6. Tag: Schluchtenwanderung

6. Tag: Schluchtenwanderung

Für den letzten Klettersteig-Tag hatten wir uns eine recht einfache, dafür längere Tour ausgesucht: die Ferrata Burrone Giovanelli, 750 Hm ca. 4 Std.

Drei sehr luftige , lange Leitern markierten gleich den Einstieg. Damit hatten wir aber dann auch schon die schwerste Stelle hinter uns, etwas Wackelnknie hatte ich aber trotzdem erstmal. Dann ging es steil den Berg hinauf in einfachem Gelände.

Wunderschön breiteten sich die Weinreben unter uns im Tal aus und schon bald standen wir vor dem Einstieg zur Schlucht. Ein kurzer Aufschwung und WOW! Man konnte sich gar nicht entscheiden wohin zuerst gucken. Links und rechts ragten die Wände zum Himmel, die Schlucht wurde immer schmaler und ließ nur einen kleinen Spalt blauen Himmels sichtbar. Ehrfürchtig wanderten wir die enge Schlucht hoch.

Nach einiger Zeit rasteten wir in der Nähe eines hohen Wasserfalls. Gestärkt überwanden wir das letzte Stück der Schlucht, die nun immer breiter und grüner wurde und standen bald am Ausgang.

Der Weg zurück führte über einen extrem steilen (40% Gefälle) Fahrweg zurück zum Auto. Dann noch ein Cafe-Stop in Mezzocorona vor der hübschen Kirche und zurück nach Arco für ein letztes leckeres Abendessen bei Antica Corte.

5. Tag: Erholungs-Ferrata

5. Tag: Erholungs-Ferrata

Nachdem die gestrige Ferrata meine Nerven etwas strapaziert hatte, wollten wir es diesmal ruhiger angehen lassen. So handelt es sich bei der Ferrata Sasse eher um eine seilversicherte Wanderung als einen Klettersteig.

Abwechselnd durch Wald und Fels und immer nahe der Wasserlinie des Lago di Idro verlief der Weg dann auch ohne Schwierigkeiten. Um so überraschender war dann der Ausstieg: eine senkrechte Verschneidung von 10-15 m Höhe. Eigentlich gab es ausreichend Tritte und Griffe, allerdings war der Fels sehr bröselig. Plötzlich löste sich unter meinem Griff ein recht großes Felsstück und polterte mit viel Geschepper die Wand hinunter, um mit einem ordentlichen Platschen in den See zu plumpsten. Hat mich etwas erschreckt, weiter ist zum Glück nichts passiert, ich war aber heilfroh, dass niemand unter mir gewesen war. Der Kletterhelm und die Steinschlaggefahr-Schilder bekamen jedenfalls eine völlig neue Bedeutung.

Zurück ging es über den Sentiero Contrabbandieri. Ein recht schmaler Pfad ein ganzes Stück oberhalb des Klettersteiges, dem hin und wieder auch ein Seil spendiert wurde.

Café und Arranciata wurden dann auf dem Rückweg auf einer sehr schönen Hotelterrasse mit Blick auf den knallblauen Lago di Ledro genossen.

Insgesamt ein sehr schöner Tag – auch wenn der Klettersteig etwas anspruchsvoller hätte sein dürfen.

4. Tag: Kunstvoller Aufstieg

4. Tag: Kunstvoller Aufstieg

Heute ging es zur Ferrata Artpinistico delle Niere, einem Klettersteig auf dem man einige Kunstwerke bewundern kann – wenn denn die Aufmerksamkeit dafür reicht. Der Einstufung nach auch der schwierigste der bisherigen Klettersteige – C.

Erstmal haben wir uns allerdings verlaufen. Statt direkt beim Parkplatz in den Klettersteig einzusteigen, sind wir durch den Wald geirrt und haben auf italienische Beschilderungen geschimpft. Irgendwann bemerkten wir allerdings unseren Fehler und haben den Einstieg dann doch gefunden.

Die ersten Meter waren gleich deutlich kletterlastiger als die vorherigen Touren. Nach einigen Höhenmetern wurde der Weg immer ausgesetzter. Wir erreichten die schwierigste Stelle: ein 15 Meter senkrechter Aufstieg, eingestuft als C, mit ordentlich Tiefblick. Nach einigen Diskussionen war die Entscheidung getroffen – ich kehrte um, Björn kletterte weiter und wir trafen uns nach der Schlüsselstelle wieder (die ließ sich zum Glück umgehen).

