• Quiberon – Cote Sauvage

    Quiberon – Cote Sauvage

    Mittwoch: Mit dem Zug auf die Halbinsel Quiberon und einmal die Hälfte der Westküste bzw. die Cote Sauvage entlang – ca.13km. So sieht das heutige Vorhaben aus.

    Nach kurzzeitiger Verwirrung, da wir uns an der falschen Schlange angestellt haben, bekommen wir noch rechtzeitig unsere Tickets und fahren mit dem gut besetzten Tire Bouchon los.

    An der schmalsten Stelle der Halbinsel (hier ist sie bei Flut nur ungefähr 20 m breit) steigen wir aus und beginnen unsere Wanderung. Erst am Strand entlang, dann am Fort de Penthièvre (einem Armeestützpunkt) vorbei. Am Strand übt eine Gruppe Soldaten gerade Boxen (mit zwei Anleiterinnen – wie ich positiv zur Kenntnis nehme) und am Fort eine andere Abseilen an der Festungsmauer. Schon etwas merkwürdig, wenn einerseits überall Schilder stehen ,Militärgelände – betreten verboten’, andererseits aber das Denkmal für die Opfer der Naziherrschaft mitten drauf offiziell besucht werden darf.

    Während des 2. Weltkrieges war das Fort Bestandteil des Atlantikwalls und wurde von April bis Juli 1944 von den Nazis als Gefängnis für Angehörige des Maquis (Résistance) genutzt, von denen 49 im Graben des Forts erschossen wurden.

    Wir kommen am Hafen von Portivy vorbei und schon bald erreichen wir die Steilküste, die aber wegen Windstille und Ebbe ihrem Namen gerade keine Ehre macht und gar nicht wild aussieht. Wunderschön ist die Cote Sauvage trotzdem – Felsen, Ausblicke auf Meer und Küstenlinie, Bilderbuchstrände (wo sich trotz absolutem Badeverbot die Surfer tummeln) und überall riecht es nach den gelb blühenden Pflanzen – von denen ich nicht weiß wie sie heißen.

    Irgendwann nähern wir uns Quiberon, es wird wesentlich voller und der Grand Plage im Ort ist gut besucht. Trotzdem eine willkommene Gelegenheit zur Abkühlung – allerdings sehr! kalt das Meer. Ich halte es nur kurze Zeit aus, dann fangen Finger und Zehen an zu schmerzen. Aber erfrischt bin ich definitiv. Durch den Ort huschen wir zum Bahnhof, erreichen diesen zeitgleich mit der Einfahrt des Tire Bouchon und können tatsächlich Sitzplätze ergattern.

  • Fahrradtour Auray-Le Bono-Baden-Locmiquel

    Fahrradtour Auray-Le Bono-Baden-Locmiquel

    Dienstag: Eine Fahrradtour klingt nach einer guten Idee und es gibt auch einige Beschreibungen von Touren im Netz. Also Fahrräder leihen und los.

    Leider sind anscheinend alle ausgeschilderten Fahrradwege direkt neben Nationalstraßen. Also eher keine schöne Landschaft und keine kleinen Dörfer durch die man fährt – stattdessen schnurgeradeaus und zwischenzeitlich der Duft von Autoabgasen um die Nase…

    Zum Glück geht es irgendwann ab von der Nationalstraße und über eine alte Brücke nach Le Bono. Von dort mal auf kleinen Landstraßen (nett), mal auf Radwegen neben Hauptstraßen (nervig) nach Baden und dann weiter bis nach Locmiquel am Golfe du Morbihan.

    Auf dem Rückweg machen wir im Cafe 1884 in Le Bono Stop (hatten wir auf dem Hinweg schon gesehen, aber da war es uns noch zu früh). Wir haben Glück und bekommen doch noch Tapas (Käse, Wurst und Brot), obwohl die Bedienung eigentlich schließen will. Nach uns kommen ständig neue Leute, die auch noch etwas Essen oder auch nur Trinken wollen, aber konsequent wieder von der Terrasse verscheucht werden. Es entwickelt sich nach und nach zu einem running Gag. Immer wenn die Bedienung drinnen verschwindet, tauchen neue Leute auf und setzen sich hin. Zum Glück nimmt sie es mit Humor. Wir bekommen sogar hinterher noch Café – wie nett!

    Zurück in Auray statten wir Kystin einen Besuch ab. Unsere Vermieter hatten uns diesen Laden empfohlen, wenn wir Cidre mögen. Super Tip! Eh wir uns versehen, haben wir 5 Sorten Cidre probiert – allesamt super lecker und zum Teil sehr ausgefallen (Birne, Birne mit Ingwer, Apfel mit Rosskastanie, Apfel mit Buchweizen und Eis Cidre – die Äpfel hierfür müssen Frost bekommen haben).

    Unser persönlicher Favorit ist Poire Gingembre und wird dann auch gekauft.

  • Dinan & Auray

    Dinan & Auray

    Montag: Au revoir Normandie – salut Bretagne.

    Auf dem Weg nach Auray machen wir in Dinan einen Zwischenstop. Laut Reiseführer ein schöner mittelalterlicher Ort dessen Altstadt noch komplett von einer Stadtmauer umgeben ist.

    In der Tat ist Dinan sehr beeindruckend und lohnt einen Besuch. In kleinen, verwinkelten Gassen stehen windschiefe, alterskrumme Fachwerk- und Steinhäuser. Zentral ein Uhrenturm aus dem 15. Jahrhundert von dessen Dach wir eine wunderbare Aussicht auf das Gassengewirr unter uns haben. Allerdings mussten dafür einige knarzende Holztreppen und am Ende eine sehr steile Stiege erklommen werden – nicht unbedingt nach meinem Gusto, aber absolut lohnenswert?

    Wir lassen uns weiter durch den Ort treiben, immer wieder fasziniert von den alten Häusern, deren Details und den Gassen.

    Besonders hübsch die Rue du Jerzual, die steil hinab zum alten Hafen führt. Kopfsteinpflaster, Häuser aus dem 15./16. Jahrhundert und eine Reihe Galerien und Läden mit Kunsthandwerk. Prompt kaufen wir bei einer Kunstausstellung im Maison du Gouverneur einen schönen Druck.

    Eigentlich wollen wir auch noch auf die Stadtmauer, aber langsam ist es zu spät und wir müssen weiter – die Vermieter unseres Häuschens in Auray erwarten uns.

    Problemlos finden wir den Parkplatz, den unsere Vermieterin uns empfohlen hat. Auf dem Weg zur Unterkunft kommen uns allerdings Zweifel, ob wir später wirklich mit dem Auto durch die winzigen Gassen mit den Touristenmassen fahren sollten, um unser Gepäck zum Haus zu bringen. Es befindet sich nämlich mitten in Saint Goustan, dem mittelalterlichen Hafen Aurays. Aber erstmal egal. Auch dieses Häuschen ist bezaubernd. Krumm und schief aus dem 17. Jahrhundert. Mit alten Balken, Kaminen und Fliesenboden. Zwischen allen Häusern der Gasse gab es früher Verbindungstüren in den verschiedenen Stockwerken (mittlerweile zugemauert, aber es lässt sich noch erkennen wo), so dass die Bewohner:innen flüchten konnten, wenn die Obrigkeit vor der Tür stand. Mehrheitlich gingen die Menschen hier wohl etwas zwielichtigeren Tötigkeiten (Piraterie) nach. In unserem Häuschen war wohl auch mal eine Taverne.

