Von Frederikshavn aus fahren wir kurzentschlossen zum Schloss Voergaard, wo diese Woche ein großes Mittelalter Spektakel stattfindet. Voergaard (erbaut zwischen 1481-1590) gilt als eines der schönsten Renaissanceschlösser Dänemarks. Es lässt sich zwar in einer Führung besichtigen, ist aber kein Museum, sondern im Privatbesitz einer Familie, die es immer noch für Feste und als Ferienwohnung nutzt. Unsere englischsprachige Führung ist recht spannend und unser Guide macht auf das ein oder andere Gemälde von Rembrandt, Rubens und Goya aufmerksam, welche sonst in dem ganzen Sammelsurium nicht unbedingt ins Auge gestochen wären. Außerdem spart sie auch nicht mit der einen oder anderen Gruselgeschichte. So soll in dem Schloss immer noch der Geist von Ingeborg Skeel (Auftraggeberin des Renaissanceteiles des Schlosses, die nach getaner Arbeit den Architekten im Schlossgraben ertränkte, um nicht bezahlen zu müssen) spuken und in einem Turmzimmer findet sich ein Blutfleck, der immer wieder erscheint, selbst wenn der Holzboden ausgetauscht wird… Danach flanieren wir noch ein wenig durchs Mittelalter im Schlosspark und setzen unseren Weg in Richtung Nordsee fort.



Unterwegs wird es unerwartet sehr dunkel und beginnt zu regnen – bei 0% Regenwahrscheinlichkeit in der Vorhersage wohlgemerkt. So sitzen wir dann bei Regen unter den Sonnenschirmen am Thorup Strand und genießen den Fisch der dortigen Strandfischerei. Frischer geht’s nimmer. Thorup Strand ist der letzte dänische Landingsplads (Küstenlandungsplatz) und die Fischer ziehen nach getaner Arbeit ihre Kutter mit Traktoren und Winden an Land.



In Slettestrand stellen wir fest, dass unser Hotelzimmer den Charakter eines Motels aus amerikanischen Filmen hat. Blick auf den Parkplatz. Öffnen lässt sich nur die Tür zum Parkplatz, das andere Fenster ist fest verbaut. Nicht alle Dänen verstehen sich auf hygge 😉 Das nachmittägliche Bad in der Nordsee ergibt keine merkbaren Temperaturunterschiede zur Ostsee – ist nur salziger.



Svinkløvene
Das Frühstück im Hotel erweist sich als sehr gut und versöhnt ein wenig mit dem Motelcharakter des Zimmers. Abgesehen davon wollen wir ja auch nicht im Zimmer rumhängen. Wir starten unsere Wanderung direkt am Hotel. Auch heute zeigt sich das Wetter anders als vorhergesagt. Vom Meer ziehen dichte Nebelschwaden über das Land. Schlecht für die Aussicht, aber angenehm zum Laufen. Parallel zum Meer gehen wir zum Teil durch dichte Vegetation und stoßen auf verschiedenste Vögel (Goldammer, Neuntöter, Schwarzkehlchen etc.). Den ein oder anderen muss ich im Nachhinein erstmal googeln. Es ist erstaunlich hügelig und sehr ruhig. Der Nebel macht eine ganz besondere Stimmung. Am Grønnestrand machen wir eine Pause. Ich stürze mich ins Wasser, Björn bleibt wie immer draußen. Er war zwar häufiger auf dem, aber kein Mal im Wasser. Spricht wohl für seinen Gleichgewichtssinn auf dem SUP 😉 Zurück geht es über die Svinkløvene, ein Höhenzug, der sich parallel zum Strand entlangzieht. Theoretisch mit toller Aussicht, bei uns eher eingeschränkt. Trotzdem eine wunderbare Wanderung durch schöne Landschaft.








Wir statten noch kurz der Galerie Lien in Slettestrand einen Besuch ab. Im Großen und Ganzen nicht unser Geschmack, aber trotzdem einen Besuch wert und die Aussicht vom Balkon ist fantastisch. Von dort sehen wir auch ein heranziehendes Gewitter, was uns Beine macht. Zurück beim Hotel dreht es dann zum Glück ab.


Zum Abendessen fahren wir nach Tranum Strand. Björn Rødspætte (Scholle) mit Pommes, Tina Smørebrød mit Rejer (Nordmeergarnelen). Wie immer ist der Fisch / die Krabben fantastisch. Bin hier auch zur Smørebrød Anhängerin geworden. Die haben nicht viel mit belegtem Brot zu tun, sondern sind eher kreative, ganze Mahlzeiten. Nach dem Essen die letzte Gelegenheit für ein Bad in der Nordsee. Am Strand von Tranum herrscht noch reger Betrieb. Einige Familien scheinen auch ihr Abendessen hierher verlegt zu haben. Wahrscheinlich auch einfacher, da so manches Kleinkind in erhebliches Geschrei ausbricht, wenn es in den Tesla geladen wird und nach Hause soll. Apropos Tesla – Björn hält nach diesem Urlaub Dänemark für das Land mit der höchsten Tesladichte… Allein 4 von 20 Autos auf dem Parkplatz hier am Strand.























































































































































































































































































