Wieder vereint ging es weiter den Berg hinauf. Das Terrain blieb ausgesetzt (so ausgesetzt, dass ich mich doch einige Male sehr zusammen reißen musste). Immer wieder galt es luftige Bänder zu queren. Irgendwann dann der höchste Punkt. Fotos, kurze Pause und ein Fluchen: da wo ein Draht wirklich mal sinnvoll gewesen wäre, gab es natürlich keine Sicherung!

Ausgesetzt aber weiterhin schön ging es nun den Berg wieder hinunter. Die nächste Schlüsselstelle, ein C Abstieg, meisterte ich diesmal problemlos. Nichtsdestotrotz hat mich dieser Klettersteig einige Nerven gekostet… Auf dem Parkplatz dann endlich das wohlverdiente Focaccia. Gesättigt, noch voller Adrenalin und unbelehrbar wie immer entstand der Plan noch schnell die Mini Ferrata Ballino – Cascata Rio Ruzza beim Lago di Tenno zu machen. Natürlich verliefen wir uns erstmal wieder und als wir nach einer gefühlten Ewigkeit endlich vor dem Wasserfall standen, war die Luft raus. Ich hatte keine Lust mehr, war todmüde und hungrig. Björn stieg noch schnell in den kurzen senkrechten Steig ein. Nach wenigen Minuten war der Kessel erreicht und der Steig auch schon zu Ende. Einige Fotos und schnell zurück nach Arco. Wir wollten endlich duschen und hatten einen Bärenhunger. So standen wir auch pünktlich zur abendlichen Öffnungszeit bei der Pizzeria auf der Matte.

3. Tag: Cima Rocca Klettersteig-Runde

3. Tag: Cima Rocca Klettersteig-Runde

Heute sollte es die Cima Rocca Runde werden – bestehend aus drei miteinander verbundenen Klettersteigen: Via Ferrata F. Susati, Via Ferrata M. Foletti und Sentiero dei Camminamenti, insgesamt rund 850 Höhenmeter, Dauer ca. 6 Std.

Nach etwa 1,5 Std. Zustieg beim dem hin und wieder schon die Hände zur Hilfe kamen, seilten wir uns an. Nun ging es zügig in leichter Kraxelei den Berg hinauf. Schon bald machten wir eine kurze Rast auf der Cima Cape und genossen den Tiefblick auf den Gardasee.

Weiter über einen Grad, danach die Bergflanke querend über zwei Platten und dann ein Stück abwärts gelangten wir zum Bivacco Arcione. Bis hierher war ich auch schon letztes Jahr gekommen, allerdings waren wir damals wesentlich später dran und stiegen vom Bivacco nach Biacesa ab.

Heute waren wir gut in der Zeit. Wir hatten den Klettersteig bisher fast für uns alleine gehabt, nun trafen wir allerdings gleich auf mehrere (größere) Gruppen.

Das letzte Stück ist insbesondere bei Gruppen mit Kindern sehr beliebt, da der Weg zum Cima Rocca durch mehrere zum Teil lange und verschachtelte Tunnel aus dem ersten Weltkrieg führt, zu deren Begehung man ganz abenteuerlich Stirn-/Taschenlampen braucht. Der dazugehörige Klettersteig ist allerdings noch leichter als die ersten beiden und wir verzichteten immer häufiger darauf uns einzuklinken.

Leider hat Björn seine Kamera bei dem Versuch ein Ausstiegsfoto aus dem Tunnel zu machen die Leiter hinunter geworfen – zum Glück hatte ich meinen Helm auf 😉 Nein, getroffen hat die Kamera mich nicht, aber leider ist ihr der Sturz nicht gut bekommen. Zumindest das Display ist kaputt 🙁

Die Tunnel waren wirklich sehr beeindruckend und ohne Wegmarkierungen hätten wir uns in dem Tunnelgewirr problemlos verlaufen können.

Hinunter ging es dann flott über eine geteerte Strasse und es gab auch wie im letzten Jahr wieder Käsekuchen im netten Cafe in Biacesa. Danach noch ein kurzer Abstecher zum Lago di Ledro. Zum Baden war mir das Wasser aber doch zu kalt und so reichte es die Füsse hineinzuhalten.