    Die Küche befindet sich ganz hinten – in einer Verlängerung des Hauses. Ursprünglich eine Höhle, die in den Fels geschlagen wurde und etwas problematisch zu belüften wie wir wenig später feststellen müssen. Wir haben uns aus Dinan Kuign Amann (eine Art Butterkuchen) mitgebracht und wollen diesen warm machen, weil er dann angeblich noch besser schmeckt. Mag ja sein, aber eine Mikrowelle ist dafür nicht zu empfehlen… Innerhalb kürzester Zeit quillt Rauch aus der Mikrowelle, das Ding ist total verkohlt und die Küche komplett verräuchert. Alle Fenster auf, die Dunstabzugshaube auf höchste Stufe und erstmal raus. Es dauert eine ganze Weile bis sich der Rauch halbwegs verzogen hat. Zum Glück ging der Feuermelder nicht los. Am Abend essen wir dann lieber außer Haus im La Goustanaise – einer Crêperie um die Ecke. Björns Kommentar nach den verspeisten Galettes: „Das Konzept Crêpes finde ich nicht so überzeugend.“

    Dazu sei angemerkt, die Galettes waren sehr lecker, aber in seinen Augen kein vollwertiges Abendessen. Also noch süße Crêpes als Nachtisch bestellt – meine Beurre Sucre waren definitiv die besten, die ich je gegessen habe?

    P.S. Wir sind nicht mit dem Auto bis vors Haus gefahren. Björn hat stattdessen den Sherpa gemacht und die beiden großen Taschen vom Parkplatz hergetragen…

  • La Sélune

    La Sélune

    Sonntag: heute sollen die Temperaturen wieder über 30 Grad klettern. Also nur ein kleiner Spaziergang von Ducey an der Sélune entlang und durch einen lauschigen Wald zurück.

    Bis auf eine unangenehme Begegnung mit einem zähnefletschenden, knurrendem Hund wegen dem wir uns für einen Umweg entscheiden, ein netter, aber ereignisloser Ausflug und ebensolcher Tag.

    Abends suchen wir noch das zweite ortsansäßige Lokal auf – die Crêperie die andere Richtung die Hauptstraße hinunter. Dank großer Tafeln mit den Tagesgerichten, die jeweils den Gästen präsentiert werden, gelingt das Bestellen diesmal sogar reibungslos. Wir werden nicht enttäuscht- Crevettes und Moules à la Crème sind hervorragend.

    Zur blauen Stunde kommen dann noch die Fledermäuse zum Verabschieden vorbei – morgen wird das Haus gewechselt.

    @Oskar:Es gibt anscheinend mindestens 2 verschiedene Sorten von Fledermäusen im Garten (klein & schnell, sowie etwas größer & langsamer).

  • Avranches & Traversée nocturne

    Avranches & Traversée nocturne

    Samstag: Markttag in Avranches. Schade, dass wir nur noch einen Tag hier sind, wir würden sonst viel Geld für Lebensmittel auf dem Markt lassen. Aber auch so macht es Spaß durch die lebhafte und schöne Stadt zu laufen. Ursprünglich stammt sie aus dem 5. Jahrhundert und war als Bischofssitz immer eng mit dem Mont Saint Michel verbunden. Während des zweiten Weltkrieges wurde Avrenches heftig bombardiert und stark zerstört, hat aber noch immer das Flair einer alten Stadt (und sehr schöne Gartenanlagen).

    Zum Schluß besuchen wir noch das Scriptorial – Musée des Manuscrits du Mont Saint-Michel, wo es weniger Handschriften zu sehen gibt als erwartet, dafür diverses anderes Dinge zum Mont Saint Michel. Nun sind wir bestens auf heute Abend vorbereitet?

    Für den Abend haben wir eine Traversée nocturne – quasi eine Wattwanderung durch die Bucht zum Mont Saint Michel gebucht. Ich hatte extra vorher nachgefragt und es hieß, dass die Guides Englisch können. Nun ja, das ist immer relativ? Unser freundlicher Guide wiederum spricht fast gar kein Englisch. So laufen wir ein wenig wie Fremde mit, die mit den ausführlichen Erklärungen und diversen Späßen leider nichts anfangen können. Gestik, Mimik und dem Gelächter der mitlaufenden Franzosen nach zu urteilen ist unser Guide aber sehr engagiert dabei.

    Macht nichts – die Natur ist auch ohne Erläuterungen völlig ausreichend. Anfangs ist der Boden recht fest (für Norddeutsche: Sandwatt), was ein schnelles Vorankommen ermöglicht, wechselt aber bald zu sehr weich und schlammig (Schlickwatt). Das saugende, schmatzende Geräusch, wenn die Beine aus dem Schlamm gezogen werden mischt sich mit dem Gelächter der Gruppe als die Ersten ihre Strandschuhe im Schlick verlieren. Irgendwann geben wir auf ansatzweise sauber bleiben zu wollen und schon geht es sich viel besser? Der Untergrund ändert noch öfter die Struktur: mal hart wie Beton, dann weicher Sand (fast wie am Strand) und natürlich Schlick in unterschiedlichen Dichten und Tiefen.

    Je näher wir dem Mont Saint Michel kommen desto breiter werden die meist eher flachen Priele. Während einer Pause sehen wir sogar eine Robbe aus einem robben.

    Kurz nach Sonnenuntergang erreichen wir den heiligen Berg und stehen vor den imposanten Außenmauern. Der Weg ist das Ziel – da der Guide wohl zu sehr getrödelt bzw. mehrere, längere Erklärpausen gemacht hat, bleiben nur 20 Minuten für die mittelalterliche Anlage (wovon wir einen Teil in der Toilettenschlange verbringen). Kurz in die schmalen Gassen gehuscht – sehr pittoresk. Trotz später Stunde (22.30 Uhr) zu der fast alles bereits geschlossen hat, sind noch viele Leute unterwegs.

    Mit zunehmender Dunkelheit geht es zurück und unser Guide legt einen Zahn zu. Schon bald ist die Gruppe nur noch schemenhaft vor und hinter uns erkennbar und auch das Geschnatter wird weniger. Andere Sinne treten in den Vordergrund. Das Gefühl für den Boden wird intensiver, ebenso die Geräusche im Watt – ein spannendes Erlebnis. Dank des wolkenlosen Himmels gibt es einen wunderschönen Sternhimmel und auch die eine oder andere Sternschnuppe zu betrachten. So vielen Sterne!

    Plötzlich dann ein Aufschrei gefolgt von Gelächter. Ohne Vorwarnung sind wir wieder im tiefen Schlick gelandet, was sich in der Dunkelheit noch mal ganz anders geht. Die eine und der andere verliert das Gleichgewicht und landet zumindest mit Arm oder Knie im Schlick. Gefühlt ist das Schlickwatt dann auch mindestens 3x länger als auf dem Hinweg…

    Endlich am Strand zurück erspähen wir beim Füße waschen auch den Zustand der anderen im Schein der Handylampen. Fazit – wir sind bei weitestem nicht die Dreckigsten und wir sehen schon so aus:

    Ach ja: es waren knapp 16 km und gedauert hat es 5 1/2 Std.

  • Cap Fréhel

    Cap Fréhel

    Freitag: Der heutige Plan – vom Cap Fréhel auf dem Zöllnerpfad die Steilküste entlang zum Fort la Latte.

    Vom Parkplatz geht es erstmal durch bunt blühende Heide zum Cap mit seinen 3 Leuchttürmen. An der Spitze dann roter, plattiger bisweilen würfeliger Fels und mehrere vorgelagerte Vogelfelsen – sehr hübsch.

    Ab hier dann entlang der Küstenlinie mit immer neuen Aus-und Tiefblicken zum Fort. Obwohl die Ecke ein Tourismus Hotspot ist und als eine ‚der’ Wanderungen in der Bretagne gilt, ist es heute recht entspannt. Es ist zwar nicht gerade einsam, aber das ist es in den Münchener Hausbergen ja auch nicht?

    Das Fort La Latte stammt ursprünglich aus dem Jahr 900 und irgendwas. Wurde aber mehrfach zerstört und umgebaut, kurz vor dem 2. Weltkrieg nochmal renoviert und dann 1944 wieder weitgehend zerstört und später wieder aufgebaut. Sieht aber trotzdem sehr alt aus – einen Besuch allemal wert.

