Ein letztes Mal der Kiilopää

Ein letztes Mal der Kiilopää

Am letzten Tag noch einmal strahlender Sonnenschein und nahezu kein Wölkchen am Himmel. Wir beschlossen ein letztes Mal auf den Kiilopää zu fahren – zum einen ist  die Landschaft dort oben wirklich wunderschön, zum anderen wird der Aufstieg mit einer langen Abfahrt belohnt. An deren Ende liegt praktischerweise die bewirtschaftete Fjell-Hütte Luulampi, wo wir uns mit Kakao und Kringeli am knisternden Kaminfeuer stärken konnten bevor wir die Abfahrt wieder rauf liefen.

War eine ordentliche Schinderei, dauerte etwa 1 Stunde und die dann folgende 2. Abfahrt des Tages brachte uns in weniger als 15 Minuten zurück zum Fjell-Center. Der perfekte letzte Tag in Lappland. Einziger Wehmutstropfen – es ist uns nicht einmal gelungen ein Polarlicht zu sehen. Es war abends dann wohl doch immer zu bewölkt (oder wir nicht engagiert genug uns die ganze Nacht im Freien aufzuhalten …). Vielleicht beim nächsten Mal 😉

Urlaubsliteratur

Off the track

Off the track

Björn hatte sich zwischenzeitlich eine Erkältung eingefangen und wollte sich mal ein wenig schonen und den Tag in der Hütte verbringen. Mich lockte das schöne Wetter jedoch nach draußen und ich machte eine kurze Runde Richtung Niilanpää. Laut Karte sollte es sich bei einem Teil des Weges um Naturloipen (nicht mit dem Loipengerät gespurt) handeln. So war ich dann doch etwas irritiert als sich die erste Naturloipe als Schneemobilpiste entpuppte auf der mir auch gleich drei von den Dingern mit Vollgas entgegen kamen. Außerdem schien sich gerade halb Finnland auf die gleiche Loipe begeben zu haben. Es war Rushhour. Die Landschaft war trotzdem recht schön und nach 2,5 km bog ich schon auf die zweite Naturloipe ab, die ihrem Namen alle Ehre machte. Es war eine einfache Spur, schön durch die leicht hügelige Landschaft und den Wald gezogen, ich war ganz allein unterwegs und konnte die Natur in vollen Zügen genießen. Weit und breit kein Schneemobil zu sehen oder zu hören.

Das Fjell-Center bzw. seine Guides bieten ein kostenloses Wochenprogramm mit Skikurs, Skitouren verschiedener Länge, Schneeschuhwanderungen, Fatbike fahren etc. an. So wollte ich am Nachmittag die Gelegenheit nutzen und eine solche Tour mitmachen. Im Programm hieß es: „13.00-15.00 Guided relaxing skiing trip into Urho Kekkonen nationalpark 5 km“ – klang doch ganz entspannt. Aber wie immer kam es anders als gedacht. Der Guide (auf finnisch Opa – lustigerweise war er auch schon einen tacken älter) hatte morgens schon gesagt, wenn sich keine Anfänger anmelden, könnten wir auch eine Skitour querfeldein machen, die dann bis ca. 16.00 Uhr dauern würde. Dem war dann so. Ich lieh mir beim Verleihservice noch Backcountry-Ski. Die sind etwas breiter, schwerer und wesentlich robuster als normale Langlaufski und haben Stahlkanten und auch die Stöcke haben wesentlich größere Teller für tiefen Schnee. Wir waren eine sehr überschaubare Gruppe von 5 Leuten (inkl. Guide), die sich da auf den Weg machte. Zuerst ging es eine Weile paralell zur gepurten Loipe zum Kiilopää hinauf, um diesen dann querfeldein zu umrunden.

Da oben war es zwar ganz schön windig, aber das Panorama ist unglaublich. Eine riesige weiße Fläche breitete sich vor uns aus und unter uns meilenweit die bewaldeten Hügel Lapplands. Ich konnte von hier oben sogar meine Loipe von heute Vormittag sehen. In einer Vertiefung zwischen Kiilopää und Niilanpää ging es dann hinunter. Im Tiefschnee abwärts fahren war allerdings schwieriger als erwartet und meine geplanten schönen großen Bögen zum Bremsen anstatt von  „Schredderpflug“ endeten dann doch mehrmals in einer Schneelandung – aber Spaß gemacht hat es!