2. Tag: Was tun bei Regen?

2. Tag: Was tun bei Regen?

Für heute war Regen angesagt und das schien sich auch zu bewahrheiten. Nachts hatte er zumindest schon ziemlich auf die Dachfenster unseres Zimmers getrommelt. Die im Zimmer befindliche Touribroschüre zum Gardasee hatte unter anderem die Rubrik „Was tun bei Regen“. Mein Favorit, das Mart Kunstmuseum ist Montags leider geschlossen, aber es fanden sich zum Glück noch andere Anregungen. So brachen wir nach einem guten Frühstück zur Cascata di Varone auf. Vor etwa 12 Jahren waren wir schon mal hier, konnten uns aber beide nicht mehr so recht erinnern, der Anblick ist tatsächlich sehr beeindruckend. 100 Meter stürzt das Wasser eine enge Schlucht hinab und macht ordenlich Wassernebel und Lärm. Nass (allerdins nur vom Wasserfall, es war ansonsten bisher trocken geblieben) und zufrieden verließen wir vor dem Ansturm der ersten Touristenbusse die schöne Anlage.

Weiter zum Lago di Tenno, der sich in einem fantastischen Blau präsentierte. Da es noch immer nicht regnete, beschlossen wir den kleinen See einmal zu umrunden.

Auf dem Rückweg nach Arco hielten wir noch kurz in Canale di Tenno, einem mittelalterlichen Ort und angeblich eines der schönsten Dörfer Italiens, der uns mit seinen engen und verwinkelten Gassen faszinierte. Am Ende unseres Dorfspazierganges fing es tatsächlich an zu regnen und hörte bis zum Abend auch nicht mehr auf, aber in Arco gibt es derartig viele Outdoor- uns Sportgeschäfte, dass ein Nachmittag recht schnell vergehen kann…

1. Tag: Klettersteige am Gardasee reloaded

1. Tag: Klettersteige am Gardasee reloaded

Nachdem ich im letzten Herbst meinen Gefallen an Klettersteigen gefunden hatte, steht diesen Herbst eine Wiederholung ohne Schissertrupp dafür mit Björn an.

Es hatte zwar länger gedauert als erwartet, aber gegen 15 Uhr waren wir am Sonntag endlich in Arco angekommen. Das Hotel liegt perfekt am Rande der Fußgängerzone. Einchecken, Umziehen und dann schnell los zum ersten Klettersteig denn morgen soll es regnen.

Ein kurzer Fußmarsch durch Arco, vorbei an einigen Kletterwänden und schon standen wir am Anstieg unserer ersten Via Ferrata, dem Collodri. Ursprünglich wollten wir zum Rio Salagoni Klettersteig in Drena, aber da wir so spät dran waren, hatten wir uns stattdessen für den Hausberg von Arco entschieden. War auch die bessere Wahl, denn im Nachhinein stellte sich heraus, dass der Rio Salagoni zur Zeit gesperrt ist. Die darüber liegende Außenmauer der Burg ist einsturzgefährdet und eine Burgmauer möchte ich lieber nicht auf den Kopf bekommen…

Ohne Schwierigkeiten folgten wir dem leichten Weg den Berg hinauf. Ich kannte ihn ja eh schon und für Björn natürlich gar kein Problem. Das Klettersteigset wäre vielleicht nicht unbedingt nötig gewesen, aber so hatten wir es zumindest schon mal ausprobiert;-)

Nach weniger als einer Stunde erreichten wir den Ausstieg wo uns einige Ziegen begrüßten. Sie standen sehr pittoresk auf dem Hochplateau mit Blick auf Burg und Gardasee, stanken aber ganz schön nach „Ziege“. Noch ein kleiner Abstecher zum Gipfelkreuz des Collodri und dann zurück nach Arco.