    Da wir im Fort recht lange herumgetrödelt haben gehen wir auf demselben Weg zurück und erfreuen uns nochmal an der bunt blühende Heide.

    Abends wagen wir uns zum Essen in das örtliche Restaurant – ein Grill mit angeschlossener Dorfkneipe. Die Kellnerin kann nur ein paar Worte Englisch (ungefähr so wie wir Französisch), hat aber viel Geduld mit uns. Erschwerend kommt hinzu, dass es nur eine mündliche Karte gibt, was die Essensauswahl nicht leichter macht. Am Ende nehmen wir gegrillten Fisch mit einer Art Hackfleisch Sauce – lecker. Gegrillt wird tatsächlich auf einem Rost im offenem Kamin in der Gaststube. Zum Nachtisch gibt es Rhabarber mit Mascapone Creme bzw. Erdbeeren mit Sahne. Wir waren sehr zufrieden und wissen nun auch, dass Turbot-Steinbutt und Chantilly-Sahne ist.

  • îles Chausey

    îles Chausey

    Donnerstag: Der Morgen begrüßt uns mit bedecktem Himmel, fast schon kalt. Also doch noch einen Pullover für die Bootsfahrt zu den îles Chausey – eine Inselgruppe, bzw. eine Reihe Felsen im Ärmelkanal zwischen Frankreich und England.

    Zum Glück hatten wir die Bestätigungsmail der Reederei durch Google translate gejagt und sind früh am Hafen. Denn schnell ist das Ende der Menschenschlange nicht mehr zu sehen. Dafür können wir beim Warten zusehen wie sich das Hafenbecken zügig mit dem auflaufendem Wasser füllt und die Boote langsam wieder Wasser unter den Kiel bekommen. Als wir ankamen lagen alle noch komplett auf dem Trockenen…

    Trotz der 3 Boote à 300 Menschen verlieren sich die Massen auf der Insel schnell und die Grand île wirkt sehr ruhig und beschaulich.

    Ein Wanderweg führt uns einmal um die gesamte Insel und vorbei an schnuckeligen kleinen Häusern, dem Leuchtturm, Sandstränden, bizarren Felsen und Wiesen.

    Mittags gibt es im örtlichen Grill sehr leckere Crevettes Grillée avec Frites – ja unser Französisch wird besser?

    Nachmittags geht es dann wieder aufs Schiff für die Tour de l‘archipel. Etwas Verwirrung stiftet, dass das Boot an einem anderen Ort ablegt als der Steg an dem wir angekommen sind. Von dem ist auch mittlerweile nichts mehr zu sehen, komplett von der Flut verschluckt.

    Das Boot ist sehr voll und so müssen wir uns entscheiden auf welcher Seite wir stehen. Da es mehr oder minder im Uhrzeigersinn um die Grand île herumfährt, haben wir uns anscheinend für die falsche Seite entschieden und sehen hauptsächlich Wasser durchsetzt mit ein paar Felsen. Trotzdem nett. Zum krönenden Abschluss tauchen kurz ein paar Delfine auf – das hebt die ohnehin schon gute Stimmung nochmals um einiges ?

    Zurück an der Insel werden ein paar Leute ausgeladen, wir können einen Sitzplatz ergattern und am mittlerweile wieder aus dem Wasser aufgetauchtem anderen Steg werden noch ein paar eingeladen. Bleibt die Frage offen: woher wissen die Franzosen, wo sie warten müssen und dann auch noch wieviele noch auf das Boot passen?! Alles etwas rätselhaft.

    Rechts am Rand. Kein tolles Foto, aber ein Delfin

    Nachdem es bei der morgendlichen Abfahrt eher grau in grau wirkte, herrscht bei unserer Rückkehr schönster Sonnenschein in Granville und es schweben sogar 2 Paraglider über dem Hafenbecken.

    Für die Heimfahrt wählen wir die Route de la Baie die Küste entlang, kommen noch durch hübsche Küstenorte und genießen Ausblicke auf die Bucht.

    Abends dann noch ein Glas kalter Rosé und Fledermäuse beobachten im Liegestuhl vorm Haus – was für ein schöner Tag!

  • Cabane Vauban

    Cabane Vauban

    Mittwoch: Gestern Abend ist es bereits merklich kühler geworden und heute werden angenehme 26 Grad vorhergesagt. Also ein Ausflug zum Strand von Carolles.

    Türkis farbendes Wasser, blauer Himmel, eine sanfte Brise – einfach schön.

    Beim Strand geht es über diverse Treppen steil hinauf auf die Klippen zu einer kurzen Wanderung (6km). Unser Umkehrpunkt ist die Cabane Vauban, ein altes Wachhäuschen, dass malerisch auf der Klippe sitzt mit einem wunderbaren Blick über die Bucht des Mont Saint Michel.

    Der Rückweg verläuft auf schmalen Pfaden durch das Vallée du Lude, ein Flusstal mit einem naturbelassenen Wald, der angenehmen Schatten spendet.

    Zurück am Strand dann leckerer Fisch und Acras (frittierte Stockfischbällchen) in einer netten Strandbar.

    Den Nachmittag verbringen wir wieder faul vor unserer Hütte, um uns dann abends zum Einkauf in einen riesigen E.Leclerc zu wagen. Dort etwas Bestimmtes zu finden ist allerdings ob der schieren Größe des Ladens eher schwierig und manches gibt es auch gar nicht mehr. Erstaunlich wie unterschiedlich gehamstert wird ?

  • Manoir de Vains

    Manoir de Vains

    Montag: Bei bis zu 42 Grad geht es weiter in Richtung Bretagne. Genau genommen ist es noch die Normandie, aber direkt an der Grenze zur Bretagne. Auf einem alten Gutshof (Manoir de Vains) haben wir in der Nähe von Avrenches ein winziges Häuschen bezogen, welches früher einmal die Bäckerei war.

    Die Hitze ist so brutal, dass wir erst spät am Abend wieder aus dem Haus gehen und selbst dann fühlt sich der Wind noch an wie ein Föhn. So liegen wir möglichst bewegungslos in unseren Liegestühlen, beobachten die Fledermäuse (eine ganze Horde), die auf der Jagd nach Insekten über uns herumflitzen und hoffen , dass es kühler wird.

    Das Manoir de Vains ist ein riesiges altes Anwesen mit großem Haupthaus (welches gerade renoviert wird), diversen Nebengebäuden, einer kleinen Kirche und einem wunderschönen Garten. Auch Vögel scheinen sich hier sehr wohlzufühlen, insbesondere ein Baumpieper Pärchen, dass direkt in unserer Hauswand sein Nest hat und anscheinend zur gleichen Zeit wie wir zu Abend ißt 🙂

    Point du Grouin du Sud

    Dienstag: Heute ist es etwas kühler – es sollen‚ auch nur‘ 33 Grad werden. Ich hätte nicht gedacht, dass ich 29 Grad mal so erfrischend finden könnte wie nach gestrigem Tag und Nacht…. Beste Bedingungen für eine kurze Wanderung 😉 Auf geht’s zum Point du Grouin du Sud. Über abgemähte Felder laufen wir an der Mündung des des La See entlang bis zur Landspitze und werfen einen ersten Blick auf den Mont Saint Michel. Auf dem Rückweg noch ein Stop auf einem Bauernhof, der sich mittlerweile der Produktion von (Bio-)Caramelcreme und anderen Leckereien verschrieben hat und diese verkauft. Nach 3 Stunden und 12 Kilometern sind wir aber auch froh wieder aus der Sonne heraus zu sein.

    Lesen, Postkarten schreiben und Dösen – das ist alles was noch passiert.

  • Antwerpen

    Antwerpen

    Statt Alpen und Berge gibt es diesmal Frankreich und Küste – wohl doch zu viel gewandert im letzten Jahr. ?

