5. Tag: Barare – Geschummelt

Nach einem eher untypischen Frühstück mit Käse und Speck, begannen wir unsere letzte Etappe auf dem GTA.

Nachts hatte es geregnet und so ging es zunächst über nasse, rutschige Grashänge ins Tal (so rutschig, dass selbst Björn hin und wieder ins Straucheln kam). In Antronapiana angekommen gab es erstmal Café, denn wir hatten beschlossen heute ein wenig zu schummeln und anstatt den Weg die Straße entlang lieber den Bus zu nehmen.

Hatten wir uns gestern noch über unser Wetterglück gefreut, zogen heute dichte Wolken auf und während wir im Café saßen, fing es an zu regnen.

Nach kurzer Busfahrt erreichten wir unseren Einstieg. Das Wetter meinte es jedoch wieder gut mit uns und der Regen hatte schon wieder aufgehört. 1000 Höhenmeter lagen vor uns, die zwar anstrengend waren, aber Regen und Gewitter ließen auf sich warten und so konnten wir trockenen Fußes hinauf laufen. Nach knapp 3 Std. war es geschafft.

Die Alpe Colma liegt sehr malerisch und mit großartiger Aussicht auf einem Kamm und wir wurden als erstes vom Hund und danach vom Hüttenwirtspaar begrüßt (alle sehr sympathisch). Beim obligatorischen Café und Arranciata erwiesen die beiden sich dann als eingefleischte Ökos: der Tabak wird mit einer (handbetriebenen) Maschine geschnitten und zu Zigaretten gerollt, der Café von Hand gemahlen und selbstverständlich wurde auch die Pasta handgemacht. Außerdem wurden wir gebeten alle elektrischen Geräte auszumachen, da sie elektrosensitiv seien. Sie haben zwar selber ein Handy, damit die erreicht werden können, das liegt aber gut gesichert hinter einem mit Alluminiumfäden gewebten Vorhang und abends wird bis auf für ein paar Lichtschalter der komplette Strom abgestellt. Im übrigen schien das auch ein Thema zu sein, welches sie schwer beschäftigte…

Eigentlich sollten noch 2 weitere Deutsche kommen (sie hatten telefonisch reserviert), tauchten allerdings nicht auf. Die Hüttenwirtin meinte auch, das würde in letzter Zeit häufiger passieren (das gleiche hatte auch schon der Hüttenwirt in Cheggio gemeint). Ziemlich blöd, vor allem, wenn sich größere Gruppen angekündigt haben und nicht auftauchen. Dann muss das Essen weggeschmissen werden. Abgesehen davon ist dann auch immer unklar, ob nicht vielleicht etwas passiert ist. Also immer absagen, wenn etwas dazwischen kommt bzw. noch besser tatsächlich kommen!

Zur Alpe Colma kam aber dafür noch ein junger Italiener, der sich ebenfalls vorgenommen hat den kompletten GTA zu erwandern. Er ist allerdings besonders ambitioniert und macht immer 2-3 Etappen pro Tag. So war er heute vom Bivacco Marigonda (liegt in der Nähe der Alpe Laghetto) aufgebrochen und dementsprechend fertig… Es hatte zwischenzeitlich auch immer wieder ordentlich geregnet… Als wir beim Abendessen waren, tauchte auch noch einer unserer Weitwanderer von der Alpe Laghetto auf. Nachdem wir die beiden das letzte Mal bei der Alpe Preia gesehen hatten, von wo sie vor uns aufgebrochen waren, hatten sie sich wohl erstmal für 2 Std. Verlaufen. Am Passo della Preia hatte er beschlossen, dass er nicht mehr weiter wollte und dort gezeltet. War in der Nacht wohl eher unangenehm. Fettes Gewitter und Sturm… Das erklärte jedenfalls warum wir a) die beiden beim Abstieg nach Cheggio gar nicht mehr gesehen haben und b) warum wir später am Refugio in Cheggio nur einen von ihnen haben Vorbeiwandern sehen.

Das Abendessen war (wie nicht anders zu erwarten) sehr Lecker. Primo: besagte selbstgemachte Pasta mit Ragu Secondo: Fleisch mit Zitronensauce und Salat dazu selbstgebackenes Brot. Statt Nachtisch kam der selbstgebrannte Grappa und Genepi auf den Tisch. Björn war noch einen Moment länger unten und bekam Zuccherini kredenzt. Eine hiesige Spezialität – Zuckerwürfel mit Kräutern in Alkohol (in diesem Falle Genepi) eingelegt. Das macht Laune 😉

Unterwegs: 6 Stunden (inklusive 1 1/2 Stunden Wartezeit auf den Bus) Runter: 600 Hm Rauf: 1000 Hm