16.Tag: Chiazale – Chiappera

Laut Wetter-App hatte es um 6:30 nur 5 Grad draußen, also lange Hose. Da ich vor 6 Jahren mit Kathi schon mal am Colle di Bellino gescheitert bin und wir wegen zu viel Schnee umkehren mussten, fragten wir vorsichtshalber nochmal nach. Der Wirt meinte aber das dort nur noch wenig Schnee sei. Gut. Also los.

Nach einem Stück Straße wanderten wir auf breiten Fahrwegen durch blühende Almwiesen. Die Murmeltiere scheinen mittlerweile alle aufgewacht zu sein und so hopste eines nach dem anderen über die Wiese – das verzögerte das Vorankommen um einiges, da mehrere Fotostops eingelegt werden mussten…

Murmeltier

Der Weg setzte sich entlang eines Bergbachs fort, der wegen der Schneeschmelze relativ viel Wasser führte. So waren wir über den Balken, der über das tosende Wasser gelegt wurde froh – auch wenn der schmal war und wackelte das man befürchten musste ins kalte Wasser zu fallen. Aber auch dieses Hindernis war schnell überwunden. Naja, Björn hatte das Hindernis schnell überwunden, in dem er elegant darüber balancierte. Nachdem er gesagt hatte, dass der ganz schön wackelt, scheute ich wie ein ängstliches Pferd und hatte nur noch im Kopf ‚Ich falle gleich..‘ Habe dann das mittlere Stück lieber auf dem Po rutschend überwunden (sehr zur Belustigung der Italiener hinter uns). Der eine musste dann auch extra einmal rüber balancieren und zurück, um zu zeigen wie schön er das kann…

Über weitere Almwiesen und an verfallenen Hütten vorbei ging es stetig bergauf. Der Pass war bereits zu ahnen, aber es sollte noch mehr als eine Stunde dauern bis wir dort ankamen. Nach einer kurzen Pause gingen wir den letzten Anstieg an. Die Wiesen wichen einer Stein und Schotterflächen. Überall gab es noch Schneefelder, die aber kein Problem darstellten. Endlich war der Colle di Bellino und mit seinen 2804m und ein neuer höchster Punkt und der höchste Punkt insgesamt erreicht.

Der kalte Wind trieb uns allerdings schnell weiter. Die Focacchia Pause musste warten. Erstmal ging es staubige, schottrige Serpentinen bergab. 200-300 Höhenmeter tiefer dann die wohlverdiente Pause.

Wie immer zog sich der Abstieg. Auf Schotter folgten wieder Wiesen mit noch mehr Murmeltieren und dann ein Fahrweg. Dann endlich das Rifugio Campo Base. Nicht unser Ziel, aber eine schöne Café Pause. 20 Minuten später erreichten wir dann unsere Unterkunft in Chiappera – La Scuola Excursionistico. Unser Zimmer ist eine kleine Wohnung in einem der alten, renovierten Steinhäuser mit Wohnküche, Bad, Schlafzimmer und Balkon. Sehr viel Platz 🙂 Das Hauptgebäude mit dem Restaurant befindet sich in einem weiteren frisch renovierten Haus und ist sehr schick und hat sich der ‚gehobenen‘ Küche verschrieben… Überhaupt scheint der ganze Ort fest in der Hand von zwei Unterkünften zu sein, die ihre Zimmer in den renovierten Häusern des Dorfes verteilt haben.

Rauf: 1190m Runter: 1260m Distanz: 20km Unterwegs: 7,5 Stunden

Cena: Carne marinata con insalatina e citronette alla senape – Pasta e fagioli – Arrosto di capocollo con cavoli stufati – Crostata pere e cioccolato