    Aber da der Weg recht weit ist erstmal einen Zwischenstopp in Antwerpen:

    Wir sind gut durchgekommen und stehen vor der ehemaligen Garage, die die nächsten zwei Tage unser Zuhause werden soll. Die freundlichen Besitzer zeigen uns die liebe- und geschmackvoll eingerichtete Wohnung und erzählen uns ein wenig von der Geschichte. 1925 gebaut als Garage und Wohnhaus des Chauffeurs einer wohlhabenden Familie. Wir bewundern noch kurz unser Domizil, aber dann wollen wir auch schon in die Stadt.

    Antwerpens Altstadt ist sehr schön. Verwinkelte, enge Gassen, haufenweise Häuser mit Treppen-Giebeln, viele imposante alte Gebäude. Aber auch sehr viele Touristen. Vorwiegend in Form von Junggesell:innengruppen (laut). Es gibt aber auch die ‚Schnäppchenjäger‘, die Schlange stehen bei Louis Vuitton (leise). Erstere wiederum befinden sich gerne in einem der unglaublich vielen Restaurants mit Außengastronomie.

    Nach 3 Stunden kreuz und quer durch die Gassen sind die Füße platt und der Magen möchte Abendessen. Das finden wir in einem eher belgischen Lokal mit nettem, überdachten Hinterhof in der Nähe unserer „Garage“. Käse- und Krabbenkroketten werden probiert (und als lecker befunden) und auch das Bier der hiesigen De Koninck Brauerei schmeckt sogar mir „Nicht-Biertrinkerin“ ausgesprochen gut. Um alles perfekt zu machen taucht auch kurz nachdem wir bestellt haben eine 17 köpfige Junggesellentruppe auf und nimmt am gegenüber liegendem Tisch Platz. Die Auswirkungen verschiedener Alkoholpegel ließen sich so trefflich studieren. Danach dann nur noch die Füße hoch im lauschigen Hinterhof unserer Garage.

    Am nächsten Tag haben wir viel Zeit um das Stadtzentrum zu erkunden. Zunächst geht es zum Vogelmarkt, wo wir keinen einzigen Vogel entdecken können. Dafür hier und auf weiteren Märkten viele asiatische und afrikanische Objekte. Aber leider auch diverse Gegenstände, die wohl noch direkt aus der belgischen Kolonialzeit stammen und mehr als deutlich das damalige Weltbild zeigen, sowie verschiedene Wehrmacht Memorabilia ☹️

    Unser zweites Ziel – der alte Fußgängertunnel unter der Schelde aus den 30ern. Dort geht es mit der alten original Rolltreppe aus Holz hinunter. Laut quietschend bringt sie uns zum Tunnel, wo es angenehm kühl ist. Der Tunnel liegt offenbar auf einer beliebten Joggingrunde und Rennradstrecke. Mehrfach werden wir von Rennradfahrer:innen und Jogger:innen überholt. Von der anderen Seite haben wir einen schönen Panoramablick auf Antwerpen, ansonsten gibt es nicht sonderlich viel und wir verschwinden schon bald wieder mit der quietschenden Rolltreppe im Untergrund, die im übrigen mein persönliches Highlight ist.

    Nach einem kurzen Abstecher ins Grafikmuseum geht es weiter zum Jachthafen und dem MAS.

    Das MAS ist ein interessantes Museums Gebäude, welches auf 10 (mit Rolltreppen verbundenen) Etagen unterschiedliche Ausstellungen versammelt. Wir wollten aber nur aufs Dach, um einen Blick auf die Stadt von oben werfen. So fahren wir Rolltreppe um Rolltreppe nach oben und kurze Zeit später auch wieder runter.

    MAS

    Direkt um die Ecke gibt es noch ein historisches Stapelhaus (Speicherhaus) zu bewundern und auf dem Rückweg dann den Beginenhof – ein lauschiges Plätzchen, dass der aus der Zeit gefallen zu sein scheint.

    Nach einer Pause gehen wir noch mal los um den Zentralbahnhof anzugucken. Der Weg führt uns durch das Diamanten Viertel, was im Gegensatz zum Handelsgut schrecklich langweilig, trist fast schäbig aussieht. Mag auch am Sonntag liegen und daran, dass viele Geschäfte zu und ihre Auslagen leergeräumt haben, aber schön geht anders. Völliger Kontrast – der Bahnhof. Monumental ist wohl das richtige Wort um die gigantische Eingangshalle zu beschreiben.

    Central Bahnhof

    Zufällig landen wir dann noch in ‚Chinatown‘. Schlagartig hat sich der Charakter der Stadt verändert. Alle Schilder sind chinesisch. Vereinzelt einige afrikanische Läden. Lange nicht so geleckt wie bislang. Wir entdecken auch spannende Kombinationen wie polnisch-afrikanische Restaurants oder polnisch-afrikanisch-asiatische Geschäfte.

    Chinatown

    Nach einer Weile ändert sich das Bild erneut. Mehr und mehr sind Jungen mit Schläfenlocken, Frauen mit einer einheitlichen Perücke und Männer in schwarzem Mantel und Hut zu sehen. Antwerpen hat eine große jüdisch-orthodoxe Gemeinde und wird auch als Israel Europas bezeichnet. Kurze Zeit später sind wir zurück bei der Garage.

    Nach einem langen Tag (mein Handy behauptet 29.671 Schritte bzw. 20,5 km) geniessen wir ein leckeres Essen bei einem Libanesen um die Ecke und gehen zufrieden ins Bett.

  • Kranjska Gora

    Kranjska Gora

    Die Wettervorhersage war wenig motivierend: es sollte den ganzen Tag regnen, spätestens ab Mittag. Also entschieden wir uns für eine kurze Tour die beim Campingplatz begann. Auf breiten Forstwegen ging es den Berg hinauf in den Wald. Doch schon bald wurde aus dem Forstweg ein schmaler Pfad durchs Unterholz. Es ging wörtlich über Stock und Stein. Mal hoch, mal runter. Eine unerwartet schöne Tour, die auf dem Rückweg noch ein paar schöne Ausblicke eröffnete und zum Ende entlang der Sava verlief. Eine Schlange (eher klein, keine Ahnung was, aber definitiv keine Blindschleiche) haben wir auch noch gesehen.

    Wieder auf dem Campingplatz angekommen, öffnete der Himmel seine Tore und kippte eimerweise Wasser auf die Erde. Zum Glück hatten wir uns einen überdachten Platz ergattern können. Der Nachmittag brachte eine Weile trügerischen Sonnenschein. Während des Abendessens begann es jedoch wieder zu schütten, so dass wir dann doch noch einen Nachtisch essen mussten ? Wenngleich dieser sehr lecker war – trocken zurück zum Campingplatz sind wir trotzdem nicht gekommen…

    Rauf & Runter: 400 Hm Länge: 12 km

  • Fort Hermann und Trdnjava Kluze

    Fort Hermann und Trdnjava Kluze

    Von Bovec ging es heute zu zwei alten Festungsanlagen und auch erstmal wieder hoch. 600 Hm durch einen kleinwüchsigen Wald mit moosbewachsenen Felsen, vorbei an Schafen und Ziegen auf Geröllhalden – wie aus einem Märchenfilm. Wir waren über den Wald jedenfalls sehr froh, da er die Hitze erträglich machte.

    Fort Hermann ist eine Ruine aus dem ersten Weltkrieg, die man zum größten Teil begehen kann (man sollte allerdings aufpassen, dass man sich nicht den Kopf stößt ?).

    Von dort ging es weiter durch einen Tunnel und über die zweite noch intakte Festung die Trdnjava Kluze schön an der Koritnica entlang zurück nach Bovec. Unterwegs fiel uns auf (hatten wir zwar vorher schon gesehen, aber diesmal war es sehr auffällig), dass slowenische Männer die unangenehme Angewohnheit haben ihr T-Shirts auszuziehen und nur mit Badeshorts bekleidet durch die Gegend zu flanieren – sowohl beim Wandern, als auch einfach so.