Für heute stand die zum Hotel gehörende Pizzeria auf dem Plan. Wir hatten Glück und bekamen noch einen Platz, denn sie scheint sich äußerster Beliebtheit zu erfreuen und es ging zu wie in einem Bienenstock. Noch ein kurzer Spaziergang durchs nächtliche Arco und dann rief auch schon das Bett 😉

Klettersteige am Gardasee

Klettersteige am Gardasee

Eigentlich hatte der Klettersteigkurs schon im Sommer statt finden sollen, musste aber kurzfristig auf den Oktober verschoben werden und nun war es endlich soweit. Vom Flughafen brachte mich Chrissie bei Kathrin (mit ihr war ich letzten Herbst auf der Faneshütte und im Sommer auf der Kampenwand) vorbei und wir fuhren nahtlos zum Gardasee weiter. Abends gab es noch eine schnelle Pizza mit Achim (unserem Klettersteigführer) und Anna (mit ihr war ich im Sommer auf dem Schinder) in Arco und dann fiel ich auch schon müde ins Bett. War ja auch ein langer Tag gewesen. Morgens noch in Olhao, abends schon in Arco… Nach dem Frühstück ging es dann frisch gestärkt zum ersten Klettersteig am Colodri. Ein wenig Schiss hatte ich ja schon. War ja schließlich mein erster Klettersteig (Anna und Kathrin hatten schon welche im Frühjahr gemacht). Aber wir sind ja auch ein ‚Schisserkurs‘ wie Anna immer sagt, also gehört das wohl dazu 😉 Ich bekam von Achim noch eine kurze Einführung und schon ging es los. Zwischendurch gab es schöne – wie Björn immer sagt – „Tiefblicke“ und ich hatte leichte Wackelknie, aber insgesamt alles halbe Höhe und es machte total Spaß. Oben abgekommen wollte ich gleich den nächsten machen 🙂

Aber erst einmal ging es auf der Rückseite des Colodri den Fußweg unterhalb der Burg hinab nach Arco, wo wir eine Pause mit leckerem Espresso bei schönstem Sonnenschein machten. Am Nachmittag fuhren wir dann nach Dro zum Rio Sallagoni Klettersteig. Der führt durch eine Schlucht und war auch gleich etwas anspruchsvoller. Der erste Teil (der leicht überhängend war) hat mich dann auch ein paar Nerven gekostet, aber geschafft haben wir ihn trotzdem ganz gut. Allerdings war ich danach ziemlich platt.

Auf dem Weg nach unten bin ich auch prompt auf dem losen Schotter ausgerutscht und habe meinen Knöchel umgeknickt. Scheine gerade etwas unfallgefährdet zu sein… Aber auch das ist gerade nochmal gut gegangen und ließ sich mit etwas Diclofenacsalbe beheben. Abends gab es wieder Pizza, diesmal im Ai Conti, was sich in einem uralten Gebäude mit imposanter Deckenbemalung befindet. Speisen mit Stil 😉
Am nächsten Tag ging es nach Biecesa zum Klettersteig auf den Cima Capi. Einer der wegen seiner schönen Aussicht beliebtesten Klettersteige an Gardasee. Ob des schönen Wetters war er auch heute gut besucht (im Sommer muss er allerdings die Hölle sein. Da dürfte man da im Stau stehen). Als das Getümmel am Einstieg erstmal überwunden war, war es der pure Genuss.

Wieder Unten konnten wir im netten Cafe La Grotte noch die Sonne genießen und Abends gab es dann wieder Pizza. Der letzte Tag brach an. Heute stand ein Klettersteig am Monte Baldo (auf der anderen Seeseite), der Gerardo Sega, auf dem Programm. Anna machte sich schon seit dem Vortag Sorgen, aber Achim behauptete steif und fest der Klettersteig wäre nicht schlimmer / schwieriger, als die der vorherigen Tage (allerdings vergaß er zu erwähnen, dass er WESENTLICH ausgesetzter und länger ist, als alle anderen). Hätte ich vorher gewusst, was da auf mich zu kommt, hätte ich es wohl nicht gemacht… Die erste Hälfte bestand hauptsächlich aus all den Sachen, die ich beim Wandern hasse. Aber von Vorne: der Einstieg bestand aus einer 8 m hohen Leiter, die senkrecht eine Felswand hinauf ging. War zu schaffen, aber als Einstieg für mich auch nicht gerade entspannt. Kaum oben angekommen, ging es auf einem 1-2 Fuß breiten Sims in beeindruckender Höhe an einer Felswand entlang (heißt es ging links von mir richtig in die Tiefe und meine Knie haben gezittert wie nichts Gutes).

