trost, ich war nicht die Einzige der das so ging. Hinunter war dann zuerst ganz spassig. Da sich mit den Schneeschuhen wunderbar durch den Tiefschnee hinabstapfen ließ. Nach einer Weile machte sich die Hüfte aber immer mehr bemerkbar und zum Schluss dachte ich nur noch: „Wenn ich noch einmal hinfalles, bleibe ich einfach im Schnee liegen und steh nie wieder auf!“ Zum Meissner Haus habe ich es aber doch noch zurück geschafft. Nach einer Weile hatte ich mich auch wieder soweit berappelt, dass ich es sogar geschaft habe den Jahreswechsel wach zu erleben. Raketen ins so einem verschneiten Talkessel machen ja ordentlich was her. Sowohl akkustisch, als auch visuell. Das ganze wurde dann noch von einem nahezu vollem Mond bestrahlt, der von einem perfekten Wolkenkreis umrahmt wurde.

Die erste Wanderung hatte jedoch ihre Folgen. Die Hüfte tat trotz Schmerzmittel die ganze Zeit weh und ich blieb am nächsten Tag in der Hütte.

Am zweiten Tag war der Glungezer (2677m) das Ziel. Wie schon am Tag zuvor sah der Lawinenlagebericht nicht so toll aus: Stufe 3 Tendenz 4. Und tatsächlich mussten wir knapp unter dem Gipfel aufgeben. Um so schöner war der Abstieg in gerader Linie durch den Tiefschnee zurück zur Hütte.

Um die Zeit bis zum Abendessen zu überbrücken übten wir eine Weile mit den Lawinen Suchgeräten. Eine Gruppe verstecke Rucksäcke mit Pieps im tiefen Schnee, die andere hatte 15 Minuten Zeit (die Zeit die man auch für das Auffinden eines Verschütteten hätte) die Rücksäcke zu finden.

Da sich zu den Hüftschmerzen auch noch Kopfschmerzen und Hüttenkoller gesellten brach Tina am nächsten Morgen nach Holzkirchen zu Freunden auf. (So kam ich noch zu einer Fahrt mit dem Schneemobil hinunter nach Ellbögen. Anbetracht des Fahrstils und der Geschwindigkeit mit der der Fahrer dort hinunter bretterte durchaus ein Erlebnis…)

Ohne Tina brach unsere Gruppe zur letzten Wanderung auf. Unser eigentliches Ziel die Kreuzspitze war wegen der Lawinengefahr für den nächsten Tag keine Option.

Wir fassten stattdessen die Viggarspitze (2306m) ins Auge, verpassten den eigentlichen Aufstieg und kämpften uns stattdessen eine steige Flanke auf den Gipfel hinauf. Heftiger, eisiger Wind vertrieb uns schnell wieder vom Gipfel. Wie am Tag zuvor wurden wir mit einem raschen Abstieg im Tiefschnee belohnt.

Nun endete auch mein Urlaub. Am nächsten Tag ging es mit dem Schlitten zurück ins Tal zu den Autos.

In Holzkirchen gabs noch ein wenig Brauchtum beim Perchtenlauf zu bewundern.