    Der Nachmittag wurde wieder zum Kühlen an der Soça genutzt. Für das Abendessen hatten wir zum Glück einen Tisch im Restaurant auf dem Campingplatz reserviert. Denn der Himmel öffnete seine Schleusen wieder…

    Morgens hatte der Spuk ein Ende und wir konnten tatsächlich ohne nass zu werden alles abbauen, einpacken und uns auf den Weg nach Österreich machen. Der Weg führte uns in Slowenien noch durch das hübsche Log pod Mangartom und über den Passo di Predil nach Italien, wo wir gleich die Gelegenheit zum Einkaufen nutzten. Dann ging es weiter an den Hallstätter See.

    Auch nachts hörte es nicht auf, stattdessen kamen noch Blitz und Donner hinzu. Das war ein Geschepper! Außerdem regnete es zwischenzeitlich so stark, dass die Regentropfen durch die Zeltplane gedrückt wurden.

    Rauf & Runter: 600 Hm Länge: 13 km

  • Wanderung zum Krnsko jezero – Krn See

    Wanderung zum Krnsko jezero – Krn See

    Da es sehr heiss werden sollte, entschieden wir uns für eine Wanderung zum Krn-See. 700 Höhenmeter ging es meist im Wald eine alte Militärstraße hinauf. Mal wieder viele Kehren, aber der Wald angenehm kühl und so erreichten wir ohne Probleme die bewirtschaftete Hütte. Nach einem Espresso noch der Abstecher zum idyllischen Krn See mit längerer Picknick Pause. Björn wurde nach einer Weile des Landschaft Genießens überdrüssig und fing an den herumliegenden Felsbrocken bei denen wir saßen an zu Bouldern. Dabei löste sich ein etwa 10 kg schwerer Felsbrocken, der krachend direkt neben mir aufschlug. Ups. Ja der Fels ist brüchig…

    Auf dem Rückweg stellten wir fest, dass diese Wanderung wohl äußerst beliebt ist. Die Hütte war voll und fast bis wir wieder am Auto waren, kamen uns noch Leute entgegen.

    Nachmittags genossen wir die kühle Soça und abends konnten wir gar gänzlich regenfrei unser Abendessen genießen und bis zum Sonnenuntergang draußen sitzen ?

    Rauf & Runter: 700 Hm Länge: 14 km

  • An die Soça

    An die Soça

    Die Wetter Aussicht für die nächsten Tage ist gut. Auf zur Soça! Es geht über den Vršič Pass, den höchsten Pass Sloweniens. Viele, viele Kehren (teilweise aus Kopfsteinpflaster) windet sich die Passstrasse bis auf 1611 m hinauf und dann wieder ins Tal. Auf die hölzerne Ruskia Kapelica, die im Gedenken an die russischen Kriegsgefangenen gebaut wurde, die beim Bau der Straße in einer Lawine umkamen, konnten wir nur einen kurzen Blick werfen, da Anzugträger und Militärs in Uniform den Zugang versperrten.

    Leider war unsere erste Campingplatz Wahl schon voll. Aber auch die Alternative liegt an der Soça und bietet schattige Plätze. Nach dem Zeltaufbau ging es an den Fluss. In schönstem Türkis schimmerndes, kristallklares, eiskaltes Wasser. Wir beobachteten Forellen und ließen unsere Füße im Wasser auskühlen.

    Vor dem Essen liefen wir noch kurz die Soça entlang zu einer kleinen Kapelle gegen Krieg, die seit unserem letzten Besuch scheinbar noch größer geworden ist.

    Das Abendessen war gerade erledigt, da gab es auch schon wieder ein heftiges Gewitter. Mein Regenschirm – mein bester Freund… Zumindest kommen wir so früh ins Bett ?

  • Noch mehr Berge: München – Slowenien

    Noch mehr Berge: München – Slowenien

    Bevor wir nach Slowenien aufbrachen waren wir einige Tage in München bzw. Holzkirchen. Während ich die Zeit hauptsächlich schwimmend verbrachte (mit dem Neffen endlich mal wieder im Freibad bzw. Münchner Westbad inkl. Wasserrutsche und Strudel, mit der Freundin am Kirch- und Tegernsee), fuhr Björn Mountainbike. Allerdings gab es Ausreißer in beiderlei Richtung. Björn war am Freitag mit am Kirchsee, verbrachte seine Zeit dort jedoch lieber auf, als im Wasser… Zum Glück hatten wir ein SUP dabei. Ich ließ mich dafür am Samstag darauf ein mit Heidrun, Michi und Björn zum Tegernsee zu radeln. Heidrun und ich blieben zum Schwimmen am See (~43 km, ~450 Hm + Schwimmen), die Männer radelten noch auf die Aueralm (~60 km, ~1100 Hm). Auf dem Rückweg sammelten sie uns dann im Biergarten am Tegernsee wieder ein. Der Aufbruch gestaltete sich etwas abrupt, da ein Unwetter aufzog, die Biergarten Servicekräfte hektisch alle Schirme zusammen klappten und alles was nicht niet- und nagelfest war in Sicherheit brachten. Da hieß es kräftig in die Pedalen treten. Wir schafften es tatsächlich mit den ersten Tropfen und vor dem großen Guß zurück in Holzkirchen zu sein.

    Am nächsten Tag brach Björn mit Michi zur Karwendel Tour auf (~70km, ~1800 Hm.) Am Ende sagte Björn, dass er wirklich nicht länger hätte fahren wollen, hatte tatsächlich einen schmerzenden Hintern und nass sind sie auch noch geworden… Kurzum sein neues Lieblingshobby wird es wohl nicht ? Heidrun und ich haben hingegen perfektes Timing bewiesen. Wir sind (aus Bequemlichkeit statt mit dem Fahrrad lieber mit dem Auto) zum Kirchsee gefahren, waren ausgiebig Schwimmen und sind mit den ersten Regentropfen wieder ins Auto gestiegen ?

    In Slowenien machten wir zunächst in einem Eco Camping in Kranjska Gora halt. Sehr schön im Wald gelegen mit gemeinsamer Outdoor Küche und einigen überdachten Sitzplätzen (die braucht man allerdings auch). Während des ersten Kaffees der erste Regen. Unser Versuch in die Stadt zu kommen um Brötchen zu kaufen wurde von einem heftigen Hagelschauer unterbrochen. In der nächsten Trockenpause schaffen wir es zwar in die Stadt, mussten aber in der Touristen-Info den nächsten Regenschauer aussitzen.

    Und so blieb es – jede Regenpause wurde genutzt um zum Supermarkt, zum Café und dann zum Restaurant und schließlich zurück zum Campingplatz zu kommen. Typisch slowenisch ?

  • 27. Tag Novara-Domodossola-Brig-Basel-Bremen

    27. Tag Novara-Domodossola-Brig-Basel-Bremen

    Nach noch ein wenig Verweilen in Novara begann mittags unsere lange Zugfahrt nach Hause. Anfangs noch heiß, sonnig und schön entlang des Ortasees zog es sich ab Domodossola zu und in der Schweiz fing es dann an zu regnen – wie passend für die Rückfahrt ?

    Abgesehen davon, dass plötzliche und nicht angeschriebene Bahnsteigwechsel anscheinend nicht nur ein Problem der DB sind, sondern länderübergreifend auch in Italien und der Schweiz stattfinden, verlief die Zugfahrt ereignislos und wir hatten viel Zeit zu rechnen.