Nach der ersten Kurve wurde der Sims etwas breiter, dafür kamen nun noch Büsche hinzu, über die man die Sicherungen des Klettersteigsets schleifen musste. Das hinaufklettern in einer Rinne sorgte für ein wenig Entspannung bzw. Befreiung von den ewigen „Tiefblicken“, dafür musste man kurze Zeit später auf einem schmalen Pfad einen steilen Grashang queren und zwar ohne Sicherungsmöglichkeit. Auch nicht nach meinem Gusto… Gesichert ging es dann wieder auf dem Sims weiter, einmal sogar etwas überhängend um eine Ecke, um dann ungesichert auf einem breiteren Sims durch einen schwer beeindruckenden Felsendom zu führen. Die Szenerie war unglaublich imposant und das trotz schwitziger Hände und Wackelknie. Am Ende des Sims gelangten wir an einen bewaldeten Rücken, wo wir eine kleine Pause einlegten (die war auch nötig, nach dem ganzen Gezittere brauchte ich dringend etwas Nervennahrung). Danach ging es für meinen Geschmack etwas entspannter weiter. Technisch war es zwar eigentlich schwerer, da nun viel geklettert werden musste, aber es war nicht mehr ganz so ausgesetzt. Einen Anflug von Panik bekam ich nur noch einmal, als Anna Achim mitteilte, dass sie keine Kraft mehr hätte und wie weit es noch wäre, damit sie sie sich einteilen könne. Achim war scheinbar auch schon etwas angespannt und antwortete nur, was sie sich denn da noch einteilen wolle, wenn sie eh nicht mehr könne. Da beide direkt über mir waren, sah ich Anna schon auf Achim fallen und mir beide auf den Kopf purzeln. Also Augen zu und durch. Hat Anna zum Glück auch gemacht und da es tatsächlich die Ausstiegswand wa, war es auch bald vorbei. Noch ein letzter Spreizschritt und wir waren auf dem Plateau und der Gerardo Sega war erfolgreich beendet. Was für eine grandiose Tour. Im Leben hätte ich nicht gedacht, dass ich mich jemals so etwas trauen würde!

Durch schönste Herbstlandschaft ging es dann zurück zum Auto. Noch eine Einkehr im Albergo Albino, diesmal mit Pasta statt Pizza und dann ging es zurück nach München. Am nächsten Morgen brachte mich die Deutsche Bahn ausnahmsweise mal völlig komplikationslos zurück in die norddeutsche Tiefebene. Eines ist sicher, es werden nicht meine letzten Klettersteige gewesen sein und eine Weihnachtgeschenkidee für den Göttergatten habe ich schon 😉

Regen, nichts als Regen

Regen, nichts als Regen

Es regnete und sollte auch den Rest des Tages regnen. Also statt in die Berge noch mal nach Arco ein Kletterseil kaufen und auf dem Rückweg beim Weingut Madonna delle Vittorie für Wein und Grappa anhalten.


In Arco haben wir dann tatsächlich noch Harry und Sabine getroffen (2 Mitwanderer von der Fanes Hütte), die ebenfalls ihren Urlaub am Gardasee, allerdings in Malcesine,  verlängert hatten. Tja, Arco ist das Outdoor Shopping Paradies und was soll man bei Regen sonst machen 😉


Weiterging es nach Riva di Garda zum Kultur schnuppern ins Museum und zum Café trinken und leckere Crostata essen in dem sehr schicken 30er-Jahre Café Spiaggia degli Olivi, welches ursprünglich eine Badeanstalt war. Zwischenzeitlich hörte es sogar mal kurz auf zu Regnen. Das war allerdings nicht von Dauer. Gerade sehe ich schon unser Abendessen davon schwimmen. Es gewittert, der Regen prasselt nur so auf das Dach und die Straße vor dem Hotel hat sich schon in einen kleinen Fluß verwandelt…

Berge und Gärten

Berge und Gärten

Heute stand nur eine kurze Wanderung auf dem Programm. Der Himmel war morgens schon grau und für den frühen Nachmittag war Regen angesagt, außerdem saß die Tour von gestern noch in den Knochen.