Unten angekommen ging es wieder mehr oder weniger paralell zur gespurten Loipe und am Ende ein Stück querfeldein zur Luulampi Fjell-Hütte. Diese Hütte ist bewirtschaftet und man kann heiße Getränke und diverse Süßwaren bekommen. Außerdem ist es muckelig warm, da es sowohl einen großen offenen Kamin in der Mitte der Hütte, als auch einen vollbeheizten, gußeisernen Kanonenofen gibt. Eine kleine Pause tat ganz gut, Kakao und Kringeli füllten die Speicher wieder auf und wir konnten uns wenig später auf den Rückweg machen. Diesmal ging es hinter der Hütte direkt den Berg hinauf. Wo es zu steil wurde, verlegte sich der Guide auf große Serpentinen und die eine oder andere Spitzkehre. Mittlerweile war jedoch auch klar, dass wir unseren Zeitplan im Leben nicht einhalten würden. Der Weg zog sich noch recht steil dahin bis wir oben auf dem Ahopäät und damit auf dem 3. Fjell ankamen. Auch hier wieder ein beeindruckendes Panorama und eine lange Abfahrt im Tiefschnee (diesmal nur mit einer Schneelandung).  Ziemlich erschöpft, aber sehr glücklich waren wir mit 1 1/2 Std. Verlängerung / Verspätung wieder zurück beim Fjell-Center. Björn hatte zum Glück schon die Sauna eingeheizt, so dass ich nur noch die Klamotten von mir werfen musste und meine müden Glieder in der Wärme entspannen konnte. Was für ein grandioser Tag 🙂

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Wo der Weihnachtsmann wohnt

Wo der Weihnachtsmann wohnt

Am Donnerstag ging es mit den Langlaufskiern nach Kakslauttanen, wo laut örtlicher Touri-Zeitung der Weihnachtsmann lebt und sich vor Weihnachten auch besuchen lässt… Außerdem gibt es dort sogenannte Aurora-Iglus zu mieten – Glasiglus aus denen sich bequem vom Bett aus und ohne zu frieren die Aurora Borealis / Polarlichter beobachten lassen (allerdings auch etwas hochpreisiger als unsere Hütte). Das Wetter zeigte sich mal wieder von einer freundlichen Seite. Sonne und milde Minus-Temperaturen. Ein kurzer Stop im Cafe in Tievatupa kurz vor Kakslauttanen bestätigte unseren Verdacht, dass Jugendherbergs-Charme in Finnland state-of-the-art ist. Aber der Kaffee war gut. Durch Kakslauttanen sind wir dann schnell durchgesaust, für unseren Geschmack zu künstlich und zu touristisch. Aber jetzt wissen wir zumindest wie Finnen ihre Hochzeitfotos arrangieren – im tiefen Schnee vor imposanter Blockhütte. Wir hoffen nur, dass die Braut unter ihrem tief dekoltiertem Hochzeitskleid, irgendwo ihre Thermounterwäsche versteckt hatte, ansonsten dürfte es recht kalt geworden sein 😉

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Kiilopää

Kiilopää

Am Dienstag früh war es düster. Dunkle Wolken am Himmel und zunächst leichter Schneefall, der im Laufe des Tages immer stärker wurde. Unser Ziel war eine nahegelegene Hochebene – das Ahopäät Fjell. Sobald wir aus dem Schutz der Bäume fuhren wurde der Wind bissig. Wie kleine Nadelstiche jagte er die Schneeflocken in unsere Gesichter und in die Loipe, die schon bald nur noch zu erahnen war. Leider wurde auch die hart erarbeitete Abfahrt durch den Neuschnee deutlich abgebremst. Trotzdem ein schöner Ausflug.

Björn war allerdings noch nicht ausgelastet und hat unsere gestrige 10 km Tour noch drangehängt (und brauchte nur die Hälfte unserer gestrigen Zeit… Immerhin beklagte er sich hinterher über schmerzende Muskeln 😉 ). Ob des miesen Wetters sind wir dann tatsächlich direkt nach der Sauna um 17:00 (!) zum Essen gegangen. So kann ein Abend recht lang werden….