    Hier die Abrechnung:

    Insgesamt:

    Rauf: 16.180 Hm – Runter: 18.025 Hm – Distanz (inkl. Saluzzo, Cuneo und Novara): 321 km – 22 Pässe

    1. Teil – Forno bis Pont Saint-Martin

    Rauf: 8460 Hm – Runter: 9755 Hm – Distanz: 148 km – 12 Pässe

    2. Teil – Pontechianale bis Vinadio

    Rauf: 7720 Hm – Runter: 8270 Hm – Distanz: 133 km – 10 Pässe

    Abgesehen davon scheint das Schlafen in Rifugi ein gutes Training für Schlafwagenfahrten zu sein… Diesmal habe ich so tief und fest geschlummert, dass Björn mich morgens sogar wachrütteln musste ?

  • 26. Tag: Cuneo – Novara

    26. Tag: Cuneo – Novara

    Nach dem Frühstück ging es zum Bahnhof, um schon mal bis Novara zu fahren. Die Zugfahrt führte uns durch die Po-Ebene / Bassa. Am Rand ließen sich noch die Berge erkennen, ansonsten war es flach – sehr flach. Feld reihte sich an Feld, zwischendrin große und noch größere Bauernhöfe oder wohl treffender Landgüter. Gelegentlich unterbrochen von dem einen oder anderen Ort. In der Gegend um Novara wird sehr viel Reis angebaut und die gefluteten Felder locken anscheinend viele Vögel an. So konnte ich vom Zug aus vom Greifvogel, über haufenweise Seidenreiher bis hin zum ‚heiligen Ibis‘ (die heißen wirklich so und ansonsten gibt es die nur in Afrika) diverse Vögel erspähen.

    Da die letzten B&Bs eher schwer zu finden waren wegen mangelnder Schilder, keinem oder anderem Namen auf der Klingel etc., hatten wir uns diesmal für ein Hotel entschieden. Das wiederum gehörte zum obskursten, was uns in letzter Zeit untergekommen ist. Von Außen ein häßlicher 80er Jahre Bau, von Innen ein in die Jahre gekommener, bemüht aber nicht geglückter englischer ‚Plüschschloßstil’ erweitert um eine Sammlung alter Uhren, Schreibmaschinen und Fussballwimpel. Das Zimmer mit weißen Schleiflackmöbeln (sowas habe ich in der Tat das letzte mal beim Schüleraustausch in England gesehen) und ein Bad in rosa Marmor mit Vollplastik-Fertig-Duschkabine. Nun ja, die Klimaanlage funktionierte gut und das war bei den 30 Grad draußen nicht zu verachten. Nachmittags erkundeten wir dann Novara. Die Altstadt lädt zum Bummeln ein. Schöne alte, klassizistische Häuser und gepflasterte Gassen ließen die Zeit schnell vergehen.

    Neben einer Reihe von Kirchen und einem Dom, gab es auch wieder Erinnerungsorte für die Partisanen zu besuchen.

    Distanz: 16 km

    Cena: Pizza Rucola (Tina) – Risotto Gauziano (Björn)

  • 25.Tag: Cuneo

    25.Tag: Cuneo

    Nachdem wir gestern noch hektisch losgezogen waren, um Björn dünnere Socken zu kaufen, waren wir heute morgen schon ein wenig überrascht als die meisten Geschäfte auch am Sonntag wieder öffneten… Wir verbrachten dann den Tag damit die Stadt zu erkunden, ein wenig einzukaufen und in Cafés zu sitzen. Nach 3 Wochen Bergen und Corona kam es uns so vor als wären Menschenmassen unterwegs. Auch mal wieder schön. – Die Mittagsruhe wird allerdings strengstens eingehalten. Gefühlt fuhren zwischen 12.30 – 15.00 Uhr nicht mal mehr Autos.

    Cuneo ist eine sehr schöne alte Stadt, die mit einer Vielzahl an Gedenksteinen ihrer gefallenen Partisanen und deren Widerstand gegen die Faschisten gedenkt.

    Fast überall ist man durch die Arkaden vor Sonne und Regen geschützt. Das kam uns heute besonders entgegen, da es vormittags tatsächlich einmal länger regnete. Nachmittags war der Himmel dann wieder blau als wäre nichts gewesen.…

    Am Nachmittag besuchten wir das Museo Civico in einer alten Franziskanerkirche. Die Ausstellung hatte etwas leicht eklektizistisches. Hier ein paar Funde während eines Straßenbaus, dort einige alte Geräte wie Webstühle und natürlich Kirchenutensilien. Am nettesten waren die alten Gasthausschilder.

    Überrascht wurden wir bei unserem Aperitivo von der Platte mit Kleinigkeiten die dazu gereicht wurde. Einen kleinen Hunger konnte man damit locker sättigen. Abends waren wir ‚schick‘ Essen bzw. in einem Restaurant (CEK) mit junger Küche mit Anspruch. Nach wie vor gilt hier jedoch – Vegetarier sollte man lieber nicht sein und Veganer schon gar nicht…

    Distanz: nachdem wir gefühlt jede Gasse und Straße der Altstadt Cuneos mindestens einmal durchlaufen haben – 14km

    Cena: Uovo pochè, formaggio e crumble di acciughe – Ravioli di ortiche e seirass al burro e timo (Tina) – Polpo e fungi (Björn) – Pesca al Disaronno, crumble alle mandorle e gelato al cioccolato (Tina) – Panna cotta lavanda (Björn)

  • 24. Tag: Rifugio Malinvern – Vinadio – Cuneo

    24. Tag: Rifugio Malinvern – Vinadio – Cuneo

    Der letzte Abstieg für diesen Urlaub verlief auf einem Fahrweg, später auf einer Straße, an die wir uns nicht erinnern konnten, obwohl wir die vor 5 Jahren bereits als Einstieg für unsere GTA-Tour bis zum Mittelmeer hoch gelaufen waren. Besonders die vielen Serpentinen am Schluß (bei samstäglichen Rad- und Mororradfahrern äußerst beliebt…) waren uns völlig entfallen. Wenn man aus den Bergen kommt auf jeden Fall ungewohnt viel Verkehr ?

    Weiter erwähnenswert ist nur die Querung eines kleinen Baches. Diesmal hieß es Schuhe aus, Hose hochkrempeln und durch das kalte Wasser waten (und ich war ganz froh über meine Crocs). Von Vinadio ging es dann mit dem Mittagsbus nach Cuneo.

    Rauf: 0 Hm Runter: 950 Hm Distanz: 13 km + 7 km in Cuneo Unterwegs Malinvern-Vinadio: 3 1/2 Std.

    Cena: Insalata di Tonno – Pizza Rustica (wer hatte wohl was? ?)

  • 23. Tag: Sant’ Anna di Vinadio – Rifugio Malinvern

    23. Tag: Sant’ Anna di Vinadio – Rifugio Malinvern

    Heute lagen die letzten zwei Pässe für diesen Urlaub vor uns. Vorbei am lokal Heiligtum (Marienstatue auf einem Felsbrocken) ging es steinig bergauf. Bald stießen wir auf mehrere Mini-Altäre aus Felsbrocken mit Heiligenfiguren, Muscheln und anderen Gegenständen und es gab auch einen Benzinkanister mit angehängten Stiften, der als Briefkasten für St. Anna fungierte. Katholizismus hat schon manchmal seltsame Auswüchse…

    Kurz darauf erreichten wir die Cima Moravacciera (2407 m) und damit den Bergkamm auf dem wir die nächsten 2 Stunden in leichtem Auf und Ab spazieren sollten. Immer entlang der italienisch-französischen Grenze. Mal auf der einen und auf der anderen Seite.

    Das Wetter meinte es wieder sehr gut mit uns. Klarer, blauer Himmel erlaubte es den Blick weit in die Ferne zu den Bergketten in Italien (links) und Frankreich (rechts) schweifen zu lassen.