Auf nach Prabione und auf den Monte Cas. Im dichten Wald ging es bergauf, immer abwechselnd über Stock und Stein und felsige Treppenstufen. Auf dem ersten Plateau angekommen, eröffnete sich  ein imposanter Tiefblick zum See. 600 Meter fiel die Wand vor uns ab.


Immer an der Abbruchkante entlang ging es weiter zur Wallfahrtskirche Santuario di Montecastello. Auf dem Weg lagen viele Höhlen und Stollen aus dem ersten Weltkrieg. In einer dieser Höhlen war sogar ein riesiger Scheinwerfer installiert mit dem die Täler ausgeleutet werden konnten.


Der weitere Wegverlauf war unspektakulär, trotzdem haben wir unsere Abzweigung verpasst und unfreiwillig die Tour ein wenig verlängert.


7 km – 300 Hm (↑↓)

Nach der Tour sind wir noch nach Gardone Riviera zum Giardino Botanico von André Heller gefahren. Den Eintrittspreis von 11 € fanden wir zwar recht gesalzen, aber der Garten ist einfach wunderschön gestaltet.

Wanderführer: Gardasee Michael Müller Wandern: Wanderführer mit GPS-kartierten Wanderungen 1. Auflage 2012, Seite 178, ** Von Prabione zur Wallfahrtskirche Santuario di Montecastello.

Höhentour über Limone: von Pregasina über Punta dei Larici & Cima Bal

Höhentour über Limone: von Pregasina über Punta dei Larici & Cima Bal

Bislang neigte unser Wanderführer eher  zur Übertreibung, was die Schwierigkeit der Touren anging. Daher waren wir von der heutigen Tour doch etwas überrascht, aber ich greife vor.


Bei blauem Himmel und strahlender Sonne ging es mit dem Auto auf schmaler Straße nach Pregasina. Dort angekommen, parkte  ein älteres Pärchen  rasant auf den 2 Parkplätzen neben uns schräg ein. Sie mit Regenhose und ballonseidener Sportjacke, er mit Cordhose, Parker und einem Cappy, welches sich in Auflösung befand. In der linken Hand eine gut gefüllte Papiertüte, in der rechten eine Flasche Wasser und auf dem Rücken ein Kinderrucksack. Wir waren sicher, die beiden wollten zum Friedhof, waren daher überrascht als wir es nach 10 Minuten hinter uns Schnattern hörten. Die beiden holten mit ordentlichem Tempo auf. Neue Hypothese: die suchen Pilze oder ähnliches. Unsere Wege trennten sich nach einer Weile und wir schlenderten weiter den Berg hinauf zum ersten Aussichtspunkt – dem Punta dei Larci. Beim Tee einschenken hörten wir die beiden  dann wieder. Sie noch immer die Hände in die Hüften gestemmt vorweg laufend, er mit Rucksack, Tüte in der einen, Flasche in der anderen Hand hinter her – die beiden hatten den etwas längeren Weg an den Steilwänden zum See entlang genommen. Ok wir müssen wohl mal unsere Vorurteile prüfen 😉


Weiter ging es den Berg hinauf erst zum Passo Guil und dann weiter zum Monte Guil. Ab dort waren laut Wanderführer Trittsicherheit und absolute Schwindelfreiheit erforderlich. Bis zum Passo Chiz war alles noch recht simpel. Der weitere Weg auf dem Grat mit ‚felsiger Kraxelei‘ war zwar sehr schön, aber doch deutlich fordernder als erwartet und die senkrechten Abbrüche taten ihr Übriges…


Der Abstieg war diesmal wirklich sehr steil und rutschig und wir mussten immer wieder mal die Hände zu Hilfe nehmen. Nach insgesamt 6 Stunden waren die Knie dankbar als wir endlich wieder am Auto waren.



11,5 km – 900 Hm (↑↓)

Wanderführer: Gardasee Michael Müller Wandern: Wanderführer mit GPS-kartierten Wanderungen 1. Auflage 2012, Seite 197, **** Höhentour über Limone:von Pregasina über die Punta dei Larici und die Cima Bal.

Hochebene von Tremosine

Hochebene von Tremosine

Heute sollte es von Campione auf die Hochebene von Tremosine nach Pieve di Tremosine und wieder zurück gehen.

Der erste Eindruck von Campione war trostlos. Eine schöne Strandpromenade und dahinter Ruinen einer Baumwollspinnerei sowie ein Bootparkplatz. Der graue Himmel tat ein Übriges.