Am Mittwoch wollten wir über das Kiilopää Fjell fahren. Mit 546 m ist der Kiilopää die höchste Erhebung hier in der Gegend. Die Loipe führt zwar nicht ganz auf den Gipfel doch es galt einige Höhenmeter zu überwinden. Nach einer ganzen Weile bergauf tat sich vor uns eine riesige, weisse Fläche fast ohne Bäume und nur mit dezenten Konturen auf.

Diese imposante Weite ließ uns den langen Anstieg fast vergessen und eh wir uns versahen konnten wir eine wunderbare lange Abfahrt hinunter sausen. Herrlich! Wir entschieden uns die Tour zu verlängern und weiter das Fjell zu umrunden. Unterwegs legten wir in einer Fjellhütte in Rumakuru eine kurze Rast ein. Das sind kleine Blockhütten mit Ofen, Tisch und Sitzgelegenheiten, die als Rastmöglichkeit und bei schlechtem Wetter auch als Notunterkunft dienen. 19 km später waren wir müde und sehr zufrieden wieder zurück.

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Lappland

Lappland

Mit dem Flugzeug ging es von Helsinki weiter nach Ivalo. Unterwegs konnten wir einen Blick auf den nördlichsten Zipfel der vereisten Ostsee erhaschen. Beim Landeanflug war unter uns dann alles weiss. Weite verschneite Wälder, wunderschön. Auch der Flughafen war komplett verschneit, nur Start- und Landebahn waren frei. Mit dem Bus ging es dann zum Fjell-Center Kiilopää. Dafür, das die Strassen hier komplett vereist sind, war der Busfahrer schnell unterwegs, aber er wird Schnee und Eis wohl gewohnt sein…

Angekommen luden wir unsere Sachen in unserer Hütte ab und standen kurze Zeit später zum ersten Mal auf der Loipe – nur eine kurze Runde und dann gab es Abendbrot.

Das Fjell-Center besteht aus einem Hauptgebäude und einer ganzen Reihe von Blockhütten verschiedener Größe in denen die Gäste untergebracht sind und liegt direkt am Urho-Kekkonen-Nationalpark. Unsere Hütte hat einen Wohn-/Schlafraum mit kleiner Küchenzeile und Kaminofen, Bad und eigener kleiner Sauna. Ganz gemütlich 🙂 Zum Frühstück und Abendessen geht man immer ins Haupthaus. Das wiederum versprüht ein ausgeprägtes Jugendherbergsflair, aber das Essen ist ganz lecker und besser als erwartet.

Der nächste Tag erwartete uns mit strahlendem Sonnenschein und einer morgendlichen Temperatur von -20 Grad. Das war mal knackig. Zum Glück wurde es nach dem Frühstück bald wärmer und in der Loipe fühlte es sich auch gar nicht mehr so kalt an.

Wir waren früh unterwegs und hatten die erste Stunde den Weg ganz für uns. Strahlend blauer Himmel, glitzernde Schneefelder, Bäume voller Eiskristalle und eine frisch gespurte Loipe. Alles perfekt. Die erste Runde: rund 10 km, knapp über 2 Stunde. Björn startete später noch zu einer zweiten Runde auf den Ahopäät. Ich für meinen Teil blieb lieber in der Hütte ein wenig die Hüfte schonen… Danach rumhängen, Sauna, Kaminofen einheizen und den Schnee bewundern. So muss Urlaub sein.

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Moi Helsinki

Moi Helsinki

Wir wollten noch mal Langlaufskilaufen dieses Jahr und so hat es uns in den hohen Norden verschlagen. Vor dem Sport standen aber erstmal 2 Tage Helsinki auf dem Programm.

Nach dem Einchecken im Hotel (bzw. nachdem wir endlich einen Zugang dazu gefunden hatten – bei dem Zugang handelte es sich um einen unscheinbaren Fahrstuhl aus dem Erdgeschoss des Einkaufzentrums, welcher wiederum nur mit einer Zimmerkarte oder über eine Klingel für die Rezeption gerufen werden konnte. Schade nur, wenn man noch keine Zimmerkarte hat und die Rezeption nicht auf die Klingel reagiert… Zu unserem Glück kam aber jemand mit Zimmerkarte.)