    Am Colle della Lombarda (2350 m) konnten wir eine unerwartete Kaffee Pause in Frankreich einlegen, bevor wir zum Aufstieg zum letzten Pass aufbrachen. Noch einmal wurde es steil und steinig. Während wir uns die Serpentinen durch die Geröllwüste hocharbeiteten erblickten wir über uns einen Steinbock. Kurz darauf noch zwei Junge, einen weiteren Steinbock und noch ein Junges. Als gestern Abend eine Wandererin erzählt hatte, dass sie mehrere Steinböcke mit Jungen in der Nähe des Passo Tessina, über den wir gestern auch gekommen waren, gesehen hatten, war ich schon ganz neidisch und dachte, wir bekommen wohl keine mehr zu Gesicht. Was für ein Glück, dass es heute auf der letzten Tour noch geklappt hat ?

    Selbstverständlich dauerte der Aufstieg so länger als gedacht, da wir die Tiere eine Weile beobachteten wie sie leichtfüßig die steile Bergflanke hinaufzogen. Wir mussten noch einige Serpentinen (wesentlich weniger leichtfüßig) gehen bevor wir den Passo d‘Orgials (2600 m) erreichten. Was für eine Aussicht! Zur einen Seite bis zum Monviso, zur anderen Argentera und Seealpen.

    Mit einem kleinen Päuschen bereiteten wir uns auf die knapp 1000 m Abstieg vor. Vor uns zwei grün leuchtende Seen in einer Steinwüste. Eine kleine Ewigkeit später erreichten wir eine weitere Hochebene mit weiterem See. Das Rifugio musste eigentlich im Tal hinter dem kleinen Bergrücken liegen. Tatsächlich mussten wir jedoch noch ein ganzes Stück abwärts und zu meinem Entsetzen auch noch ein ganzes Stück in die entgegengesetzte Richtung nachdem wir das Rifugio das erste Mal erspäht hatten (später stellte sich heraus, dass das an einer Felswand lag) bevor wir unser ‚fertig mit der Wanderung’ Standard Programm aus Café, Aranciata und Crostata genießen konnten.

    Rauf: 820 Hm Runter: 1000 Hm Distanz: 15 km Unterwegs: 6 1/2 Std.

    Cena: Insalata, Proschiutto – Polenta mit Gorgonzola und Salsiscia – Schokotorte

  • 22. Tag: San Bernolfo – Sant’Anna di Vinadio

    22. Tag: San Bernolfo – Sant’Anna di Vinadio

    Nach einem wirklich guten und für Italien ungewöhnlich deftigen Frühstück mit Spiegelei, Käse, Marmelade, Müsli etc. brachen wir auf. Zur Abwechslung führte der Weg zuerst durch Wald, so dass wir lange im Schatten gehen konnten. Wie angenehm doch der federnde Waldboden nach den vielen Steinen der letzten Tag war. Außerdem begleitete uns die ganze Zeit das Rauschen eines Gebirgsbaches und beschwingte unsere Schritte.

    So machten wir schnell einige Höhenmeter und erreichten eine wunderschöne von Felsspitzen umgebene Hochebene mit vereinzelten Bäumen. Der Bach begleitete uns weiter und schlängelte sich neben uns durch die Ebene. Nachdem wir die letzten zwei Tage keine mehr gesehen hatten, bekamen wir hier auch mal wieder ein paar Murmeltiere zu Gesicht – ich hatte sie schon vermisst ?

    Über ein kurzes Steilstück erreichten wir eine weitere schöne, moorige Hochebene mit kleinen Tümpeln und großen Felsbrocken. Den heutigen Pass konnten wir in einiger Entfernung schon erkennen, aber es fehlten noch einmal 400 Höhenmeter. Denn man tau… Waren aber zäh wie Schuhsohle…

    Am Passo Tessina (2400 m) angekommen hatten wir eine schöne Aussicht in beide Richtungen und auf die unter uns liegenden Seen. Noch ein kurzer Abstecher auf einen in den Berg gesprengten Militärweg und dann über eine gut ausgebaute Militärstraße (die lerne ich hier bei längerem Bergab echt zu schätzen…) ging es an den Lagi di Sant‘ Anna vorbei Richtung Santuario Sant’ Anna. Statt der Straße folgten wir nach dem letzten See einem unscheinbaren Pfad querfeldein, der uns aber einige Schlängel ersparte. Das Santuario Sant‘ Anna (2035 m) ist Europas höchstgelegenes Kloster und (wie der Name schon vermuten lässt) der heiligen Anna gewidmet. Wir übernachten in einem Gästehaus des Klosters, welches sich in einer ehemaligen Kaserne befindet. Unser Zimmer ist allerdings weder sehr kasernig, noch sonderlich klösterlich (wenn man vom kleinen Kruzifix über der Tür mal absieht, aber das hatten wir bei anderen Zimmern auch schon). Die Kirchenglocke bimmelt jedoch recht regelmäßig. Der Speisesaal vermittelte Schullandheim-Flair, das Essen war aber wesentlich besser als in einem und Wein gab es auch?

    Überhaupt wirkte alles sehr familiär und freundlich, die ganzen Angestellten verschiedenster Nationen des Klosters essen auch alle dort. Zum Ende des Essens kam noch der Abt / Rektor? (der Chef halt) – des Klosters vorbei und hielt an jedem Tisch ein Pläuschchen. Für uns zückte er extra sein Handy, um uns das aktuellste Wanderwetter zu unterbreiten.

    Rauf: 1000 Hm Runter: 700 Hm Distanz: 13 km Unterwegs: 6 Std.

    Cena: Risi Pisi – Pollo con carotte – Tiramisù

  • 21. Tag: Rifugio Migliorero – San Bernolfo

    21. Tag: Rifugio Migliorero – San Bernolfo

    Nach einer Nacht mit wenig Schlaf, der Wind veranstaltete im und um das Haus viel Getöse, verabschiedeten wir uns von Oscar dem sympathischen Hüttenwirt. Der war so nett, dass Björn sich tatsächlich mal getraut hatte sich länger mit ihm auf Italienisch zu unterhalten.

    Am See hinter dem Haus vorbei ging es zum Geröllfeld welches zum Passo di Laroussa (2471m) hinaufführte. Wir warfen noch einige Blicke zurück zu dem malerisch gelegenen Rifugio und stiegen sehr langsam auf. Diesmal führte der Weg etwas weniger steil als gestern in großen Serpentinen zum Pass.

    Auf der anderen Seite ging es zunächst ebenfalls durch Geröllfelder, später dann durch blühende Bergwiesen ins Tal. Wieder einmal waren wir von der Blumenpracht und der Vielzahl von Schmetterlingen begeistert. Nach wie vor gibt es immer wieder neue Blumen zu entdecken. Auch diesmal war das Ziel – San Bernolfo – bald zusehen, musste sich aber erst durch viele Serpentinen erarbeitet werden…

    Das Rifugio ist einem für den Ort typischen Holzhaus untergebracht. Die Zimmer sind thematisch und mit viel Liebe zum Detail eingerichtet – wir haben das Mont-Zimmer mit lauter Ski- und Bergsteig-Accessoires und einer Dusche und Waschbecken aus Holz. Sehr schick.

    Da die Etappe sehr kurz war (und wir keine Lust hatten zwei aneinander zu hängen) haben wir nun viel Zeit im Liegestuhl in der Sonne zu liegen und die schöne Bergwelt rundherum zu betrachten.

    Rauf: 400 Hm Runter: 760 Hm Distanz: 7 Km Unterwegs: 3 Std.

    Cena: Dandiret (selbstgemachte Pasta, die Spätzle ähnelt) mit Ragù – Salsiccia mit Tomatensauce und Zucchini (Tina) – Spezzatino di Chingiale (Wildschwein) mit Polenta (Björn) – Eis mit Himbeeren (Tina) – Torta Dahu: Kuchen aus Mais-und Buchweizenmehl mit Sahne und Likör (Björn)

  • 20. Tag: Pietraporzio – Rifugio Migliorero

    20. Tag: Pietraporzio – Rifugio Migliorero

    Bei strahlend blauem Himmel machten wir uns auf den Weg. Auf einem leicht ansteigendem Fahrweg ging es zügig Richtung Talschluss des Vallone del Piz.

