Nach dem Frühstück fahren wir nach Chelas. In dem etwas heruntergekommenem und vernachlässigtem Industrieviertel gibt es neben Verfall, Armut, toten Tauben und Ratten eine Menge Street Art zu sehen.
Hier findet nämlich regelmäßig das Cor de Chelas Festival statt und haucht grauen Fassaden und verlassenen Fabrikwänden neues Leben ein. So finden sich entlang der Estrada de Chelas Arbeiten von Portugals bekanntesten Streetartkünstlern wie Bordalo II, Vhils und Ricardo Romero.





Weiter geht es zur LX Factory in Alcântara, einer ehemaligen Textilfabrik in die vor Jahren Künstler eingezogen sind. Das Gelände ist noch immer einen Besuch wert, aber der Mainstream hat auch hier längst Einzug erhalten. Eine Menge Restaurants wetteifern um Aufmerksamkeit, es gibt diverse Pop-up Stores und zwischendurch hier und da noch ein wenig Kunst. Sehr beeindruckend ist jedenfalls der Buchladen Ler Devagar, in dem sich die Buchregale über zwei Etagen bis an die Decke ziehen.





Abends machen wir uns auf die Suche nach den „Chinês Clandestino Restaurantes“(den sogenannten illegalen chinesischen Restaurants)bin Mouraria. Das sind meist unangemeldete Restaurants, die von chinesischen Einwanderern direkt in ihren privaten Wohnungen betrieben werden. Ok, wirklich illegal oder geheim sind sie nicht, aber unauffällig im Straßenbild – meist deutet nur eine Chinesische Laterne die Existenz eines Restaurants an – und mit einem sehr funktionalem, kaltem Charme. Es gibt eine mit Bildern, Kurzbeschreibung und Zahlen versehene Speisekarte und die Bestellung wird von einem selbst auf einen Zettel geschrieben. Das Essen ist gut und sehr günstig, aber nicht herausragend. Da sind ‚unsere‘ Chinesen in Wien besser. Danach laufen wir durch ein paar dunkle Gassen in Mouraria. Sie wirken bei der spärlichen Beleuchtung pittoresk, aber wohnen würde ich hier nicht wollen und allein, ohne Björn hätte ich mich da auch nicht lang getraut. Die Armut springt einen schier an und es scheint ein ziemliches Drogenproblem zu geben. Das maurische Viertel ist eines der ältesten und ärmsten der Stadt und Geburtsstätte des Fado. Auch Amália Rodriguez stammte aus Mouraria.



Im Anschluss fahren wir noch mit der Straßenbahn auf einen Wein in das traditionsreiche von der portugiesischen Schriftstellerin und Dichterin Natália Correia gegründete Botequim. Sieht immer noch aus wie 1970 (zumindest vermuten wir, dass es da auch schon so aussah – dunkel, mit Bücherregalen und verraucht).


























































































































































































































































































