Nach dem Check-in sind wir sofort losgezogen Richtung Hafen. Erste Beobachtung: Helsinki ist klein. Schon am ersten Abend haben wir das meiste gesehen, was der typische Reiseführer so vorschlägt: Helsinki Kathedrale und Senatsplatz, Tori Viertel, Uspenski Kathedrale, Marktplatz und alte Markthalle, die Esplanaden und div. Jugendstilgebäude… Insgesamt ist Helsinki sehr ruhig, ein wenig wie Bremen – nur kälter, wobei die Bebauung der Innenstadt eher Berlin oder Wien ähnelt.

Zweite Beobachtung: es gibt viele spannende Restaurants unterschiedlichster Herkunft und unglaublich bzw. ins Auge stechend viele Nepalesische. Die Erklärung hierfür las ich abends dann prompt in meiner ‚Gebrauchsanweisung für Finnland‚. Die Restaurants gehören alle zu einer einzigen, weitverzweigten (und wohl auch geschäftstüchtigen) Familie aus Nepal. Wir haben uns allerdings eher an die lokalen Fischläden und Cafes gehalten und waren sehr zufrieden.

Am zweiten Tag haben wir uns Temppeliaukio – den Felsendom angesehen. Sehr schick. Direkt in einen Granitfelsen gebaut. Von außen unscheinbar, aber mit einer wunderbaren Innenatmosphäre. Nachdem wir das Rätsel einen Straßenbahnfahrschein zu kaufen gelöst hatten – seit Februar 2018 können diese nicht mehr in der Straßenbahn beim Fahrer gekauft werden, stattdessen können mobile Tickets an jedem Parkscheinautomaten erstanden werden, bezahlt wird per Kreditkarte – verlegten wir uns aufs Straßenbahn fahren und besuchten das Kapelli und das Ekbert zwei der ältesten Cafes Helsinkis. Die Finnen sind angeblich die größten Kaffeetrinker der Welt und Kuchen und süße Teilchen können sie auch ganz gut herstellen (man darf sich nur nicht am Preis stossen…)

Zum Abendessen besuchten wir ein finnisches Restaurant. Neben verschiedenen Zubereitungsformen von Lachs und Hering, gab es geschnetzeltes Rentier, Elchlasagne und etwas, das an Labskaus erinnerte und auch mit rote Beete gegessen wurde. Das war wohl ‚Vorschmack‘ – Durchgedrehtes aus Lammhack, Anchovis und Zwiebeln und kommt ursprünglich aus der osteuropäisch-jüdischen Küche. Sehr zu Björns Verwunderung, fand ich es echt lecker.

Langlaufskilaufen in Norwegen

Langlaufskilaufen in Norwegen

Nachdem wir in Vietnam und Kambodscha den Winter verpasst hatten, brachte mich der Verwandtenbesuch in Wien und München Ende Januar und vor allem der Schnee dort auf den Geschmack. Also noch für 2 Wochen zum Langlaufskilaufen in der Fjellstuve Fagerli in Norwegen.
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Es war ein wunderschöner Urlaub und das perfekte Trainingscamp für die noch kommenden Touren.
Alles hat gepasst: wunderschöne Landschaft bei herrlichem Wintersonnenschein; schön gespurte Loipen mit mehr oder weniger vielen „Aufs und Abs“; gemütliche Hütte mit Sauna und sehr gutem, lustigen, ostfriesischen Koch (zum Glück lassen sich beim Skilaufen viele Kalorien verbrennen); netten Leuten und Gesprächen; Schneeschuhwandern etc.
Es hat unglaublich viel Spaß gemacht und nachdem ich sogar eine Abfahrstpiste auf meinen Langlaufskiern gemeistert habe muss ich meine grundsätzlich ablehnende Haltung gegenüber Alpinski wohl noch einmal überdenken 🙂
Aber seht selbst…
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Hier der morgendliche Blick von unserem Frühstückstisch – vorausgesetzt man hat einen Platz mit Bergblick ergattert 😉
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Das „Windstück“ der Loipe vom Fevor See zurück nach Fagerli – hin und wieder fühlte es sich wie eine Polarexpedtion an…
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Schneeschuhtour auf dem Valsfjell
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Grandiose letzte Tour zur Hakan Hütte (dort ist auch das Titelbild entstanden)…
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