    Während wir uns noch freuten ohne Wölckchen am Himmel zu wandern zog es sich in Richtung des Passes über den wir wollten plötzlich zu. Nicht mit sympathischen weißen Wolken, sondern mit dunklen Gewitterwolken. Es wurde kälter und windig. In der Hoffnung die Wolken würden sich wieder verziehen liefen wir weiter. Tatsächlich nach 15 Minuten waren nur noch einige kleine Wolken am Himmel sichtbar.

    Bald zweigte ein Pfad von der Straße ab, der felsig und steil zum Rifugio Zanotti führte. Leider ist das Rifugio nicht bewirtschaftet und so gab es nur die mitgebrachten Paninis. Aber unter dem mir nur allzu bekanntem Dach – hier hatten Kathi und ich beim letzten Mal Schutz vor einem Gewitter gesucht (seitdem kenne ich auch das italienische Wort dafür – temporale ?). Dann ging es über eine idyllische Hochebene dem letzten Aufstieg des Tages entgegen.

    Aus der Ferne sah der Aufstieg garstig aus. Ein Weg war nicht auszumachen. Das blieb eigentlich auch bis zum Pass so. Man konnte immer die nächsten paar Meter erkennen, aber dann verlor sich der Weg in der Steinwüste.

    Am Passo di Rostagno (2536 m) angekommen konnten wir unser Ziel schon sehen, mussten aber noch viele Kehren laufen bis wir endlich angekommen waren. Das Rifugio Migliorero (2094 m) liegt sehr idyllisch in einem Talschluss auf einem Felsen oberhalb zweier Seen und mutet von außen wie ein Schloss an. Von innen ist es eher ein kalter Kasten, aber gerade wurde der Ofen angezündet – es sollte also bald besser werden ?

    Rauf: 1360 Hm Runter: 500 Hm Distanz: 13 km Unterwegs: 6 1/4 Std.

    Cena: Salami, Käse, Melone mit Schinken – Trofie mit Pesto – Huhn mit Zucchini – Panna Cotta

  • 19. Tag: Rifugio Gardetta – Pietraporzio

    19. Tag: Rifugio Gardetta – Pietraporzio

    Mal wieder ein richtiges Rifugio Frühstück: Zwieback, Marmelade, Butter und Kaffee. Zum Glück hatten wir noch Brot und Käse im Rucksack.

    Zunächst kamen wir kaum voran, was nicht am Weg lag, sondern an den vielen Murmeltieren die sich kaum von uns stören ließen. Manchmal hätte man nur den Arm ausstrecken müssen um die Tiere zu berühren. Nach etlichen Fotostops und um einige Murmeltierfilmchen reicher gingen wir etwas zügiger weiter, auch wenn Murmeltiere heute die meiste Zeit unsere Begleiter bleiben sollten.

    Passo di Rocca Brancia

    Vor uns öffnete sich bald das Nachbartal mit Blick auf den Passo di Rocca Brancia (2620m). Eine Geröllhalde an deren Hänge sich eine alte Militärstraße klammert.

    Unmittelbar hinter dem Pass änderte sich die Landschaft schlagartig. Grasbewachsene Hügel mit allerlei Steinblöcken, hier und da Wasser, eingerahmt von kahlen Berghängen links und rechts. Wunderschön!

    Lago di Oserot

    Lange liefen wir durch diese schöne Landschaft bis wir nach etwa 3 Stunden im Val Stura angekommen waren. Nun noch parallel zur Straße zu unserem Ziel, neben uns Le Barricate: eine imposante Felswand aus geschichtetem Gestein.

    Le Barricate

    Ein kurzer Caféstop in Pontebernardo, wo wir vor der Planänderung genächtigt hätten, und schon ging es weiter nach Pietraporzio. Heute wird im Hotel ‚Regina delle Alpi’ genächtigt (Kathi & mir noch von unserer ersten GTA-Tour bekannt) – nach zweimal Rifugio auch wieder ganz schön.

    Rauf: 300 Hm Runter: 1400 Hm Distanz: 15 km Unterwegs: 5 Std.

    Cena: Peperonata – Gnocchi con Ragù (Tina) / Formaggio (Björn)- Milanese con fagioli e pomodore (Björn)- Vitello Tonato con spinaci (Tina)- Panna Cotta (Björn) – Macedonia (Tina)

  • 18. Tag: Chialvetta – Rifugio Gardetta

    18. Tag: Chialvetta – Rifugio Gardetta

    Wir haben uns gestern spontan umentschieden: statt einer langen Tour mit knapp 1200 Hm rauf und über 1300 Hm runter, wollen wir nur bis zum Rifugio Gardetta kurz unterhalb des ersten Passes laufen – etwa 1000 Hm rauf – und dort bleiben. Morgen müssen wir dann zwar etwas länger bergab gehen, da wir den kurzen Ortswechsel von Pontebernardo nach Pietraporzio dranhängen, aber das ist zu vernachlässigen.

    Aber erstmal wieder rauf. Ein gutes Stück den Weg, den wir gestern runter gekommen waren. Im hübschen Pratorontondo mit Dorfgemeinschaftsbackofen und Brunnen füllten wir unsere Wasserflaschen auf. Dann zunächst ein Stück auf einem Fahrweg bevor wir auf einen Wanderweg abzweigten. Schon verwunderlich, wo die Italiener noch mit ihrem Auto langfahren. ‚Ach ist doch eine Straße. Egal wie steinig. Geht schon…‘

    Erstaunlich schnell änderte sich die Landschaft. Der Fels wurde heller und die Vegetation weniger. Schon von weitem konnten wir einige der alten Weltkriegsbunker sehen, aber bis wir die erreichten dauerte es mal wieder. Spannend wie sehr die Erwartung der Länge der Tour das Empfinden beeinflusst. Wären wir die ursprüngliche Tour gelaufen hätten wir sicherlich noch keinen so starken Hänger gehabt. Spannend auch, dass trotz des vielen Wanderns die Steigungen nach wie vor sauanstrengend sind…

    Egal – an den Bunkern und einigen Stacheldrahtresten vorbei kam endlich der Passo della Gardetta (2437 m) in Sicht. Von dort hatten wir einen wunderschönen Blick auf die Hochebene mit dem Rifugio und die umliegenden Berge. Das Rifugio Gardetta (2335 m) ist ein CAI-Rifugio in einer ehemaligen Militärkaserne. Gemütlich, aber rustikal. In unserem Zimmer haben 10 Leute Platz. Wir bleiben aber wohl allein. Duschen funktionierte erst nach dem Mittagessen, da das warme Wasser zunächst zum Spülen benötigt wurde.

    Spannend sind auch die fünf Blechkuppeln hinter dem Haus. Darunter versteckt sich jeweils ein Zelt. Zwei davon sind heute auch anscheinend belegt. Coronamäßig eine gute Idee, aber vielleicht doch etwas kalt?!

    Jedenfalls lässt sich hier wunderbar über die Hochebene wandeln und ein spannendes Blümchen nach dem anderen entdecken. Unglaublich was hier alles blüht. Natürlich dürfen auch die Murmeltiere nicht fehlen. Sie pfeifen um die Wette und strecken neugierig ihre Köpfe aus ihren Löchern. Idylle pur.

    Am Nachmittag gab es tatsächlich ordentlich Regen, um so mehr freuten wir uns über unsere Entscheidung hier zu bleiben, sonst wären wir wohl wieder nass geworden?

    Rauf: 980 Hm Runter: 100 Hm Distanz: 9 km Unterwegs: 3 1/2 Std.

    Cena: Tagliatelle con pomodore – Zuppa – Carne di maiale con verdure – Bônet (Schokoflan)