Nun ja wir wollten ja eh nicht bleiben. Auf alten Treppen ging es steil den Berg hinauf und durch einen Tunnel.


Die nächste Passage war im Wanderführer als nur für „Schwindelfreie empfohlen“ beschrieben. So dramatisch war es allerdings gar nicht. Und von der Kletterei über Felsplatten haben wir gar nichts mitbekommen. So waren wir zunächst etwas desorientiert als wir auf der Hochebene ankamen und unseren Weg suchten.


Auch in weiteren Verlauf war die Beschreibung im Wanderführer nicht immer mit der Realität in Übereinstimmung zu bringen. Trotz eines kleinen Unweges sind wir dann aber in Pieve angekommen und haben eine Rast mit wunderschöner Ausicht genossen.

Der Abstieg war zwar wie beschrieben sehr steil, aber trotzdem gut zu gehen. Nach kurzer Zeit waren wir wieder am Ausgangspunkt unserer Wanderung.

8 km – 540 Hm (↑↓)

Wanderführer: Gardasee Michael Müller Wandern: Wanderführer mit GPS-kartierten Wanderungen 1. Auflage 2012, Seite 182, *** Von Campione auf der Hochebene von Tremosine nach Pieve di Tremosine.

Mont Colodri & Monte Colt

Mont Colodri & Monte Colt

Statt des angekündigten Regens erwarteten uns beim Aufwachen nur einige Wolken und sogar ein wenig Sonne. Also auf nach Arco und auf den Monte Colt.


Zunächst schlängelte sich der Weg durch lockeres Geröll, gesäumt von Steineichen und Buchen den Berg hinauf. Schon bald erreichten wir den Monte Colodri von wo es einen herrlich Blick auf den Gardasee gab.


Der weitere Weg zum Monte Colt blieb abwechslungsreich. Kurze Schotterfelder, Felsplatten, einige Grate mit Tiefblick sowie Stahlseile und Eisentritte wechselten einander ab. Wunderschön.

Obwohl wir gar nicht so hoch waren, max. auf 450 m, sind die Berge und Wege häufig steil und zum Teil ein wenig ausgesetzt. Gut so – ich muss ja noch ein wenig üben 😉


Auf dem Rückweg haben wir dann noch eine kurze Rast in Arco gemacht. Diesmal gab es Espresso mit Gingseng – interessant.

7 km – 500 Hm (↑↓)

Wanderführer: Gardasee Michael Müller Wandern: Wanderführer mit GPS-kartierten Wanderungen 1. Auflage 2012, Seite 59, **/*** Von Arco auf den Monte Colodri und den Monte Colt

Gardasee

Gardasee

Nach einer Woche auf der Fanes Hütte, stand eine weitere Woche mit dem Mann am Gardasee auf dem Programm.

Da das Wetter nicht sehr vielversprechend aussah und wir vor ein paar Jahren am Gardasee schon sehr schlechte Erfahrungen mit Regen (inkl. abgesoffenem Handy) gemacht hatten, sollte es heute nur eine kurze Tour sein. Gleich nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg von Torbole nach Tempesta auf dem Sentiero Panoramico Busatte.


An einem etwa 3 Meter hohem Felsblock haben wir gleich das Erlernte der letzten Woche umgesetzt und ein wenig Gehen auf stark geneigten Platten geübt.


Dann ging es schon weiter zu den 3 (teilweise sehr langen) Treppen, die sich an die Felswände schmiegen und einen schönen Blick auf den Gardasee erlauben.


Zum Kaffeetrinken sind wir zum See abgestiegen. Direkt am Wasser, mit Blick auf eine Surfklasse, die bei fast Windstille versuchte sich auf den Brettern zu halten, musste Björn dann den allgegenwärtigen Espresso mit Ingwersirup probieren – nicht mal schlecht, aber sehr süß.

Insgesamt eine nette, kurze Tour.

9,5 km – 300 Hm (↑↓)

Wanderführer: Gardasee Michael Müller Wandern: Wanderführer mit GPS-kartierten Wanderungen 1. Auflage 2012, Seite 74 **Von Torbole nach Tempesta: auf dem Sentiero Panoramico Busatte – Temesta